Inzidenz Corona Landkreis Schwäbisch Hall 17.2.
: Hall übersteigt 1000er-Marke – drei Patienten invasiv beatmet

Am Mittwochabend hat ein Brand das Landratsamt Schwäbisch Hall (LRA SHA) lahmgelegt. Das Gesundheitsamt hat weiter gearbeitet mit der Kontaktverfolgung.
Von
Götz H. Greiner
Landkreis Schwäbisch Hall
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In der Intensivstation des Crailsheimer Klinikums sind keine Plätze frei, meldet das DIVI Intensivregister. Die Zahl der invasiv beatmeten Corona-Patienten hat sich erhöht (Symbolbild)

Robert Michael/dpa
  • Aktuelle Zahlen: Das sind die Daten vom Gesundheitsamt im LRA SHA vom 17. Februar. Trotz eines Brandes in der Tiefgarage der Kreisverwaltung hat das Gesundheitsamt am Mitwoch weiter an der Kontaktverfolgung gearbeitet. Die Zahlen wurden jedoch erst am 18. Januar veröffentlicht.
  • Inzidenzwert Landkreis Schwäbisch Hall: Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis beträgt jetzt 106,2. Vor allem ein Ausbruch bei Kärcher in Obersontheim bereitet dem Gesundheitsamt noch Arbeit (lesen Sie hier mehr dazu). 20 Neuinfizierte meldete das Amt am Mittwoch.
  • 1000er-Marke: Schwäbisch Hall ist die zweite Kommune im Kreis, die die Marke von 1000 seit März infizierten Bürgern überschritten hat: 1003 Haller haben sich bereits mit dem Coronavirus infiziert. Der Wert aus Crailsheim war bereits am 8. Januar vierstellig, inzwischen ist er bei 1215.
  • Corona- und Intensivstationen: Knapp 13 Prozent der Patienten auf den Intensivstationen im Landkreis Schwäbisch Hall sind mit dem Coronvirus infiziert, laut DIVI-Intensivregister: In sechs von 43 belegten Betten. Drei der Covid-19-Patienten müssen invasiv beatmet werden, am Dienstag war es noch einer. In Crailsheim sind alle Plätze belegt, nur vier freie Betten mit High-Care-Versorgung (siehe Info) gibt es zur Zeit im Diak in Schwäbisch Hall
  • Inzidenzwert 0: Drei Gemeinden im Kreis Hall haben aktuell einen Inzidenzwert von 0. Schrozberg ist seit sieben Tagen frei von Neuinfektionen. Aus Langenburg ist seit zwölf Tagen kein Neuinfizierter gemeldet worden, aus Untermünkheim seit 29 Tagen.
  • Anteil Infizierter: Mittlerweile waren oder sind 2,47 Prozent der Bewohner des Landkreises Hall mit dem Coronavirus infiziert. Die Gemeinde mit dem höchsten Wert ist weiterhin Stimpfach (4,3 Prozent), gefolgt von Crailsheim (3,5 Prozent) sowie Gaildorf undKirchberg (beide 3,2 Prozent). Die Gemeinden mit den kleinsten Anteilen Corona-Infizierter sind Michelbach/Bilz (1,3 Prozent), Sulzbach-Laufen sowie Schrozberg (beide 1,4 Prozent).
    Lange Zeit war Wolpertshausen die Gemeinde mit den wenigsten Infizierten seit März. Aber einige Infektionen in den vergangenen Wochen haben die drittkleinste Gemeinde im Kreis auf Platz fünf dieser Liste geschoben.
  • Inzidenzwerte der Gemeinden: Die Gemeinden Schwäbisch Hall (185), Ilshofen (195) und Wolpertshausen (87) haben am Mittwoch den Schritt unter die 200er-Marke gemacht. Damit hat keine Kommune im Landkreis einen Wert von mehr als 200.
  • Thema: Die Ausgangssperre ist aufgehoben. Doch die Ausgangssperre dauert an. Außerdem: Querdenker in Crailsheim distanzieren sich von „Querdenken“ und in Hall dürfen sie nicht demonstrieren – dabei hatte sich der Gründer der Bewegung angekündigt. Mehr dazu am Ende des Artikels

Aktuelle Zahlen vom Landratsamt Schwäbisch Hall am 17.2.

In Klammer steht die Veränderung zur Meldung am 16. Februar:

  • 7-Tages-Inzidenz im Kreis SHA: 106,2 (-13,7)
  • Infizierte seit März: 5225 (+20)
  • Corona-Tote: 151 (±0)
  • Derzeit Infizierte: 262 (+6)

Das sind die Zahlen aus den Gemeinden im Landkreis SHA

In Klammern stehen die Veränderungen zur Meldung am 16. Februar.

  • Blaufelden: 124 (+0)
  • Braunsbach: 63 (+0)
  • Bühlertann: 82 (+0)
  • Bühlerzell: 51 (+0)
  • Crailsheim: 1215 (+4)
  • Fichtenau: 128 (+1)
  • Fichtenberg: 84 (+0)
  • Frankenhardt: 143 (+0)
  • Gaildorf: 383 (+0)
  • Gerabronn: 77 (+0)
  • Ilshofen: 133 (+0)
  • Kirchberg/Jagst: 140 (+0)
  • Kreßberg: 89 (+0)
  • Langenburg: 29 (+0)
  • Mainhardt: 162 (+0)
  • Michelbach/Bilz: 45 (+0)
  • Michelfeld: 110 (+0)
  • Oberrot: 115 (+3)
  • Obersontheim: 142 (+0)
  • Rosengarten: 132 (+3)
  • Rot am See: 107 (+0)
  • Satteldorf: 101 (+0)
  • Schrozberg: 80 (+0)
  • Schwäbisch Hall: 1003 (+9)
  • Stimpfach: 134 (+0)
  • Sulzbach-Laufen: 34 (+0)
  • Untermünkheim: 73 (+0)
  • Vellberg: 117 (+0)
  • Wallhausen: 88 (+0)
  • Wolpertshausen: 41 (+0)

Anteil der bereits Infizierten in den Gemeinden am 16.2.

  • Michelbach/Bilz: 1,31%
  • Sulzbach-Laufen: 1,36%
  • Schrozberg: 1,37%
  • Langenburg: 1,55%
  • Wolpertshausen: 1,78%
  • Gerabronn: 1,80%
  • Satteldorf: 1,81%
  • Rot am See: 1,98%
  • Ilshofen: 1,99%
  • Kreßberg: 2,24%
  • Blaufelden: 2,35%
  • Wallhausen: 2,36%
  • Untermünkheim: 2,43%
  • Schwäbisch Hall: 2,47%
  • Bühlerzell: 2,52%
  • Braunsbach: 2,54%
  • Rosengarten: 2,56%
  • Vellberg: 2,61%
  • Bühlertann: 2,68%
  • Mainhardt: 2,70%
  • Obersontheim: 2,74%
  • Fichtenau: 2,80%
  • Fichtenberg: 2,81%
  • Michelfeld: 2,90%
  • Frankenhardt: 2,92%
  • Kirchberg/Jagst: 3,17%
  • Gaildorf: 3,18%
  • Oberrot: 3,19%
  • Crailsheim: 3,52%
  • Stimpfach: 4,33%

Nächtliche Ausgangssperre gilt wieder – „Querdenker“ im Landkreis

Das Haller Landratsamt hat am Donnerstag eine Allgemeinverfügung erlassen. Deshalb gilt seit Freitag im Kreisgebiet wieder eine nächtliche Ausgangssperre - zunächst befristet bis zum 22. Februar. In welchem Zeitraum Bürger zu Hause bleiben müssen und wie das Landratsamt die Maßnahme begründet, gibt es hier zu lesen.

Die „Querdenker“ in Crailsheim nennen sich selbst jetzt anders. Warum und wie sie sich nennen, lesen Sie hier. Außerdem wollte Michael Ballweg am Donnerstag bei einer Demo von „Querdenken 791“ sprechen. Doch den Termin muss der Gründer der Bewegung verschieben. Die Stadtverwaltung hat Versammlungen verboten.

High Care und Low Care

Zu den Behandlungsplätzen der „Low-Care“ gehören laut DIVI Plätze der Intensivmedizin mit einer einfachen Versorgungsstufe. Diese Ausstattung ist dort vorhanden:

Basismonitoring (Herzfrequenzmessung,Blutdruckmessung, Blut-Sauerstoffsättigung-Messung)

nicht-invasive Beatmung oder High-Flow-Sauerstofftherapie (hier wird der Patient über eine Mund-Nasen-Maske oder über eine „Brille“ direkt in die Nase mit einem Sauerstoff-Gasgemisch versorgt) oder Patienten mit Luftröhrenschnitt, die vom Beatmungsgerät entwöhnt werden (tracheotomierte Patienten im Weaning).

Die High-Care-Behandlungsplätze umfassen höhere Anforderungen an die Behandlungsmöglichkeiten:

Basismonitoring

differenzierte Katecholamin-Therapie (z.B. mit Dopamin, Noardrenalin, Adrenalin)

kontrollierte invasive Beatmung mittels Intensivbeatmungsgeräten (Tubus in der Luftröhre, Kanüle in der Luftröhre) muss zu jeder Tageszeit an jedem Wochentag möglich sein

Vorhanden sein sollten: Erweitertes Monitoring mit z. B. Echokardiographie („Herzecho“ mit einem Ultraschallgerät) oder Thermodilutionsverfahren (um die Leistung des Herzens zu überprüfen (Messung des „Herzminutenvolumens“))

Lagerungstherapie (mit Bauchlagerung)

Möglichkeiten zur Organersatztherapie (zum Beispiel Nierenersatzverfahren)