Wahl am Sonntag, 17. Mai: Wer wird Bürgermeisterin oder Bürgermeister von Gerabronn?

Die Bürgermeisterkandidatin und die Bürgermeisterkandidaten in Gerabronn. Geht es in die Stichwahl oder fällt am Sonntag die Entscheidung?
privat, dpa- Gerabronn wählt am Sonntag, 17. Mai 2026 – Ergebnis gegen 18.45 Uhr in der Stadthalle.
- Wahllokale 8–18 Uhr: Bürgersaal, Schulzentrum, Amlishagen, Dünsbach, Michelbach/Heide.
- Fünf Kandidierende: Carmen Class, Kevin Leiser, Sven Bühler, Jens Radtke, Jonas Mauch.
- Gewählt ist, wer über 50 Prozent erhält, sonst Stichwahl am 14. Juni.
- Anlass der Neuwahl ist der tödliche Unfall des Amtsinhabers Christian Mauch im Februar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Sie können mit Ihrer Stimme entscheiden, wer künftig die Geschicke der Stadt Gerabronn lenken und Ihr Bürgermeister / Ihre Bürgermeisterin werden soll“, schreibt die stellvertretende Bürgermeisterin Heidegret Mayer in ihrem Wahlaufruf auf der städtischen Internetseite. Weiter heißt es da: „Demokratie lebt vom Mitmachen, gehen Sie deshalb am 17. Mai 2026 zur Wahl und nutzen Sie Ihr demokratisches Recht!“
Die Wahlberechtigten können ihre Stimmen von 8 bis 18 Uhr im Bürgersaal und in der Cafeteria im Schulzentrum in Gerabronn, im Gemeindesaal von Amlishagen, im ehemaligen Schulgebäude von Dünsbach und im ehemaligen Schulgebäude von Michelbach/Heide abgeben. Ausgezählt wird direkt nach Schließung der Wahllokale. Das Ergebnis soll bei einem kleinen Empfang in der Stadthalle gegen 18.45 Uhr verkündet werden.
Einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin bekommt Gerabronn am Sonntag nur dann, wenn ein Kandidat oder die Kandidatin mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Ansonsten muss eine Stichwahl am 14. Juni die Entscheidung bringen.
Eine Bewerberin und vier Bewerber treten an – hier ist die Übersicht (sortiert nach dem Zeitpunkt des Eingangs der Bewerbung):
1. Carmen Class

Bürgermeisterkandidatin Carmen Class
Sebastian UnbehauenDie 51-Jährige ist vom klassischen Verwaltungsfach. Nach ihrem Studium im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst war sie 14 Jahre lang Haupt- und Ordnungsamtsleiterin in Creglingen im Main-Tauber-Kreis, ehe sie im Jahr 2013 Hauptamtsleiterin in Künzelsau wurde. Im vergangenen Jahr wollte sie Sozial- und Kulturbürgermeisterin in Schwäbisch Hall werden, der Gemeinderat entschied sich aber für Marcel Miara.
Bei ihren bisherigen beruflichen Stationen hatte Class laut Mitteilung „Führungs- und Budgetverantwortung für ein großes kommunales Aufgabenspektrum, arbeitete mit politischen Gremien, unterschiedlichsten öffentlichen Institutionen und Behörden, Vereinen und Verbänden, und der Bürgerschaft zusammen“. Als Diplom-Verwaltungswirtin kenne sie „die Vielfalt kommunaler Themen, die Dynamik der Verwaltungsarbeit und die Bedeutung eines respektvollen, zielgerichteten Miteinanders mit Mitarbeiterinnen, Bürgerinnen und Bürgern sowie politischen Gremien“. Die Kandidatin betont, sie wolle ihr Fachwissen und ihre Erfahrung nutzen, um Gerabronn weiterzuentwickeln.
Der ländliche Raum stehe vor besonderen Herausforderungen, schreibt Class: „Die Sicherung der Infrastruktur, der Ausbau von schnellem Internet, die Stärkung von Vereinen und Ehrenamt sowie die Frage, wie unsere Heimat auch für junge Menschen attraktiv bleibt.“ Mit Herz und Verstand wolle sie die Aufgaben angehen – „mit Herz bei den Menschen und mit Verstand in die Zukunft“. Sie verspricht eine offene und transparente Rathauspolitik sowie eine umfassende Bürgerbeteiligung in allen wichtigen Angelegenheiten der Stadt.
Carmen Class ist verheiratet mit dem ehemaligen Langenburger Bürgermeister Wolfgang Class. Sie hat zwei Kinder und lebt seit 23 Jahren in Langenburg. Hohenlohe sei ihr in dieser Zeit zur Heimat geworden.
Lesen Sie hier ein ausführlicheres Class-Porträt.
2. Kevin Leiser

Bürgermeisterkandidat Kevin Leiser
privatFür das Amt sieht sich der 32-Jährige gut vorbereitet – als ehemaliger Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Blaufelden, ehemaliger Kreisrat und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. „Dabei zählen auch Führungs- und Verwaltungserfahrungen zu meinem Rüstzeug“, betont Leiser. „Ich bin strukturiert, zielstrebig und Teamplayer.“
Der Kandidat ist amtierender SPD-Kreisvorsitzender und Vorsitzender des SC Wiesenbach. Gerade erst wurde er zum Vorsitzenden des Sportkreises Schwäbisch Hall gewählt. Dem Deutschen Bundestag gehörte er ab 2021 an. Im vergangenen Jahr verpasste Leiser den Wiedereinzug.
Der Stadt Gerabronn sei er besonders verbunden: „Am Gymnasium bin ich selbst zur Schule gegangen und auch aktuell als Lehrer tätig.“ Er habe sich sehr darüber gefreut, „dass mich in den letzten Wochen viele Bürgerinnen und Bürger dazu aufgefordert haben, als Bürgermeister für Gerabronn zu kandidieren“. Er wolle „Lösungen für unsere Herausforderungen finden und umsetzen“ und „dafür arbeiten, dass es uns weiterhin gut geht“.
Gerabronn habe in den letzten Jahren viel erreicht. „Dazu zählen die Schaffung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), die weitere Erschließung von Wohngebieten sowie die Verbesserung der Internetversorgung“, schreibt Leiser. „Diese Erfolgsgeschichte möchte ich gemeinsam mit allen Gerabronnerinnen und Gerabronnern fortführen.“
Lesen Sie hier ein ausführlicheres Leiser-Porträt.
3. Sven Bühler

Bürgermeisterkandidat Sven Bühler
Sebastian UnbehauenAuf seiner Homepage beschreibt der 44-Jährige seinen Werdegang kurz wie folgt: „Aufgewachsen bin ich in Heimsheim, einer Stadt etwa so groß wie Gerabronn. Nach zwei Ausbildungen und Stationen in Köln, Berlin und Wolfsburg, habe ich lange Zeit in Karlsruhe gelebt. Dort war ich in der Kommunalpolitik aktiv, zudem engagiere ich mich noch immer ehrenamtlich bei der Feuerwehr. In Karlsruhe habe ich unter anderem das Amt des Abteilungskommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Durlach begleitet. Aktuell wohne ich mit meiner Familie in Schwäbisch Hall und bin daher kein Gerabronner.“
Er bewerbe sich bewusst als Außenstehender, „weil ich so unvoreingenommen auf offene Probleme und Strukturen schaue und vor allem unabhängig von lokalen Netzwerken, Vereinen sowie alten Konflikten bin“. Das Wort „unabhängig“ hat Bühler im Original durchgehend mit Großbuchstaben geschrieben.
Hauptziele des Kandidaten sind die Stärkung von Familien durch gute, günstige Betreuung, Sicherheit sowie eine gute Gesundheitsversorgung. Außerdem seien ihm als Betriebswirt solide Finanzen sehr wichtig.
Lesen Sie hier ein ausführlicheres Bühler-Porträt.
4. Jens Radtke

Bürgermeisterkandidat Jens Radtke
Sebastian Unbehauen„Ich kandidiere – und ich komme nicht aus der Politik.“ Mit diesem Satz hat Jens Radtke auf Facebook seine Bewerbung um den Chefposten im Gerabronner Rathaus bekannt gegeben. Er trete an, weil er finde: „Es braucht jemanden, der zuhört, anpackt und Dinge einfach macht – statt nur darüber zu reden.“ Er wolle bewusst auf große Versprechen verzichten und stattdessen pragmatisch handeln.
Der 37-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er wuchs in Gerabronn auf und lebt mit seiner Familie in Billingsbach. Radtke arbeitet als Servicetechniker im Bereich Wartung und Qualitätssicherung – „mitten im Leben“, wie er in einer Pressemitteilung zu seiner Kandidatur betont. Neben seinem Beruf engagiert er sich in der Feuerwehr.
Er wolle Verantwortung übernehmen und die zukünftige Entwicklung von Gerabronn aktiv mitgestalten, schreibt Radtke. Als inhaltliche Schwerpunkte nennt er „eine verlässliche Infrastruktur, die Unterstützung von Vereinen und Ehrenamt sowie gute Rahmenbedingungen für Familien“. Er setze auf eine enge Zusammenarbeit von Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft sowie auf transparente Entscheidungsprozesse.
Lesen Sie hier ein ausführlicheres Radtke-Porträt.
5. Jonas Mauch

Bürgermeisterkandidat Jonas Mauch
Sebastian UnbehauenDer 35-jährige Bruder des verunglückten Bürgermeisters Christian Mauch stammt aus Elpershofen, machte sein Abitur 2011 am Gymnasium Gerabronn und ist vom Fach: Nach der Schule absolvierte er ein Verwaltungsstudium. Von 2015 bis 2018 war Mauch als Ordnungsamtsleiter und stellvertretender Hauptamtsleiter von Meßstetten tätig, wechselte dann als Hauptamtsleiter nach Pfaffenhofen im Landkreis Heilbronn, ehe er hauptamtlicher Ortsvorsteher der Nürtinger Stadtteile Raidwangen und Reudern wurde. Seit 2024 arbeitet er beim baden-württembergischen Sozialministerium.
„Ich identifiziere mich mit Gerabronn, meinem Heimatort, und möchte die hervorragende Arbeit der letzten Jahre und Jahrzehnte, des Gemeinderates und der Ortschaftsräte gemeinsam mit der Stadtverwaltung, weiter fortführen und Gerabronn zukunftsfähig gestalten“, schreibt er in einer Mitteilung. An der Stadt schätze er den „unglaublichen Zusammenhalt, das gute Miteinander, die Individualität der Teilorte“ sowie „das große Angebot vor Ort für Klein und Groß“. Viele Projekte seien angestoßen oder am Laufen: „Darauf möchte ich aufbauen!“
Lesen Sie hier ein ausführlicheres Mauch-Porträt.
Unser Bericht zur offiziellen Kandidatenvorstellung der Stadt Gerabronn:
Videos von den Reden der Kandidatin und der Kandidaten gibt es hier.
Unsere Berichte zum HT-Wahlforum in der Stadthalle:
Gerabronn muss wählen, weil der beliebte Amtsinhaber Christian Mauch im Februar tödlich verunglückte. Unseren Nachruf lesen Sie hier.
Eine Fristverlängerung für die Abhaltung der Bürgermeisterwahl war nicht möglich. So argumentierte das Landratsamt.



