Christliches Jugenddorfwerk in Wiesensteig: CJD beendet Betrieb auf dem Bläsiberg

Der Bläsiberg in Wiesensteig aus der Luft: Über mehrere Jahrzehnte war der Standort des CJD Heimat, Wohnstätte, Lern- und Ausbildungsort für zahlreiche junge Menschen. Zum Ende des Jahres 2026 gibt das CJD die Einrichtung auf; die dortigen Angebote werden an anderen Standorten weitergeführt.
CJD- CJD verlässt den Standort Bläsiberg in Wiesensteig zum Jahresende – Grund ist die Lage.
- Angebote für junge Menschen werden an andere Standorte im Landkreis Esslingen verlagert.
- Am Bläsiberg bot das CJD über Jahrzehnte Wohnen, Lernen und Ausbildung für Menschen mit Beeinträchtigung.
- Die Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen schließt und veräußert das Areal und wird reine Förderstiftung.
- CJD und Stiftung betonen die gute Zusammenarbeit vor Ort und führen die Unterstützung an neuen Orten fort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach mehreren Jahrzehnten enden die Arbeit des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V.) und das Engagement der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen auf dem Bläsiberg in Wiesensteig zum Ende des Jahres. Das teilt der Verein in einem Schreiben mit. Für etliche junge Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen sei die Einrichtung zugleich Heimat, Wohnstätte, Lern- und Ausbildungsort gewesen und habe ihnen wichtige Perspektiven für ihre persönliche und berufliche Entwicklung geboten.
Dem Schritt vorausgegangen sei eine intensive Prüfung verschiedener Möglichkeiten für die zukünftige Ausrichtung des Standorts. Dabei habe sich gezeigt, dass die abgelegene Lage den heutigen Anforderungen an Teilhabe, Selbstständigkeit und Inklusion zunehmend entgegensteht. Das CJD habe sich deshalb dazu entschieden, seine Angebote am Bläsiberg aufzugeben und an andere Standorte im Landkreis Esslingen zu verlagern. „Die Angebote und die damit verbundenen Unterstützungsleistungen für junge Menschen bleiben erhalten und werden bereits an den neuen Standorten weitergeführt“, so der Verein weiter.
Erst Kurheim, dann Bildungsort
„Über Jahrzehnte haben junge Menschen auf dem Bläsiberg Unterstützung, Orientierung und eine berufliche Perspektive erhalten. Dass wir diesen besonderen Standort nun aufgeben, ist deshalb kein leichter Schritt“, sagt Inge Starzmann, Fachbereichsleiterin im CJD Baden-Württemberg. „Gleichzeitig müssen sich unsere Angebote an den Lebensrealitäten und Bedürfnissen junger Menschen orientieren. Mit der Verlagerung an andere Standorte schaffen wir die besten Voraussetzungen für Selbstständigkeit, Teilhabe und eine stärkere Einbindung in das soziale Umfeld.“
Die Geschichte des CJD am Bläsiberg reicht bis in das Jahr 1979 zurück. Nachdem der Bedarf an Kinderkuren Ende der 1970er Jahre zurückgegangen war, suchte die Stiftung der Kreissparkasse Göppingen nach einer neuen Nutzung für das 1961 gegründete Kinderkurheim. Mit dem CJD wurde ein Partner gefunden, der den Gedanken seines Gründers Arnold Dannenmann – jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Geborgenheit und Förderung zu geben – am Bläsiberg weiterentwickeln konnte. In den 1980er Jahren entwickelte sich der Standort zunehmend zu einem Zentrum der beruflichen Rehabilitation. Junge Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt keine Lehrstelle fanden, konnten hier beruflich qualifiziert werden. Im Laufe der Jahre kamen weitere Ausbildungs- und Förderangebote sowie stationäre Hilfen zur Erziehung hinzu, die stetig weiterentwickelt wurden.
Gemeinsame Verantwortung
Die Gebäude und das Grundstück auf dem Bläsiberg befinden sich im Eigentum der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen. Das CJD hat den Standort über die Jahrzehnte als Pächter genutzt und dabei kontinuierlich und vertrauensvoll mit der Stiftung zusammengearbeitet, heißt es in der Mitteilung. Nachdem die gemeinsame Suche nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten keinen Ansatz im Sinne des Stiftungszwecks der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen ergeben hat, sei vom Stiftungsrat beschlossen worden, den Standort Bläsiberg zu schließen und zu veräußern. Die Jugendstiftung wird damit zu einer reinen Förderstiftung, die gemäß ihres Stiftungszwecks Projekte zur Förderung der Jugendpflege und Jugendfürsorge, der Jugendbildung und Jugendsozialarbeit im Landkreis Göppingen unterstützt. Beispiele für die bisherige Fördertätigkeit der Jugendstiftung sind Zuwendungen für das NwT-Bildungshaus in Göppingen, das Kinderhaus K19 in Geislingen oder Spenden an die Häuser der Familie.
CJD und Jugendstiftung blicken zugleich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesensteig und dem Landkreis Göppingen zurück: „Wir sind dankbar für die Unterstützung und die verlässliche Zusammenarbeit, die unsere Arbeit am Bläsiberg über viele Jahre ermöglicht und begleitet haben“, so Starzmann. Mit dem Ende des Betriebs am Bläsiberg gehe ein prägender Abschnitt der Geschichte des CJD und der Jugendstiftung in der Region zu Ende. Die Aufgabe des Standorts bedeute jedoch nicht das Ende der Arbeit für die jungen Menschen, die im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen: Die Angebote des CJD werden an anderen Standorten weitergeführt und dort an den heutigen Anforderungen an eine möglichst selbstständige und teilhabeorientierte Unterstützung ausgerichtet, heißt es abschließend.
Über das CJD
Das CJD ist eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Seine mehr als 11.800 Mitarbeitenden fördern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an über 350 Standorten in Kitas, Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkstätten. Der seit der Gründung des Unternehmens 1947 geprägte Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ bedeutet heute für das CJD, dass jeder Mensch das Recht hat, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterstützt Menschen auf diesem Weg. Es befähigt Menschen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und durch bedürfnisorientierte und vernetzte Angebote ein selbstständiges Leben zu führen.

