Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“
: „Kaputtradeln“ in den Wäldern rund um Fichtenberg

Im letzten Themenschwerpunkt der Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“ geht’s um das Thema Freizeit. „Fury-Tours“ ist ein loser Zusammenschluss von Sportlern, die sich in den Sommermonaten regelmäßig am Donnerstagabend zum Radeln und „Schinden“ treffen.
Von
Axel Theurer
Fichtenberg
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Fury-Tours Mountainbiker Hier sind wir zuhause

Die 20 Mountainbiker von Fury-Tours bei ihrer Ausfahrt am 9. Juli. Einer weiter links hat leider nicht mehr in den Bildausschnitt gepasst.

Axel Theurer
  • Fury-Tours: Eine lose Mountainbike-Gruppe trifft sich donnerstags April bis September.
  • Start ist um 17.30 Uhr in Fichtenberg, E-MTBs und Bio-Bikes fahren gemeinsam.
  • Tempo ist individuell, niemand wird zurückgelassen – Gruppenfoto am Limesturm bei Grab.
  • Typische Runde: etwa 35 Kilometer und rund 600 Höhenmeter, teils flowige Trails.
  • Nach der Tour gibt es Getränke und Grill vor „Furys“ Garage; Licht für den Heimweg nötig.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fichtenberger sind engagiert und gesellig – und zuweilen hart im Nehmen. Das können Mountainbiker hautnah erleben, die sich auf zwei Stollenrädern mit Werner „Fury“ Feucht ins Hinterland des Rottals wagen. Im privat von Feucht organisierten losen Verbund kann jeder ganz ungezwungen mitfahren, der über die entsprechende Ausrüstung verfügt. „Wir sind kein Verein“, bekräftigt Fury, der die private Gruppe vor ungefähr 20 Jahren ins Leben gerufen hatte. Erkennen kann man die Zusammengehörigkeit aber deutlich von Weitem an den einheitlich schwarz-rot bedruckten Radlertrikots.

Jeden Donnerstagabend zwischen April und September treffen sich einige der Radler zur gemeinsamen Tour durch den Schwäbischen Wald, über Felder und Wiesen. In einer Chatgruppe bekommen die treuen Teilnehmer mit, wo der jeweilige Treffpunkt ist. Eine Anwesenheits- oder Anmeldepflicht besteht nicht. Wer Zeit und Lust hat, muss einfach nur pünktlich da sein. Ganz gleich, ob mit einem E-Mountainbike oder ohne Motor. Wer etwas früher kommt, kann auch noch ein kühles Radler genießen, bis alle da sind. Um 17.30 Uhr geht's geschlossen los.

Überholen unmöglich

Am 9. Juli versammeln sich 20 der etwa 40 Aktiven vor Werner Feuchts Garage. Fichtenberger sind dabei, aber auch einige Radler aus Gaildorf, Oberrot, Welzheim und Hessental. „Heute fehlen fünf unserer Mitradler, die sonst immer mit dabei sind“, stellt Werner Feucht fest. Pünktlich radelt die stattliche Gruppe los, den Fahrradweg entlang der L 1066 zur Schanze hinauf und dann rechts weg, hinüber Richtung Glashofen. Das enge, asphaltierte Sträßchen bietet kaum Möglichkeit für größere Fahrzeuge, zu überholen. Als am längeren Aufstieg ein Auto von hinten kommt, rufen ein paar der hinteren Radler „Auto!“ Keine Chance, auszuweichen, der Fahrer muss sich gedulden und hinterherzuckeln, bis eine Möglichkeit für die Radfahrer besteht, an den Rand zu fahren und ihn vorbeizulassen.

Fury-Tours Mountainbiker Hier sind wir zuhause

Mit den „Fury-Tours“ geht es den Trampelpfad hinauf zum Limesturm bei Grab: Werner „Fury“ Feucht (vorne) organisiert die lose Gruppe.

Axel Theurer

Dann geht es über Wiesen, unwegsame schmale Pfade und Waldwege zum Limesturm bei Grab. Dort wird kurz Rast gemacht und ein Gruppenfoto aufgenommen. Das ist inzwischen ein Ritual, damit konsequent dokumentiert ist, wer von den Mitstreitern bei welcher Ausfahrt mit dabei war.

Weiter geht es hoch und runter, auch durch kleine Bäche. Da es schon länger nicht mehr geregnet hat, ist der Wasserstand recht niedrig. Sämtliche Wege drumherum sind staubtrocken. Das spart einem hinterher Zeit und Mühe, das Rad wieder sauberzumachen. Beste Bedingungen also zum Mountainbiken, ohne ungünstige Begebenheiten, wie glitschige Wurzeln. Die Trails sind wunderbar „flowig“, also komfortabel zu fahren, ohne sich über viele Schikanen und Hindernisse kämpfen zu müssen. Wenn auch Spuren von Harvestern manch einen Pfad stark zerfurchen und den Genuss etwas schmälern.

Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“

Die Rundschau nimmt bei der Aktionswoche „Hier sind wir zu Hause“ die Gemeinde Fichtenberg in den Fokus und veröffentlicht täglich einen Beitrag zu einem bestimmten Schwerpunkt. Nach „Wohnen“ sind noch die Themen Familie, Genuss, Freizeit/Natur und Sport/Vereine dran.

Höhepunkt der Aktion ist eine Veranstaltung am Dienstag, 21. Juli, 18 Uhr, an der Gemeindehalle Fichtenberg. Dort stellen sich die Verlagsmitarbeiter der Rundschau vor. Teamleiterin Verena Köger interviewt Bürgermeister Glenk zur Entwicklung der Gemeinde. Wer Fragen an Bürgermeister Glenk richten möchte, die bei der Veranstaltung gestellt werden sollen, schickt diese E-Mail an redaktion.sho@swp.de mit dem Stichwort „Fichtenberg“.

Die Gewinner des Malwettbewerbs des Kindergartens werden gekürt. Es stehen eine Hüpfburg, eine Torwand und ein Glücksrad bereit. Die Bewirtung übernehmen die SK Fichtenberg und Judith’s Kugelschmiede.

Die Bürgerinnen und Bürger haben während der Aktionswoche die Möglichkeit, die Lebensqualität in der Gemeinde Fichtenberg zu bewerten. Einfach über www.swp.de/rundschau/umfrage an der Umfrage teilnehmen. Bewertet wird nach Schulnoten von 1 bis 6.

Die Radler sammeln bei einigen knackigen Anstiegen ordentlich Höhenmeter, bis sie auf dem Flinsberg bei Oberrot ankommen. Bemerkenswert ist, dass jeder der Teilnehmer an der Ausfahrt sein ganz eigenes Tempo wählt. Hier herrscht kein Druck oder Stress, unbedingt mit den Schnellsten mithalten zu müssen. Wer als Erster an einer Weggabelung oder oben auf der Höhe ankommt, wartet, bis alle da sind. Keiner wird zurückgelassen, man achtet aufeinander trotz des losen Verbunds und mit Respekt gegenüber den anderen. Werte werden bei dieser Radlergemeinschaft großgeschrieben, das spürbar große Selbstverständnis sorgt für den starken Zusammenhalt dieser lokalen „Community“.

Eine breite Spanne von Altersgruppen ist darin vertreten. Der Jüngste bei dieser Ausfahrt ist 32, der Älteste ist 73 Jahre alt. Männer wie Frauen sind willkommen im losen Zusammenschluss. Auch wenn nur eine einzige Frau an diesem Tag dabei ist. Über mehr weibliche Teilnehmer würden sich die Radler ausdrücklich freuen. Es wird gescherzt, gelacht und dabei die schöne Natur des Schwäbischen Waldes genossen – mit der gebotenen Achtsamkeit. Ungefähr 35 Kilometer bei etwa 600 Höhenmetern legt die Mannschaft zurück. Für geübte Mountainbiker ist das eine recht gemütliche Feierabendrunde über Stock und Stein.

Vom Flinsberg geht es die Kaffeebergstraße hinunter nach Oberrot und durch das Rottal zurück nach Fichtenberg zu Werner Feuchts Garage. Dort stehen Bierbänke und das kühle Belohnungsbier wartet schon. Schnell ist der Gasgrill angeheizt. Jeder bekommt eine Rote im Weckle auf die Hand. Weitere Snacks werden herumgereicht. Hungrig und durstig geht hier keiner weg. Die Sportler sitzen gerne noch bis in den späten Abend nach Sonnenuntergang bei einem Bier zusammen und reden über dies und das. Uriah Heep klingt dezent im Hintergrund aus dem Radio. „Danke fürs Mitnehmen – danke fürs Hee-Fahra“, also danke für das „Kaputtradeln“, lautet der traditionell konspirative Abschiedsspruch, wenn einer die Gruppe verlässt und sich auf den Heimweg macht. Gegen elf Uhr löst sich die Versammlung vor „Furys“ Garage allmählich auf. Licht am Fahrrad ist auf jeden Fall unverzichtbar für den Heimweg.

Radfahren in Fichtenberg

Die Landfrauen Fichtenberg rund um Gabi Balk haben im Mai ein neues Angebot ins Leben gerufen, das auch Männer und Nichtmitglieder aufs Fahrrad locken soll. Die Touren finden von April bis September jeweils am letzten Donnerstag im Monat statt. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr an der Gemeindehalle, die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Auf der Plattform „komoot“ finden Interessierte den Tourenvorschlag „Fichtenberg erfahren“.

Bei der Aktion „Stadtradeln“, die am 19. Juli zu Ende ging, haben sich in Fichtenberg elf Teams mit 75 Teilnehmern angemeldet. Unter dem Strich hat die Rottalgemeinde 21.027 Kilometer mit dem Drahtesel zurückgelegt. Am Ende ergab sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das das Team „Nachhaltiges Fichtenberg“ knapp mit 4211 Kilometern für sich entschieden hat. Dahinter folgt „Radsport Fichtenberg“ mit 4174 Kilometern. Erstaunlich: Die Gruppe besteht nur aus sechs Fahrern.

Daten und Fakten zum Thema Freizeit in Fichtenberg

Landschaft
Reizvoll ins Rottal eingebettet und geschützt durch die Berghänge des Mainhardter und Murrhardter Waldes bietet Fichtenberg mit seinen Teilorten ideale Voraussetzungen für die Nah- und Ferienerholung. Umgeben von herrlicher Natur liegt die Gemeinde Fichtenberg im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Fichtenberg zeigt dir, wie vielfältig Landschaft sein kann: Von sanften Wiesentälern über dichte Wälder auf sechs bewaldeten Keuperhöhen bis hin zur wilden Romantik des Glattenzainbachs.

Sehenswürdigkeiten
Altes Fachwerk-Rathaus Fichtenberg
Kulturhistorischer Erlebnispfad
Häuserweg
Sühnekreuze in der alten Kirchhofmauer
Kirche St. Georg in Mittelrot
Kilianskirche Fichtenberg
Röterturm auf dem Turmberg
Kleinmuseum Hirschgaß’ 5

Wandern
Das Wanderleitsystem des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald wurde im Mai 2017 in der Gemeinde Fichtenberg mit Unterstützung der Albvereinsortsgruppe realisiert und im Juli 2017 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Insgesamt wurden 163 Pfeilwegweiser mit Orts- und Kilometerangaben aufgestellt.

Hilfreich: Wanderkarte Gemeinde Fichtenberg und Oberrot
Tipp: bwegt-Wanderweg Fichtenberg-Murrhardt (14,27 Kilometer)

Erholung
Beliebter Treffpunkt im Sommer ist der Diebach-Stausee mit Grillplatz, großzügiger Liegewiesen, Wassertretbecken, Spielplatz BMX-Strecke und Einkehrmöglichkeit

Feste und Veranstaltungen
Après-Ski-Party
Maifest
Erlenhoffest
Sonnwendfeuer
Ficht-Fun-Run
Schlachtfest
Adventsbrunnenfest
Weihnachtsmarkt