Chemieunfall in Dinkelsbühl: Die Polizei klärt auf – Arbeiter mit Blausäure kontaminiert

Helfer in Schutzanzügen und mit Atemschutzmasken sind in Dinkelsbühl im Einsatz, nachdem bei einem Unternehmen Chemikalien ausgetreten sind.
onw-images/Tizian Gerbing- Chemieunfall in Dinkelsbühl-Sinbronn: Austritt eines Blausäuregemischs in einer Werkshalle.
- Ein 29-Jähriger trennte bei Wartung versehentlich die falsche Pumpe vom Netz, das Gemisch trat aus.
- Trotz Schutzanzug wurde der Arbeiter kontaminiert, er verließ die Klinik inzwischen wieder.
- Gefahr blieb auf die Halle begrenzt – für Bevölkerung und Außenstehende bestand keine Gefahr.
- Rund 150 Einsatzkräfte vor Ort, Feuerwehr übernahm Dekontamination und Sicherung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Betriebsunfall passierte am Montag (28. September) gegen 12.05 Uhr in einem technischen Unternehmen in der Amperestraße im Ortsteil Sinbronn. Die Polizeiinspektion Dinkelsbühl berichtet, was sich ereignet hat.
Ein 29-jähriger Mitarbeiter führte alleine Wartungsarbeiten an zwei Filterpumpen in einem Gebäude der Firma durch. Nach bisherigen Ermittlungen trennte der Mann dabei versehentlich die Stromzufuhr der falschen Pumpe vom Netz. In der Folge trat ein Blausäuregemisch aus der Anlage aus.
Gemisch dringt durch Schutzanzug
Obwohl der 29-Jährige eine Ganzkörperschutzkleidung trug, tropfte das austretende Gemisch von oben herab und drang über die Luftöffnungen in den Schutzanzug ein, wodurch der Arbeiter kontaminiert wurde. Eine Fremdeinwirkung sowie das Verschulden Dritter können nach aktuellem Ermittlungsstand ausgeschlossen werden.
Das ausgetretene Gemisch verteilte sich zudem in weiteren Gebäudeteilen der Werkshalle. Der Gefahrenbereich sei zu jedem Zeitpunkt auf das Innere der Werkshalle begrenzt gewesen, so die Polizei. Im gesamten Betrieb ging Alarm los und die Beschäftigten sammelten sich im Freien auf dem Werksgelände. Für Unbeteiligte außerhalb des Gebäudes bestand keine Gefahr, ganz allgemein für die Bevölkerung zu keiner Zeit.
Ein Großaufgebot an Rettungs- und Einsatzkräften war schnell vor Ort. Neben der Polizei, dem Rettungsdienst und dem Technischen Hilfswerk (THW) waren rund 150 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Sinbronn, Dinkelsbühl, Wilburgstetten, Mönchsroth, Schopfloch und Schnelldorf sowie Fachberater für ABC-Gefahren im Einsatz. Da giftige Blausäure ausgetreten ist, wird Polizeiinformationen zufolge automatisch eine große Zahl an Helfenden eingebunden, da insbesondere viele Atemschutztragende benötigt werden. Die Feuerwehr übernahm die Bereinigung und Dekontamination des betroffenen Bereichs.
Lebensgefahr nicht ausgeschlossen
Die Berufsgenossenschaft wurde verständigt und machte zusammen mit den polizeilichen Ermittlungsbehörden eine Begehung der Unfallstelle. Nach Rücksprache mit dem Notarzt vor Ort konnte eine lebensgefährliche Verletzung bei dem 29-Jährigen zunächst nicht ausgeschlossen werden, der ins Krankenhaus gebracht wurde.
Nach aktuellem Informationsstand scheint der betroffene Mitarbeiter keine weiteren gesundheitlichen Verletzungen – aufgrund der getragenen Sicherheitskleidung – erlitten zu haben, da er bereits die Klinik wieder verlassen konnte.
