Hotspot Crailsheim
: Corona: Bekommt die Stadt eine Schnelltest- und Abstrichstelle?

Die Crailsheimer Stadtverwaltung arbeitet an mehreren Ideen, den steigenden Corona-Infektionszahlen entgegenzusteuern.
Von
pm, swp
Landkreis Schwäbisch Hall/ Crailsheim
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In Crailsheim gibt es aktuell jeden Tag mehr als zehn Neuinfizierte. Schnelltests könnten helfen, die Lage zu entschärfen.

Gian Ehrenzeller/dpa (Symbolbild)

Wie die Crailsheimer Stadtverwaltung mitteilt, hat sie bezüglich der hohen Corona-Fallzahlen und dem anstehenden Weihnachtsfest am Donnerstag das Landratsamt kontaktiert - mit einem Anliegen: Die Kreisstadt und die Kreisverwaltung sollen gemeinsam vor Weihnachten und eventuell zu Beginn der ersten Kalenderwoche 2021 eine Schnelltest-Stelle in Crailsheim einrichten. Die Idee hinter dem Vorschlag: Bürger sollen sich vor oder nach Verwandtschaftsbesuchen möglichst unkompliziert testen lassen können.

Eine Rückmeldung des Kreises zu der Idee stand am Freitagmittag noch aus.

Gesundheitsämter müssten Schnelltests und Fachpersonal bereitstellen

Der Vorteil des Schnell-Tests ist, dass ein Ergebnis binnen 15 Minuten vorliegt. Der Nachteil: eine höhere Fehlerquote als beim klassischen Labor-Abstrich. Deshalb muss er von fachmedizinischem Personal durchgeführt werden, das die Gesundheitsämter beisteuern müssten, genauso wie die Schnelltests. Abgesehen davon würden sich, laut Mitteilung der Stadtverwaltung, Crailsheim und umliegende Gemeinden finanziell und personell „sicherlich beteiligen“ können.

„Die Schnelltests sollen kein Freifahrtschein für große Weihnachtsfeiern werden“, sagt Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. „Es geht darum, die verantwortungsvolle Bevölkerung hierbei mit den Mitteln zu unterstützen, die zur Verfügung stehen. Dies kann dazu beitragen, dass die Infektionskurve über die Feiertage in Crailsheim nicht noch weiter ansteigt.“

Stadtverwaltung zieht zentrale Abstrichstelle in Erwägung

Darüber hinaus schlägt die Stadtverwaltung vor, erneut eine zentrale Abstrichstelle in Crailsheim einzurichten. Die letzte war nach dem Abflachen der ersten Corona-Welle wieder abgebaut worden, aktuell ist im Landkreis nur noch die Stelle in Michelfeld in Betrieb. „Die Infektionszahlen sind auf einem derartig hohen Niveau, dass viele Arztpraxen an ihre Belastungsgrenze geraten. Eine zentrale Abstrichstelle könnte hier Abhilfe schaffen“, so Grimmer. Die Stadtverwaltung hat hierzu erste Gespräche mit der Crailsheimer Ärzteschaft geführt.

Ebenfalls am Donnerstag haben sich sowohl OB Grimmer als auch die Stadtverwaltung auf Facebook dafür ausgesprochen, im Kampf gegen Corona den „Tübinger Weg“ auszuprobieren. Die dortige Vorgehensweise unter OB Boris Palmer konzentriert sich auf den Schutz von Risikogruppen und beinhaltet unter anderem Maßnahmen wie bestimmte Zeitkorridore, in denen Nicht-Risikogruppen einkaufen gehen.