Corona Landkreis Schwäbisch Hall 16.2.
: Steigende Inzidenz – nur fünf freie Intensivbetten – weniger aktuell Infizierte

Die Inzidenz im Landkreis liegt laut Landratsamt Schwäbisch Hall (LRA SHA) inzwischen wieder bei knapp 120. Auch wenn die Zahl der Corona-Patienten in den Kreiskrankenhäusern auf Intensivstation gleich blieb, hat sich die Zahl der freien Betten stark verringert.
Von
Götz H. Greiner
Landkreis Schwäbisch Hall
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In der Intensivstation des Crailsheimer Klinikums sind keine Plätze frei, meldet das DIVI Intensivregister. (Symbolbild)

Armando Franca/dpa
  • Aktuelle Zahlen: Das sind die Daten vom Gesundheitsamt im LRA SHA vom 16. Februar. Wegen eines Brandes in der Tiefgarage der Kreisverwaltung sind die Zahlen vom 17. erst am 18. Februar erschienen - hier finden Sie sie.
  • Inzidenzwert Landkreis Schwäbisch Hall: 18 positive Fälle sind am Dienstag gemeldet worden. Das sind zwar drei weniger als am Montag. Dennoch steigt die 7-Tage-Inzidenz auf 119,9. In den vergangenen Tagen sind insbesondere wegen eines Ausbruchs bei Kärcher in Obersontheim, bei Würth in Künzelsau und Binder in Oberrot zahlreiche Fälle dazugekommen.
  • Gesundete: 22 Menschen gelten seit Dienstag als von Covid-19geheilt. Die Bilanz ist also eine positive: Die Zahl der aktuell Infizierten sinkt um vier auf 256.
  • Corona- und Intensivstationen: Am Freitag, 12. Februar, lagen laut LRA 12 Patienten auf den Corona-Stationen im Landkreis (acht im Diak Schwäbisch Hall, vier im Kreisklinikum Crailsheim). Drei weitere Patienten auf den Stationen sind Verdachtsfälle (SHA: drei, CR: keiner). Außerdem waren drei Corona-Patienten in Schwäbisch Hall und einer in Crailsheim auf der Intensivstation, meldet das LRA. Auch am Dienstag meldet DIVI-Intensivregister vier Covid-Patienten auf den Intensivstationen im Kreis, einer davon werde invasiv beatmet. Außerdem seien von 47 Betten nur noch fünf verfügbar (Stand: 16.19 Uhr). Am Montag waren es noch elf. Die Intensivstation des Crailsheimer Klinikums ist voll, in Hall sind nur noch High-Care-Plätze frei (siehe Infobox unten). Grund dafür können die Dienstpläne in den Kliniken sein und andere Patienten, die intensiv betreut werden müssen.
  • Inzidenzwert 0: Nur zwei Gemeinden im Kreis Hall haben aktuell einen Inzidenzwert von 0. Aus Langenburg ist seit elf Tagen kein Neuinfizierter gemeldet worden, aus Untermünkheim seit 28 Tagen.
  • Anteil Infizierter: Mittlerweile waren oder sind 2,45 Prozent der Bewohner des Landkreises Hall mit dem Coronavirus infiziert. Die Gemeinde mit dem höchsten Wert ist weiterhin Stimpfach (4,3 Prozent), gefolgt von Crailsheim (3,5 Prozent) sowie Gaildorf undKirchberg (beide 3,2 Prozent). Die Gemeinden mit den kleinsten Anteilen Corona-Infizierter sind Michelbach/Bilz (1,3 Prozent), Sulzbach-Laufen sowie Schrozberg (beide 1,4 Prozent).
    Lange Zeit war Wolpertshausen die Gemeinde mit den wenigsten Infizierten seit März. Aber einige Infektionen in den vergangenen Wochen haben die drittkleinste Gemeinde im Kreis auf Platz fünf dieser Liste geschoben.
  • Inzidenzwerte der Gemeinden: Drei Gemeinden haben einen Inzidenzwert von 200 und mehr: Schwäbisch Hall (200), Ilshofen (210) und Wolpertshausen (218).
  • Thema: Die Ausgangssperre ist aufgehoben. Doch die Ausgangssperre dauert an. Außerdem: Querdenker in Crailsheim distanzieren sich von „Querdenken“ und in Hall dürfen sie nicht demonstrieren – dabei hatte sich der Gründer der Bewegung angekündigt. Mehr dazu am Ende des Artikels

Aktuelle Zahlen vom Landratsamt Schwäbisch Hall am 16.2.

In Klammer steht die Veränderung zur Meldung am 16. Februar:

  • 7-Tages-Inzidenz im Kreis SHA: 119,9 (+2,5)
  • Infizierte seit März: 5205 (+18)
  • Corona-Tote: 151 (±0)
  • Derzeit Infizierte: 256 (-4)

Das sind die Zahlen aus den Gemeinden im Landkreis SHA

In Klammern stehen die Veränderungen zur Meldung am 14. Februar.

  • Blaufelden: 124 (+1)
  • Braunsbach: 63 (+1)
  • Bühlertann: 82 (+2)
  • Bühlerzell: 51 (+0)
  • Crailsheim: 1211 (+3)
  • Fichtenau: 127 (+1)
  • Fichtenberg: 84 (+0)
  • Frankenhardt: 143 (+2)
  • Gaildorf: 383 (+2)
  • Gerabronn: 77 (+0)
  • Ilshofen: 133 (+0)
  • Kirchberg/Jagst: 140 (+0)
  • Kreßberg: 89 (+0)
  • Langenburg: 29 (+0)
  • Mainhardt: 162 (+0)
  • Michelbach/Bilz: 45 (+0)
  • Michelfeld: 110 (+0)
  • Oberrot: 112 (+0)
  • Obersontheim: 142 (+0)
  • Rosengarten: 129 (+1)
  • Rot am See: 107 (+0)
  • Satteldorf: 101 (+0)
  • Schrozberg: 80 (+0)
  • Schwäbisch Hall: 994 (+4)
  • Stimpfach: 134 (+0)
  • Sulzbach-Laufen: 34 (+0)
  • Untermünkheim: 73 (+0)
  • Vellberg: 117 (+1)
  • Wallhausen: 88 (+0)
  • Wolpertshausen: 41 (+0)

Anteil der bereits Infizierten in den Gemeinden am 16.2.

  • Michelbach/Bilz: 1,31%
  • Sulzbach-Laufen: 1,36%
  • Schrozberg: 1,37%
  • Langenburg: 1,55%
  • Wolpertshausen: 1,78%
  • Gerabronn: 1,80%
  • Satteldorf: 1,81%
  • Rot am See: 1,98%
  • Ilshofen: 1,99%
  • Kreßberg: 2,24%
  • Blaufelden: 2,35%
  • Wallhausen: 2,36%
  • Untermünkheim: 2,43%
  • Schwäbisch Hall: 2,45%
  • Rosengarten: 2,51%
  • Bühlerzell: 2,52%
  • Braunsbach: 2,54%
  • Vellberg: 2,61%
  • Bühlertann: 2,68%
  • Mainhardt: 2,70%
  • Obersontheim: 2,74%
  • Fichtenau: 2,78%
  • Fichtenberg: 2,81%
  • Michelfeld: 2,90%
  • Frankenhardt: 2,92%
  • Oberrot: 3,10%
  • Kirchberg/Jagst: 3,17%
  • Gaildorf: 3,18%
  • Crailsheim: 3,51%
  • Stimpfach: 4,33%

Nächtliche Ausgangssperre gilt wieder – „Querdenker“ im Landkreis

Das Haller Landratsamt hat am Donnerstag eine Allgemeinverfügung erlassen. Deshalb gilt seit Freitag im Kreisgebiet wieder eine nächtliche Ausgangssperre - zunächst befristet bis zum 22. Februar. In welchem Zeitraum Bürger zu Hause bleiben müssen und wie das Landratsamt die Maßnahme begründet, gibt es hier zu lesen.

Die „Querdenker“ in Crailsheim nennen sich selbst jetzt anders. Warum und wie sie sich nennen, lesen Sie hier. Außerdem wollte Michael Ballweg am Donnerstag bei einer Demo von „Querdenken 791“ sprechen. Doch den Termin muss der Gründer der Bewegung verschieben. Die Stadtverwaltung hat Versammlungen verboten.

High Care und Low Care

Zu den Behandlungsplätzen der „Low-Care“ gehören laut DIVI Plätze der Intensivmedizin mit einer einfachen Versorgungsstufe. Diese Ausstattung ist dort vorhanden:

Basismonitoring (Herzfrequenzmessung,Blutdruckmessung, Blut-Sauerstoffsättigung-Messung)

nicht-invasive Beatmung oder High-Flow-Sauerstofftherapie (hier wird der Patient über eine Mund-Nasen-Maske oder über eine „Brille“ direkt in die Nase mit einem Sauerstoff-Gasgemisch versorgt) oder Patienten mit Luftröhrenschnitt, die vom Beatmungsgerät entwöhnt werden (tracheotomierte Patienten im Weaning).

Die High-Care-Behandlungsplätze umfassen höhere Anforderungen an die Behandlungsmöglichkeiten:

Basismonitoring

differenzierte Katecholamin-Therapie (z.B. mit Dopamin, Noardrenalin, Adrenalin)

kontrollierte invasive Beatmung mittels Intensivbeatmungsgeräten (Tubus in der Luftröhre, Kanüle in der Luftröhre) muss zu jeder Tageszeit an jedem Wochentag möglich sein

Vorhanden sein sollten: Erweitertes Monitoring mit z. B. Echokardiographie („Herzecho“ mit einem Ultraschallgerät) oder Thermodilutionsverfahren (um die Leistung des Herzens zu überprüfen (Messung des „Herzminutenvolumens“))

Lagerungstherapie (mit Bauchlagerung)

Möglichkeiten zur Organersatztherapie (zum Beispiel Nierenersatzverfahren)