Cold Case aus Deggingen
: Tatverdächtiger auf freiem Fuß

Im März 1985 finden Spaziergänger im Wald in der Nähe von Deggingen eine Frauenleiche. Nun hat die Polizei vor rund einer Woche die Wohnung eines Tatverdächtigen in Schwendi (Kreis Biberach) durchsucht. Ulmer Staatsanwaltschaft und die Polizei erklären, wie der Einsatz ablief.
Von
Sarah Quaas
Deggingen
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ARCHIV - 24.02.2025, Bayern, Aschaffenburg: Ein Banner mit dem Schriftzug «Altfall Ermittlung Cold Case» steht bei einer Pressekonferenz zu einem Cold Case. (zu dpa: «Polizei ermittelt nach sechs Jahren Pause wieder in Mordfall») Foto: Daniel Löb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Aktuell ermitteln die Göppinger Kripo und die Ulmer Staatsanwaltschaft an einem Cold Case aus dem Kreis Göppingen (Symbolfoto).

Daniel Löb/dpa
  • Neue Ermittlungen im 40 Jahre alten Mordfall einer 31-Jährigen in Deggingen (Kreis Göppingen).
  • Polizei durchsuchte am 6. November Wohnung eines Verdächtigen in Schwendi (Kreis Biberach).
  • Opfer wurde 1985 tot im Wald gefunden, nackt und mit einem BH gefesselt.
  • Frau war seit Februar 1985 vermisst, lebte wohnungslos und im „Göppinger Milieu“.
  • Ermittlungen laufen, Ergebnisse sollen bald in einer Pressemitteilung bekannt gegeben werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Durchsuchung fand am Morgen des 6. Novembers mit größerem Polizeiaufgebot statt. Auch der Tatverdächtige wurde angetroffen und sei auf eine Polizeidienststelle gebracht worden. In der gemeinsamen Pressemitteilung vom 12. November 2025 gehen die Beamten näher auf den Einsatz ein: „Bei der Durchsuchung waren neben 20 Durchsuchungskräften der Kriminalpolizei Ulm auch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz beteiligt. Unter anderem kamen ein Spezialfahrzeug sowie eine Sonde zur Feststellung von Hohlräumen zum Einsatz“, heißt es in der Mitteilung.

Durch fortlaufende Auswertung der vorhandenen Ermittlungsakten durch Beamte der eigens für diesen Fall eingerichteten „Ermittlungsgruppe Oberberg“ beim Kriminalkommissariat Göppingen hatten sich neue Hinweise ergeben, welche zu dem Tatverdächtigen und den Durchsuchungsmaßnahmen führten, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Eine wesentliche Rolle spiele in diesem Zusammenhang eine 1985 gesicherte DNA-Spur. „Dass die Tötung des Opfers im Zusammenhang mit einem Sexualdelikt steht, ist sehr wahrscheinlich“, heißt es weiter.

Zudem konnte laut Mitteilung eine Vielzahl an Beweismitteln sichergestellt werden, die nun von der Kripo Göppingen ausgewertet werden sollen. Der Tatverdächtige kam noch am Tag des Einsatzes wieder auf freien Fuß. Die weiteren Ermittlungen liegen nun bei der Kripo Göppingen und der Staatsanwaltschaft Ulm. Wann mit weiteren Ergebnissen zu rechnen ist, könnten die Beamten noch nicht sagen.

Gefesselte Leiche schnell identifiziert

Der Fall um die getötete Frau gehört zu einer Reihe ungelöster Kriminalfälle, die von der Polizeidirektion Ulm derzeit genauer untersucht werden.

Als die nackte und mit einem BH gefesselte Leiche der 31-Jährigen damals gefunden wurde, stellte die Kriminalpolizei fest, dass sie bereits seit mehreren Wochen tot sein musste. Schon einen Tag später war die seit Anfang Februar vermisste Frau identifiziert. Das Opfer habe sich vorwiegend im „Göppinger Milieu“ aufgehalten und war zuletzt wohnungslos. Sie hatte Kopfverletzungen und weitere, durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand verursachte Verletzungen, die zu ihrem Tod geführt hatten.