SWP+SWP+Kindergartenbedarfsplanung in Gaildorf
: Neubau in der Bahnhofstraße wird dringend benötigt

Der Gemeinderat erhält Informationen zum Status quo der elf Gaildorfer Kindergärten. Wie sieht es mit der Auslastung und der Personaldecke aus?
Von
Axel Theurer
Gaildorf
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Evangelischer Schloss-Kindergarten

Der Evangelische Schloss-Kindergarten ist einer von elf Kindergärten in der Schenkenstadt.

Axel Theurer
  • Gaildorf plant Bedarf in Kitas neu – elf Einrichtungen bleiben in Planung enthalten.
  • Hohe Auslastung: 2026/2027 bleiben nur neun Plätze in Kindergärten frei.
  • Neubau Bahnhofstraße: Kocherflotte zieht um, eine zusätzliche Gruppe wird eröffnet.
  • Bei U3 steigt der Betreuungsbedarf, Personal kann derzeit nahtlos nachbesetzt werden.
  • Förderbedarfe erhöhen die Belastung, Diagnostik läuft über Kinderärzte und SPZ.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde ist zur Formulierung einer Kindergartenbedarfsplanung verpflichtet. Darauf weist Ivonne Kahlert, Leiterin des Sachgebiets Bildung und Betreuung bei der Stadt Gaildorf, in der Gemeinderatssitzung am 14. Oktober hin. An der Kindergartenbedarfsplanung sind die Träger der freien Jugendhilfe und die kirchlichen und freien Träger beteiligt.

Ivonne Kahlert berichtet, dass nach der Datenerhebung im Sommer Besprechungen in der Kindergartenleitungsrunde, in der Trägerkonferenz und im Ausschuss Bildung und Betreuung der Stadt Gaildorf erfolgt sind. Kahlert gibt den Räten einen Überblick über die Geburtenzahlen. Diese seien seit 2021 leicht zurückgegangen. Diese trifft laut statistischem Landesamt auf ganz Deutschland zu. Das lasse sich beispielsweise mit finanziellen Unsicherheiten oder auch dem Familien- und Lebensmodellwandel erklären. Die Sachgebietsleiterin berichtet, dass 315 Kinder innerhalb eines Jahres zugezogen sind und 309 die Gemeinde verlassen haben. „Das ist relativ ausgeglichen“, urteilt sie.

Hohe Auslastung

Daraufhin erläutert Ivonne Kahlert den „interessantesten Part“, die Auslastung der einzelnen Gruppen in den elf Gaildorfer Kindergärten im Juli 2026. Insgesamt bleiben neun verfügbare Plätze im Kita-Jahr 2026/2027 übrig, vier im Kindergarten „Dorfhüpper“ in Ottendorf, drei in der „Kocheraue“ im Teilort Großaltdorf und zwei im evangelischen Kindergarten „Sprungbrett“. Zwei bis drei Krippenplätze sind im evangelischen Kinderhaus „Kunterbunt“ noch frei, in der „Kocheraue“ sind noch zwei verfügbar und in der „Kocherflotte“ fünf. Einzelne Gruppen seien ab April oder Mai voll belegt. Es gebe zwar Wechsel beim Personal. Freie Stellen könnten aber „ziemlich nahtlos“ nachbesetzt werden. Bei Kindern unter drei Jahren steige der Betreuungsbedarf an.

Allerdings erfasst laut Sitzungsvorlage nicht jeder der noch offenen Plätze auch den Bedarf der Familien. Nicht jede Einrichtung bietet passende Betreuungszeiten für alle Familien an. Oder die Einrichtungen sind womöglich vom anderen Teil der Stadt schwer zu erreichen. Dennoch könne mit den freien Plätzen der Rechtsanspruch erfüllt werden. In voll belegten Einrichtungen findet „der Kindergartenalltag nach Aufnahme aller registrierten Kinder konstant auf Höchstbelegung statt“. Bei steigendem Förderbedarf sei dies eine besondere Herausforderung.

Landkreis Hall

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Aufgrund von zwei Neubaugebieten rechnet Ivonne Kahlert damit, dass die zurückgegangene Geburtenrate ausgeglichen wird. Der Kindergarten Kocherflotte wird vom Hohbühl mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen in den Neubau in der Bahnhofstraße umziehen. Die Bauarbeiten des neuen Gebäudes haben bereits begonnen. Dort soll auch eine weitere Gruppe eröffnet werden. „Diese wird nötig sein und belegt werden“, weiß Ivonne Kahlert. Die Einrichtung bietet zudem Kapazität für eine sechste Gruppe.

Erhöhter Betreuungsbedarf entstehe außerdem bei Einzelinklusion. Außerdem gebe es Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt werden oder Unterstützung beim Spracherwerb benötigen. Die Förderbedarfe sorgen für eine hohe Auslastung der Betreuerinnen. „Das kann vom Arbeitspensum einer Überbelegung durchaus gleichkommen“, erklärt Ivonne Kahlert. „Das spüren die Erzieherinnen.“ Es gebe auch Kinder, die sozial oder emotional auffällig sind.

Förderbedarf ermitteln

Dass sich das Personal in Gaildorf offenkundig wohlfühlt und nicht schwindet, hebt Stadtrat Dirk Walz (CDU) hervor: „Das ist eine sehr positive Nachricht.“ Er möchte wissen, nach welchen Kriterien verhaltensauffällige und förderbedürftige Kinder ermittelt werden und wie über den Förderbedarf entschieden wird. „Das dürfen Sie ja bestimmt nicht einfach Pi mal Daumen bestimmen.“ Er ist selbst Lehrer. Nach seiner Beobachtung könnte man manchmal denken, dass beinahe jedes zweite Kind infrage käme. „Bei der Diagnostik ist auch der Kinderarzt mit im Boot“, antwortet Ivonne Kahlert.

„Kinder, die Einzelinklusion genehmigt bekommen, haben einen stark erhöhten Förderbedarf.“ Die Familien mit solchen Kindern müssten laut Kahlert „mehrere Stationen an Diagnostiken“ durchlaufen. Am sozialpädiatrischen Zentrum im Haller Diak gebe es dazu jeweils zwei Untersuchungstermine. „Das ist die ausführlichste Untersuchung, die ein Kind bekommen kann. Ein Untersuchungstag zielt auf die psychisch-kognitive Entwicklung des Kindes ab, der zweite auf die körperliche. Da werden auch Hirnströme gemessen. Kinder, die Einzelinklusion genehmigt bekommen, sind in der Regel im sozialpädiatrischen Zentrum vorgestellt worden.“ Einen Anstieg dieser Diagnostiken kann Kahlert aber nicht feststellen, merkt sie auf Nachfrage von Dirk Walz an. „Nach meiner persönlichen Erfahrung ist das ausgeglichen.“ Zahlen dazu lägen ihr jedoch nicht vor.

Christel Hofmann-Alber (SPD) bedankt sich bei Ivonne Kahlert für die gute Arbeit, die hohe Qualität der Gaildorfer Kindergärten aufrechtzuerhalten. Der neue Kindergarten in der Bahnhofstraße sei zwar „ein enorm umstrittenes Projekt“. Die Kindergartenbedarfsplanung untermauere jedoch, dass die neue Einrichtung dringend benötigt wird. Gaildorf verfüge über den „Luxus“, erfreulich viel Personal zu haben. Andere Kommunen müssten Kindergartengruppen schließen, da Personal fehlt. Die Ausstattung der Gaildorfer Kindergärten sei „auf sehr hohem Niveau“. Die Räte applaudieren auf die Tische klopfend und votieren einstimmig für die Aufnahme aller elf Kindergärten in die Kindergartenbedarfsplanung.