Seit Beginn der Aktion „FSJ Schule und Sport“ im Jahr 2013 sind die Spvgg Gröningen-Satteldorf und die Grundschule in Satteldorf dabei. Und seit zehn Jahren ist das ein Erfolgsmodell. Die Idee zum FSJler kam auf, weil die Grundschule in Satteldorf damals ihr Leuchtturmprojekt mit der täglichen Sportstunde ins Leben rief. „Der FSJler kann uns beim Sportunterricht unterstützen und später auch selbst Sportstunden leiten. Das ist eine tolle Sache“, sagt Sportlehrer Manfred Stephan, der das Projekt initiierte. Er gibt Tipps und Hilfestellungen, wie man sich vor einer Gruppe behaupten kann oder in Konfliktsituationen reagiert. Nach der Sportstunde erhalten die FSJler eine Reflektion.

Freiwilliges Soziales Jahr nach dem Abitur

„Es gab in den zehn Jahren welche, die hatten schon Vorerfahrungen als Übungsleiter im Verein. Aber manche waren anfangs noch recht schüchtern. Die mussten dann in ihre Aufgabe langsam hineinwachsen“, erzählt Stephan. „So ein Freiwilliges Soziales Jahr ist perfekt nach dem Abitur. Viele, die bei uns waren, sind später in einem Lehrerberuf gelandet.“
Zu den Aufgaben an der Schule gehören neben dem Sportunterricht die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung, wo die FSJler kaum mehr wegzudenken sind. „Es ist eine Bereicherung, wenn eine zusätzliche Person die Schule unterstützt.“ Eine Win-win-Situation, denn auch der FSJler profitiert von dem Gelernten. „Anfangs hatten wir sogar noch mehrere Bewerber auch von außerhalb. Oftmals wird aber von Vereinsseite schon im Vorfeld geschaut, wer für so eine Stelle geeignet sein könnte.“
Stephan verabschiedet sich im Sommer in den Ruhestand und will sich dann anderen Projekten widmen. Aktuell arbeitet er an einem Mathematik-Knobelbuch für Grundschüler. Aber das FSJ-Projekt wird er weiter mit Rat und Tipps unterstützen. „Fabian Schlepple führt das Projekt weiter. Das war mir wichtig.“
Aktuell gibt es vier Sportstunden an der Grundschule Satteldorf. „Die zusätzliche Sportstunde ist ein riesiger Aufwand, von der Manpower her und finanziell. Aber sie ist sehr wichtig für die motorische Entwicklung der Kinder – vor allem für die sportlich weniger begabten.“ 10 000 bis 12 000 Euro fallen jedes Jahr an Kosten an, die zum Teil durch Sponsoren und den Freundeskreis der Schule abgedeckt werden.

Ein Stundenplan für den FSJler

70 Prozent des Tätigkeitsbereichs eines FSJlers ist an der Schule, der Rest im Verein. Anfangs war Uli Ehrmann bei der Spvgg Satteldorf für die Betreuung zuständig und Ansprechpartner im Verein, seit ein paar Jahren hat Paul Ziegler diese Aufgabe übernommen. „Zusammen mit der Schule erarbeiten wir einen Stundenplan, wann der FSJler wo tätig ist“, erklärt Ziegler. Je nach Interessen wird er oder sie einem Sportangebot des Vereins zur Unterstützung der Trainer zugeteilt. Aktuell engagiert sich Carolin Peil beispielsweise überwiegend im Mädchenfußball. Zudem gilt es, verschiedene Bürotätigkeiten zu erledigen, die der Vereinsvorsitzende Dieter Blumenstock zuteilt. Da geht es dann darum, die Stadionzeitung zu füllen oder den Internetauftritt zu aktualisieren.
„In der Regel hat der FSJler einen festen Ablauf. Einmal im Monat treffen wir uns zu einem Feedbackgespräch“, so Ziegler. Zudem müssen insgesamt sechs Wochen an Fortbildungen des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) besucht werden. Neben einem Trainerschein ist der Rot-Kreuz-Schein Pflicht. Des Weiteren muss der FSJler ein eigenständiges Projekt planen und durchführen, wie zuletzt einen Grundschulfußballtag oder auch ein Tanzprojekt an der Schule.

Nur sehr gute Erfahrungen gemacht

„Bislang haben wir nur sehr gute Erfahrungen mit unseren FSJlern gemacht“, betont Ziegler. „Ein paar haben nach dem Jahr aber gemerkt, dass die Arbeit mit Kindern nicht ganz das Richtige für sie ist. Das war dann aber auch wichtig für ihr weiteres Berufsleben.“
Aktuelle FSJlerin noch bis August ist Carolin Peil: „Das Jahr hat mir sehr viel Spaß und Freude bei der Arbeit mit Kindern gemacht. Ich habe eine persönliche Weiterentwicklung erlebt, und für die berufliche Orientierung hat es mir sehr geholfen.“ Ähnlich sieht es auch Marius Kohr, der im Schuljahr 2013/2014 FSJler in Satteldorf war: „Nicht nur die sportliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, sondern auch die pädagogischen und organisatorischen Aufgaben lehren einen soziale wie auch persönliche Soft Skills, die mich bis heute begleiten.“
Julia Schulmeister, FSJlerin im Schuljahr 2015/2016, ist inzwischen Referendarin: „Ich habe den Schulalltag aus einer anderen Perspektive erlebt. Das hat mich in meinem Wunsch bestätigt, Grundschullehrerin zu werden. Rückblickend war das FSJ eine tolle Zeit, mit vielen Herausforderungen, tollen Menschen und haufenweise neuen Erfahrungen.“ Auch Ellen Ott studiert inzwischen Grundschullehramt: „Das FSJ hat mir persönlich und auch beruflich viel mitgegeben, und ich konnte einiges dabei lernen.“
Moritz Kouril spricht ebenfalls von lehrreichen und spannenden Erfahrungen: „Ich habe einerseits einen Eindruck davon bekommen, wie komplex, aber auch interessant die Organisation des Vereinslebens ist, und wie viel ehrenamtliche Arbeit dahinter steckt. Dies hat mir gezeigt, wie wichtig das gemeinsame Zusammenarbeiten im alltäglichen Leben und in unserer Gesellschaft ist. Zudem habe ich als Bezugsperson in der Schule gelernt, wie wichtig Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit Kindern sind.“
Fühlen Sie sich in der Gemeinde Satteldorf wohl? In der Online-Bewertung können Sie Schulnoten von 1 bis 6 vergeben. Beurteilen Sie die Kinderbetreuung und den öffentlichen Personennahverkehr, die Internetverbindung, das Bauplatzangebot und vieles mehr.
Das Ergebnis der Befragung lesen Sie in Kürze im Hohenloher Tagblatt oder online auf swp.de/crailsheim.

FSJler bei der Spvgg seit Beginn der Aktion durch WSJ

2013/14 Georg Maier
2014/15 Marius Kohr
2015/16 Julia Schulmeister
2016/17 Lara Belschner
2017/18 Marius Doderer
2018/19 Ellen Ott
2019/20 Simon Martis
2020/21 Moritz Kouril
2021/22 Carolin Peil