Cold Case in Deggingen
: Mordprozess gegen 70-Jährigen beginnt

Im Februar 1985 wurde die 31-jährige Renate Borst tot in einem Waldstück bei Deggingen aufgefunden. Nun, über 40 Jahre später, beginnt vor dem Landgericht Ulm der Prozess gegen einen 70-Jährigen wegen Mordes.
Von
Sarah Quaas,
Julia Horn
Deggingen
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Hat ein 70-Jähriger Renate Borst ermordet? In Ulm startet die Hautverhandlung gegen den Angeklagten.

Warum wurde Renate Borst (rechts) vor 41 Jahren umgebracht? Das soll sich im Prozess vor dem Landgericht Ulm nun klären.

Giacinto Carlucci/GZ-Archiv
  • Prozessauftakt in Ulm: Anklage gegen 70-Jährigen wegen Mordes an Renate Borst.
  • Tatvorwurf: Tötung im Februar 1985 zur Verdeckung von Vergewaltigung und Körperverletzung.
  • Leiche wurde nackt und mit BH gefesselt in einem Wald bei Deggingen gefunden.
  • Festnahme nach DNA-Abgleich; der Mann sitzt seit April in Untersuchungshaft.
  • Sechs Termine sind angesetzt – ein Urteil könnte im November fallen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Fall von Renate Borst aus dem Raum Göppingen, die vor 41 Jahren brutal ermordet worden ist, beginnt der Prozess gegen einen heute 70-jährigen Angeklagten. Das teilt das Landgericht Ulm am Mittwoch mit. Am kommenden Dienstag, 6. Oktober, startet dort um 9 Uhr die Hauptverhandlung.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, im Februar 1985 die damals 31-jährige Frau getötet zu haben, um eine vorangegangene Vergewaltigung und Körperverletzung zu verdecken. Der Mann soll laut Mitteilung des Landgerichts mit Tötungsvorsatz Gewalt gegen den Rumpfbereich der Frau ausgeübt und in der Folge mit einem Stein auf deren Kopf geschlagen haben. Die Frau sei an den durch den Angeklagten verursachten Verletzungen verstorben. Sie wurde nackt und mit einem BH gefesselt von Spaziergängern in einem Waldstück bei Deggingen gefunden.

Tatverdächtiger seit April in Untersuchungshaft

Wie berichtet, konnte die Polizei im April dieses Jahres nach einem Abgleich einer DNA-Spur den heute 70-Jährigen aus Schwendi (Kreis Biberach) festnehmen. Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Schon im November 2025 hatten die Beamten sein Anwesen durchsucht und Beweismittel beschlagnahmt. Anfang Juli erhob die Staatsanwaltschaft Ulm dann Anklage wegen Mordes.

Den Vorsitz der Hauptverhandlung hat Richter Wolfgang Tresenreiter. Insgesamt sind sechs Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte im November fallen.

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  • Freitag, 16. Oktober 2026, 9 Uhr
  • Dienstag, 27. Oktober 2026, 9 Uhr
  • Freitag, 30. Oktober 2026, 9 Uhr
  • Montag, 9. November 2026, 9 Uhr
  • Mittwoch, 11. November 2026, 9 Uhr

Am Rande der Gesellschaft gelebt

Bisher ist zum Opfer Renate Borst nur wenig bekannt. Aus alten Medienberichten geht hervor, dass sie sich häufig am Göppinger Bahnhof aufhielt, wo auch ihre Habseligkeiten gefunden wurden. Zum Tatzeitpunkt war sie wahrscheinlich obdachlos. Auch den mutmaßlichen Täter hat Borst wohl am Göppinger Bahnhof und in den dortigen Lokalitäten kennengelernt. Das jedenfalls teilte die Staatsanwaltschaft Ulm auf Nachfrage zur Anklageerhebung mit.

Im True-Crime-Podcast „Akte Südwest“ berichten zwei Reporterinnen über den „Cold Case“, der nach 41 Jahren nun vor einem Abschluss steht. Es geht darum, was man über Opfer und Täter weiß, wie damals über den Fall berichtet wurde – und warum sich heute kaum jemand an den grausamen Fund in Deggingen erinnert.