Hier sind wir zu Hause Schrozberg: Für Kim und Heike Wollmershäuser ist Spielbach zur Heimat geworden

Familie Wollmershäuser am Freitagabend beim Jacobi-Fest.
privat- Familie Wollmershäuser zeigt, wie Vereine und Nachbarschaft Leben in Spielbach prägen.
- Heike zog der Liebe wegen nach Schrozberg und blieb wegen Gemeinschaft und Familie.
- Omas und Opas halfen bei Betreuung, der Arbeitgeber HAKRO galt als sehr kulant.
- Heike ist bei den Landfrauen aktiv, bietet Sportkurse und vielfältiges Programm an.
- Jacobi-Fest bündelt Engagement: Wandergermanen, Stadtlauf, Umzug und starkes Wir-Gefühl.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es gibt Orte, die findet man nur, wenn man sie finden will. Orte wie Spielbach, die keine Straßennamen haben, nur Hausnummern. Wer hierher will, hat ein Ziel oder ist hier zu Hause. Heike Wollmershäuser gehört längst dazu, dabei war sie einmal eine Fremde, eine „Steedenerin“, wie man in dieser Ecke Hohenlohes sagt. Eine aus Niederstetten. Der Liebe wegen gekommen. Geblieben, nicht zuletzt der Gemeinschaft wegen.
Es ist einer dieser Sommernachmittage, an denen die Hitze über den Feldern flirrt, als Heike Wollmershäuser von ihrem Leben erzählt. 1980 kam sie im Schrozberger Krankenhaus zur Welt, eines der letzten Kinder, die dort geboren wurden. Aufgewachsen ist sie bei Niederstetten. Dass sie heute in einem 350-Seelen-Dorf auf der Schrozberger Markung lebt, hat mit einem Abend vor 28 Jahren zu tun. Einer Party. Kim Wollmershäuser war da, gelernter Elektriker, Schrozberger durch und durch, Jahrgang 1974. „So haben wir uns kennengelernt“, sagt sie, und ein kleines Bedauern schwingt mit, dass diese Art des Anbandelns für die Jugend von heute immer schwieriger werde. Keine Apps, keine Algorithmen. Einfach ein Fest, ein Gespräch, ein Funke.
Die beiden machten Nägel mit Köpfen. Zunächst wohnten sie bei den Eltern Wollmershäuser, dann sieben Jahre in Krailshausen, wo 2008 Sohn Lennis zur Welt kam. 2011 schließlich der große Schritt, der Lebenstraum, der wahr wurde: das eigene Haus in Spielbach. Drei Wochen vor der Geburt der Tochter Paula zogen sie ein. „Wir hatten Glück“, sagt sie. Das Haus war gefunden, der Kauf ging schnell. Drei Wochen später war die junge Familie komplett.
Omas und Opas sind unentbehrlich
Mit den Nachbarn und zwei weiteren Familien war man bereits befreundet. Aber sonst? Wie fasst man Fuß in einem Dorf, in dem man kaum jemanden kennt? Bei den Wollmershäusers waren es die Kinder, die Türen öffneten.
Bewerten Sie Schrozberg: Noten von 1 bis 6
Machen Sie mit bei der Aktion „Hier sind wir zu Hause“ und vergeben Sie Schulnoten für die Gemeinde Schrozberg auf dem Frage-Coupon. Zudem können Sie hier eine Frage an Jacqueline Förderer vorschlagen, die wir Ihrer Bürgermeisterin beim Sommerinterview stellen. Auf dem Flyer, der im HT abgedruckt ist und in Schrozberg verteilt wird, finden Sie auch einen Verzehrgutschein, den Sie am Montag, 27. Juli 2026, bei der Veranstaltung im Schlosshof am Rathaus einlösen können.
Online ist es ebenfalls möglich, an der Befragung teilzunehmen. Zudem haben Sie beim Vor-Ort-Termin am Montag noch einmal Gelegenheit, anonym Ihre Noten schriftlich abzugeben. Die Ergebnisse der Befragung werden anschließend im Hohenloher Tagblatt veröffentlicht.
Lennis und Paula gingen in den Kindergarten nach Leuzendorf, später in die Schule nach Schrozberg. Die Großeltern wohnten in der Nähe und waren selbstverständlich in die Betreuung eingebunden. „Ohne Omas und Opas wär’s nicht gegangen“, sagt Heike Wollmershäuser. Sie arbeitete damals schon bei HAKRO in Schrozberg, als gelernte Industriekauffrau, und macht deutlich, dass der „durch und durch kulante Arbeitgeber“ einen erheblichen Anteil daran hatte, dass sich Beruf und Familie vereinbaren ließen.
„Es muss alles ineinandergreifen, sonst bricht es zusammen wie ein Kartenhaus.“ Sie sagt das ohne Pathos, eher mit der Nüchternheit einer Frau, die weiß, was Organisation bedeutet. Im Rückblick würde sie nichts anders machen: „Es hat allen gutgetan, auch den Großeltern. Sie hatten eine ganz andere Beziehung zu den Enkeln, weil sie so selbstverständlich in die Erziehung eingebunden waren.“
Landfrauen ganz ohne Klischee
Seit fünf Jahren ist Heike Wollmershäuser bei den Landfrauen Spielbach-Heiligenbronn aktiv. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Die Kinder waren aus dem Gröbsten heraus, Freizeit kein Fremdwort mehr. Der Ortsverein hatte damals gezielt jüngere Frauen angesprochen, für die Mitarbeit und fürs Vorstandsteam. Ein kluger Schachzug.
Was sie dort vorfand, hatte mit dem verstaubten Image, das dem Begriff „Landfrauen“ mitunter anhaftet, wenig zu tun. Heike Wollmershäuser selbst bringt ihre BSA-Trainerlizenzen ein, gibt Yoga- und Aerobic-Kurse, leitet sogar eine Männer-Gymnastikgruppe. Das Programm, das im Osten der Schrozberger Markung organisiert wird, kann sich generell sehen lassen: Referenten decken Themen von Sterbebegleitung bis zu Nahrungsergänzungsmitteln ab. Man lernt, mit Klangschalen zu entspannen, Torten zu verzieren oder – bei Manz in Münster – Brot zu backen. Ein Sommerabend mit Pizza auf dem Dorfplatz gehört ebenso dazu. „Die große Herausforderung ist es, für Jüngere und Ältere gleichermaßen etwas Attraktives anzubieten“, sagt die Wahl-Spielbacherin. Ein Satz, der das Vereinsleben in ländlichen Regionen ziemlich genau auf den Punkt bringt.
Familie, Fest, Gemeinschaft
Dass die Wollmershäusers nicht nur in Spielbach, sondern im gesamten Schrozberger Gemeindeleben verwurzelt sind, zeigt sich spätestens am Jacobi-Fest. Das Traditionsfest ist für sie der Inbegriff dessen, was die Stadt ausmacht. Am ersten Tag geht es zum Stammtisch der Hohenloher Wandergermanen – einem Verein, dem bereits die Großeltern die Treue hielten, in dem Kim Wollmershäuser bis heute im Ausschuss mitarbeitet und in dem die ganze Familie engagiert ist. Am Samstag hilft Heike beim HAKRO-Stadtlauf, den ihr Arbeitgeber seit über 20 Jahren ausrichtet, ein Lauf für alle Fitnesslevel, der ebenfalls Gemeinschaft stiftet. Am Sonntag der Umzug, bei dem die Schulkinder ebenso mitwirken wie die Wandergermanen. Am Montag schließlich ist das größte Schrozberger Fest ohnehin fest in der Hand der Einheimischen. „Da fühlt man sich immer wohl“, sagt die 45-Jährige. Es sei immer lustig. Und immer sei dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit bestimmend.
„Diese Stadt lebt von den Vereinen“, sagt Heike Wollmershäuser. „Alles, was Schrozberg hat und kann, geht auf die Vereine zurück.“ Und dann setzt sie einen Satz hinzu, der wie ein Credo klingt für diesen Ort und seine Menschen: „Ohne das Ehrenamt wäre die Stadt tot.“



