Podcast zu Cold Case Renate Borst: Landet dieser Mordfall nach 40 Jahren vor Gericht?

Ihr Schicksal wurde über Jahrzehnte nahezu vergessen, auch am Fundort in Deggingen kann sich niemand mehr erinnern. Nun könnte der Mordfall Renate Borst doch noch gelöst werden.
Verena Eisele/Archiv GZ- Cold Case Renate Borst: Nach 40 Jahren gerät ein Verdächtiger in U-Haft.
- 1985 fanden Spaziergängerinnen ihre Leiche bei Deggingen, Spuren versandeten.
- Neue DNA-Spur führt zu einem heute 70-jährigen Mann aus Schwendi in U-Haft.
- Staatsanwaltschaft erhob Anfang Juli 2026 Anklage wegen Mordverdachts – Unschuldsvermutung gilt.
- Podcast „Akte Südwest“ zeichnet Ermittlungen, Umfeld um Göppinger „Milchbar“ und neue Schritte nach.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 10. März 1985 machen Spaziergängerinnen in einem Waldstück bei Deggingen im Kreis Göppingen eine grauenhafte Entdeckung: Eine nackte Frauenleiche liegt im Gestrüpp unter Bäumen, ihre Beine sind mit einem Büstenhalter gefesselt, das Gesicht schwer entstellt.
Für die Polizei besteht kein Zweifel: Die 31-jährige Renate Borst wurde ermordet. Doch alle Spuren zum Täter verlaufen im Sande, der Mordfall wird zum „Cold Case“. Erst 40 Jahre nach der Tat kommt neue Bewegung in den Fall, ein Verdächtiger sitzt im Sommer 2026 in Untersuchungshaft und muss sich womöglich bald vor Gericht verantworten.
Was steckt hinter diesem Verbrechen, das vier Jahrzehnte lang ein Rätsel blieb? Wie kam die Polizei auf die Spur des heute 70-jährigen Verdächtigen? Und wird nach all der Zeit wirklich noch ein Täter zur Rechenschaft gezogen? Um diese Fragen geht es in der neuesten Folge des Truecrime-Podcasts „Akte Südwest“. Die beiden Reporterinnen Verena Eisele und Julia Horn aus der Ulmer Regionalredaktion der SÜDWEST PRESSE sind den Spuren rund um den Mord an Renate Borst nachgegangen und haben Informationen und Eindrücke zusammengetragen.
So führt die Spur zunächst in ein Milieu am Rande der Gesellschaft: Renate Borst hat sich offenbar in den Monaten vor ihrem Tod häufig in der Gegend um den Göppinger Bahnhof aufgehalten – speziell in einer berüchtigten Kneipe namens „Milchbar“. „Es war wohl so eine Art Szenekneipe, in der man auch verlorene Seelen antreffen konnte“, berichtet Reporterin Julia Horn im Podcast. So seien unter anderem Menschen ohne festen Wohnsitz und Drogensüchtige in der Bar ein- und ausgegangen. Auch Renate Borst war zu diesem Zeitpunkt ohne Wohnung, ihre Habseligkeiten fand man in einem Schließfach am Bahnhof.
Ein Leben am Rande der Gesellschaft
Wie es zum Mord kam, bleibt allerdings zunächst weitgehend im Dunkeln. Nach einigen wenigen Aufrufen an die Öffentlichkeit gerät der Fall Renate Borst in Vergessenheit. Auch am Fundort der Leiche ist der Mord heute kein Thema mehr – Einheimische in Deggingen können sich kaum mehr daran erinnern. „Renate Borst lebte am Rand der Gesellschaft unter prekären Bedingungen, sie hatte offenbar auch keine Familie und wenige soziale Kontakte“, sagt Reporterin Verena Eisele.
Erst durch die neuen Ermittlungen der Polizei erregt der Fall wieder Aufmerksamkeit. So führt laut den Ermittlern eine DNA-Spur zu einem heute 70-jährigen Mann in Schwendi (Kreis Biberach). Seit April 2026 befindet er sich unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft. Bereits im November 2025 hatte es einen massiven Polizeieinsatz im Wohnhaus des Mannes gegeben; 20 Polizisten durchsuchten unter anderem mit Sonden das Haus nach Spuren und Hinweisen, auch ein spezielles Räumfahrzeug kam dabei zum Einsatz. „Ein Anwohner hat uns das sogar als ,Panzer' beschrieben“, sagt Julia Horn. Zur Verhaftung kam es allerdings erst ein halbes Jahr später.
Gewaltexzess auf einem Waldweg bei Deggingen
Anfang Juli 2026 erhebt die Staatsanwaltschaft Ulm dann Anklage gegen den 70-Jährigen wegen Mordverdachts. Aus den Schilderungen lässt sich erahnen, welches Martyrium Renate Borst erleiden musste. Der Angeschuldigte soll die 31-Jährige im Auto auf einem Waldweg bei Deggingen vergewaltigt und dabei so stark gewürgt haben, dass ihr Zungenbein brach. Danach soll er den Beschluss gefasst haben, die Frau zu töten und übte laut Staatsanwaltschaft exzessive Gewalt aus; unter anderem soll er mit einem Stein mehrfach auf ihren Kopf eingeschlagen haben. Als Motiv nehmen die Ermittler die Verdeckung einer Straftat an.
Trotz der Anklage gilt für den Angeschuldigten weiterhin die Unschuldsvermutung. Laut Staatsanwaltschaft äußert er sich nicht zu den Vorwürfen. Die SÜDWEST PRESSE wird weiterhin über die Entwicklungen rund um den Mordfall Renate Borst berichten – mit neuen Artikeln und weiteren Folgen von „Akte Südwest“.
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