Hier sind wir zu Hause Schrozberg: Mit ganz viel Herzblut im Einsatz für das Freibad

Ohne sie fällt das Planschen am Wochenende aus: die Rettungsschwimmer der Schrozberger Freibadfreunde.
privat- Schrozberger Freibad: Betrieb seit der Wiedereröffnung stark von Freibadfreunden getragen.
- Streit um Versicherung der Ehrenamtlichen und Vertretung der städtischen Aufsicht, Lösung zeichnet sich ab.
- Verein stellt Badeaufsicht an Wochenenden und feiertags, 15 Rettungsschwimmer durch DLRG ausgebildet.
- Finanzielle und praktische Hilfe: Flohmarkt, Pflegeaktionen, Geräte, Liegewiese, Kiosk stärkt Attraktivität.
- Leserfest im Schlosshof: Verzehrgutschein für Montag, 27. Juli 2026, Befragung und Notenabgabe möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es gibt in diesen Tagen kontroverse Diskussionen in Bezug auf die Zukunft des Schrozberger Freibads – dabei geht es unter anderem um die Versicherung der ehrenamtlichen Rettungsschwimmer und eine Vertretungslösung für die städtische Badeaufsicht. Stadtverwaltung und Freibadfreunde liegen in diesen Fragen bisweilen über Kreuz. Sogar der Weiterbetrieb des Bads steht zur Debatte, wenngleich sich eine Lösung abzeichnet.
Darum soll es an dieser Stelle aber nicht gehen. Denn jenseits aktueller Konflikte steht fest: Ohne die Freibadfreunde hätte die Einrichtung nie seit ihrer Wiedereröffnung betrieben werden können. Ja, vielleicht wäre das Bad gar nicht erst auf den neuesten Stand gebracht worden – schließlich rührte der 2014 gegründete Verein vor dem Bürgerentscheid im Januar 2016 kräftig die Werbetrommel für die Sanierung. 53 Prozent der Schrozbergerinnen und Schrozberger, die seinerzeit ihre Stimme abgaben, folgten der Pro-Freibad-Position. 2021 wurde das für etwa zwei Millionen Euro modernisierte Bad eröffnet.
„Das Bad wird von allen Seiten gelobt“
Sebastian Weigel, einer der Vorsitzenden der Freibadfreunde Schrozberg mit ihren etwa 170 Mitgliedern, gerät auch fünf Jahre später über die tolle Freizeit-Infrastruktur ins Schwärmen: „Wir haben viele auswärtige Gäste“, sagt er, „und das Bad wird von allen Seiten gelobt. Es ist attraktiv, übersichtlich, wir haben ein Ein-Meter- und ein Drei-Meter-Sprungbrett, durchweg super Wasserqualität und einen tollen Kinderbereich, wo Eltern ihren Nachwuchs bedenkenlos spielen lassen können.“ Dass Kiosk-Pächter Erkan Begen mit seinem Team eine super Arbeit mache, sorge seit dem vergangenen Jahr für zusätzliche Anziehungskraft.
Weigel lässt keinen Zweifel daran, dass er es nach wie vor für eine wichtige und richtige Entscheidung hält, das Freibad nicht einfach wegen der Kosten für immer zugesperrt zu haben. Schon aus Tradition (das alte Bad wurde 1929 eröffnet), vor allem aber, weil es eine zentrale Freizeiteinrichtung sei, die die Stadt – auch für potenzielle Neubürger – attraktiver mache. „Nicht jeder kann es sich leisten, in den Urlaub zu fahren“, sagt Weigel. Und: „Man hört, dass immer weniger Kinder schwimmen können.“ Tatsächlich schlägt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG in diesem Zusammenhang Alarm. Die Freibadfreunde tun etwas gegen die Misere, indem sie im August einen Kinderschwimmkurs anbieten, geleitet von einem ausgebildeten Sportlehrer.
Ausbildung durch die DLRG Niederstetten
Und was tut der Verein darüber hinaus fürs Freibad? Zuallererst ist da die Badeaufsicht zu nennen. 15 Mitglieder haben sich von der DLRG Niederstetten zu Rettungsschwimmern ausbilden lassen. Weitere 20 Helfer unterstützen diese Rettungsschwimmer – denn die Aufsicht wird immer von zwei Ehrenamtlichen gleichzeitig bestritten. „Vier Augen sehen mehr und besser“, sagt Weigel. Die Freibadfreunde übernehmen die Aufsichten, die die städtische Bademeisterin nicht abdecken kann – an jedem zweiten Samstag, sonntags und feiertags. Die Aktiven kommen auf fünf bis zehn Einsätze pro Jahr. „30, 40 Stunden Badeaufsicht kommen da bei jedem zusammen“, so Weigel. „Plus alle anderen Einsätze, die rund um den Verein anfallen.“
Von Anfang an sei klar gewesen, unterstreicht der Vorsitzende, „dass wir die Stadt personell und finanziell unterstützen“. Deshalb gibt es übers Jahr verschiedene Aktionen der Freibadfreunde, die Geld in die Kasse spülen sollen. Am allerwichtigsten ist da der Freibad-Flohmarkt unter dem Motto „Schrozberg mistet aus“, der heuer zum zehnten Mal über die Bühne ging. Mehr als 50 Helferinnen und Helfer seien mit der Organisation und Durchführung dieses Jahreshöhepunkts beschäftigt, berichtet der Vorsitzende.
Bewerten Sie Schrozberg: Noten von 1 bis 6
Machen Sie mit bei der Aktion „Hier sind wir zu Hause“ und vergeben Sie Schulnoten für die Gemeinde Schrozberg auf dem Frage-Coupon. Zudem können Sie hier eine Frage an Jacqueline Förderer vorschlagen, die wir Ihrer Bürgermeisterin beim Sommerinterview stellen. Auf dem Flyer, der im HT abgedruckt ist und in Schrozberg verteilt wurde, finden Sie auch einen Verzehrgutschein, den Sie am Montag, 27. Juli 2026, bei der Veranstaltung im Schlosshof am Rathaus einlösen können.
Online ist es ebenfalls möglich, an der Befragung teilzunehmen. Zudem haben Sie beim Vor-Ort-Termin am Montag noch einmal Gelegenheit, anonym Ihre Noten schriftlich abzugeben. Die Ergebnisse der Befragung werden anschließend im Hohenloher Tagblatt veröffentlicht.
Die Liegewiese ist dem Verein zu verdanken
Dass die Liegewiese im Freibad so aussieht, wie sie aussieht, ist dem Verein zu verdanken. Die Freibadfreunde haben Bäume gepflanzt und ein Volleyballfeld angelegt, Liegestühle und Sonnenschirme angeschafft, außerdem beispielsweise ein Klettergerüst und Fußballtore. In Eigenleistung wurde ein Geräteschuppen gebaut. Sie haben Schwimmbretter, Wasserbälle, Fußbälle angeschafft. Als das Freibad bei einem Unwetter beschädigt wurde, gab der Verein 3000 Euro.
Darüber hinaus kümmert man sich um die Grünpflege. Ein kleines Team sorgt regelmäßig dafür, dass alles ordentlich aussieht. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, gibt es eine große Pflegeaktion.
Veranstaltungen wie jüngst die SOS-Party sind zwar finanziell nicht besonders lohnend, dienen aber dem Ziel, das Freibad bekannter zu machen und mehr Leute für einen Besuch – oder vielleicht ja auch für die Freibadfreunde – zu gewinnen. Sebastian Weigel verweist noch aufs Mondscheinschwimmen, das ebenfalls sehr beliebt sei. Und an Montagabenden gibt es ein Vereinsschwimmen.
Es stecken große Investitionen und eine Menge Herzblut im Schrozberger Freibad. Umso wichtiger ist, dass es dort weitergeht.



