GZ-Weihnachtsaktion 2023
: Tagestreff „Lichtblick“ hofft auf Unterstützung

Wer hilft bei psychischen Erkrankungen? Und wo werden Betroffene dabei unterstützt, ihren Alltag besser zu strukturieren? Eine Möglichkeit ist „Lichtblick“ – so greift der Geislinger Tagestreff Betroffenen unter die Arme.
Von
Claudia Burst
Geislingen
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Tagestreff-Besucher beim Kartenspiel in den Räumlichkeiten des Vereins „Viadukt“.

Markus Sontheimer

Es ist schön warm und hell an diesem Donnerstagnachmittag im Tagestreff Lichtblick in der Geislinger Richthofenstraße 38, der zum Verein „Viadukt – Hilfen für psychisch Kranke“ gehört. An einem Tisch sitzen zwei Männer und vier Frauen und spielen Phase 10. Auf einem der Sofas hat eine Frau es sich gemütlich gemacht und strickt, eine andere liest Zeitung und auf der Terrasse unterhalten sich zwei Personen, während sie eine Zigarette rauchen.

Sie alle eint, dass sie mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben. „Jeder unserer Besucher hat sein Päckchen zu tragen“, so drückt sich Sally Stüve aus, die Leiterin des Treffs. Für manche, erzählt sie, ist es bereits eine Herausforderung, morgens aufzustehen. Aber weil der Tagestreff Lichtblick für die meisten tatsächlich „ein Lichtblick“ ist in ihrem Leben, wie die Besucher bestätigen, lohnt es sich für sie, dafür aufzustehen, sich herzurichten, dort einen strukturierten Tag zu erleben und sich, wenn die Kraft reicht, auch aktiv daran zu beteiligen. „Hier weiß man, dass man nette Leute trifft“, begründet eine, warum sie regelmäßig kommt, eine andere lobt die „regelmäßigen Mahlzeiten“, einem Mann ist es wichtig, „dass ich so sein und so schwätzen kann, wie ich halt bin – hier bin ich viel entspannter als woanders“.

Stüve: „Unsere Besucher sind sehr engagiert“

Fünf Tage die Woche hat der Tagestreff geöffnet, montags, dienstags, donnerstags, freitags jeweils ab neun Uhr und seit Frühling auch sonntags zwischen 14 und 17 Uhr zu einem Spielenachmittag und für gemeinsames Kaffeetrinken. „Dafür engagiert sich eine unserer Besucherinnen, wir helfen nur bei der Organisation“, erzählt Sally Stüve. An den Sonntagen kämen meistens um die 15 Besucher, an den anderen Tagen teilweise sogar bis zu 40 Leute. Sie spielen Billard, puzzeln oder gehen gemeinsam spazieren, sie machen bei Projekten mit, die Sally Stüve oder ihre Kollegin Renate Neuwirth anbieten. Wie etwa das Gartenprojekt im Sommer, als sie Hochbeete bauten und Gemüse anpflanzten. „Unsere Besucher sind sehr engagiert“, lobt Sally Stüve, sie kochten auch selber und hälfen dabei, Kuchen für den nachmittäglichen Kaffee an den Donnerstagen zu backen. Zahlen müssten sie dafür und für die Mahlzeiten nur einen Selbstkostenpreis. „Es ist einfach wichtig, dem Tag eine sinnvolle Gestaltung zu geben“, macht die gelernte Ergotherapeutin deutlich.

Dass der Tagestreff so stark frequentiert ist, führt Sally Stüve auf die allgemein steigende Zahl psychischer Erkrankungen und Behinderungen zurück, zum anderen aber auch auf den guten Ruf der Geislinger Einrichtung, die es inzwischen seit 2001 gibt – anfangs im Haus der Begegnung, dann über Jahre hinweg in der Karlstraße und seit zweieinhalb Jahren nun im früheren Kindergartengebäude an der Helfenstein Klinik. Zum guten Ruf gehört unter anderem das gute Miteinander unter den Besuchern und „dass sie neue Besucher immer sehr positiv aufnehmen und willkommen heißen.“ Das Ergebnis sieht Stüve unter anderem im großen Einzugsgebiet, aus dem die Besucher kommen. Die vielen Menschen und ihr Einsatz etwa beim Kochen und Backen hinterlassen natürlich auch Spuren. „Wir haben inzwischen die vierte oder fünfte Kaffeemaschine“, erzählt Sally Stüve lachend. Was sie dringend bräuchten, sei ein zweiter Kühlschrank, „weil der, den wir haben, immer voll ist mit Lebensmitteln und für Getränke ist darin überhaupt kein Platz mehr“.

Lichtblick-Besucher hoffen auf Spenden von GZ-Lesern

Auch der Esstisch im Küchenbereich, an dem die Koch-Helfer ihr Gemüse für bis zu 25 Esser schnippeln, wackelt und muss dringend ersetzt werden. „Der ist bestimmt 40 Jahre alt und war irgendwann auch mal eine Gebrauchtspende, die wir bekommen haben.“ Dringend notwendig sind auch neue Gartenmöbel, „weil wir zu wenig haben für die vielen Leute und auch, weil einige der Gartenstühle, die wir haben, einfach inzwischen kaputt sind“. Ein Schränkchen in der Küche und eins in der Toilette sind ebenfalls in die Jahre gekommen, wackeln und schließen nicht mehr richtig. Um all diese Ausgaben zu stemmen, hoffen Sally Stüve, Renate Neuwirth und die Lichtblick-Besucher auf die Unterstützung der GZ-Leser im Rahmen der GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“.

Alles zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“

Mit Veranstaltungen können Sie die Projekte der diesjährigen GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht‘s besser“ unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein.

Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden möchten oder für einzelne (bitte auf der Überweisung vermerken).

Die Spendenkonten:

Kreissparkasse Göppingen, IBAN: DE24 6105 0000 0006 0770 99

Volksbank Göppingen, IBAN: DE14 6106 0500 0608 0000 00

Jeder Spender wird in der GZ ­genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken).

Die diesjährigen Projektpartner sind das ökumenische Projekt „Aktion Rückenwind“ von Caritas und Diakonie; der Förderverein der Bodeschwinghschule Geislingen; die Organisation „Christliche Mission International“ mit ihrem Gesundheitszentrum in Kenia; der Förderverein Freibad Geislingen; der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser; die Fahrradwerkstatt der SAB; der Tagestreff „Lichtblick“ des Vereins Viadukt.

Wer eine Spende bei der GZ abgeben möchte, wird gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Das GZ-Team kommt gerne auch zu Ihnen, um Ihre Spende abzuholen.

Bei allen Fragen und Ideen zur ­GZ-Weih­nachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich an GZ-­Redakteurin Rebecca Hummler wenden – unter Telefon (07331) 202-48 oder per E-Mail an r.hummler@swp.de

Tagestreff „Lichtblick“ sucht weitere Unterstützung

DIe Leiterin des Tagestreffs „Lichtblick“, Sally Stüve, berichtet, dass immer wieder ehrenamtliche Unterstützung im hauswirtschaftlichen Bereich gesucht wird. Interessierte können sich unter (07731) 44 12 89 melden.