Viele Restaurants und Gaststätten sind wegen der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Sie fürchten insbesondere die kalte Jahreszeit, wenn die Außengastronomie kaum noch möglich ist. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sorgt nun für eine Überraschung: Obwohl er als strenger Gegner von Heizpilzen gilt, will er in diesem Winter der Tübinger Gastronomie die Nutzung von Outdoor-Heizstrahlern ermöglichen.
„Solange man drinnen sitzen konnte, waren Heizpilze vor allem eine Klimasauerei“, sagte Palmer am Mittwoch auf Anfrage der „Südwest Presse“. „Mit Corona kann man aber schlecht drinnen sitzen. Daher werden wir diesen Winter Heizstrahler ausnahmsweise gestatten“, begründete er sein Umdenken. „Wir klären noch, welche Technik den geringsten Energieverbrauch hat“, fügte er hinzu.

Palmer war Vorreiter bei Verbot von Heizpilzen

Tübingen gehörte zu den ersten Städten bundesweit, die es der Gastronomie untersagt hat, auf öffentlichem Grund Heizpilze einzusetzen. Palmer hatte dafür schon 2007 die Initiative ergriffen und den Gaststätten empfohlen, stattdessen Decken für ihre Gäste bereitzuhalten. Inzwischen gibt es in Deutschland zahlreiche Städte, die ähnlich strikt vorgehen. Im Südwesten ist der Einsatz von Heizstrahlern unter anderem auch in der Altstadt in Konstanz und in Ludwigsburg verboten. In Stuttgart besteht ein Verbot für die Wintermonate.
Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Baden-Württemberg sprach sich gegenüber der „Südwest Presse“ dafür aus, im kommenden Winter überall Heizstrahler in der Außengastronomie zu erlauben. „Wir wollen alles ausschöpfen, was den Unternehmen hilft“, sagte Dehoga-Sprecher Daniel Ohl. „Viele von ihnen wissen nicht, wie sie die nächsten Monate überstehen sollen“, betonte Ohl.