Corona Bayern aktuell
: Söder sieht größte Corona-Gefahr im Privaten - „Virus wird täglich gefährlicher“

Das größte Corona-Infektionsrisiko steckt nach Ansicht von Bayerns Mininsterpräsident Markus Söder im privaten Bereich. Das Bundesland nehme die Gefahr weiterhin sehr ernst - und habe weitere Maßnahmen ergriffen.
Von
Steffen Wolff mit lby
Nürnberg
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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Nicolas Armer, dpa

Bayern Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat am Montag eindringlich vor den Gefahren des Coronavirus gewarnt. Das Infektionsrisiko steige. „Corona wird jeden Tag gefährlicher.“ Die Gefahr gehe weniger von Betrieben aus oder vom öffentlichen Nahverkehr, sagte Bayerns Ministerpräsident am Montag in Nürnberg. „Die eigentliche Gefahr ist der Leichtsinn bei privaten Veranstaltungen.“ Daher müsse man auch dort ansetzen, wenn es Probleme gibt. „Corona macht keine Ferien, Corona macht keine Pause“, so Söder. „Wir nehmen Corona weiter absolut ernst. Bayern ist weiter absolut wachsam.“

Bayern plant rund 100 Corona-Testzentren

In ganz Bayern soll es in Kürze flächendeckend Corona-Testzentren geben. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt sollen solche Zentren eingerichtet werden, also rund 100 an der Zahl. Das hat das Kabinett am Montag in einer Videokonferenz beschlossen.

Bayern fordert Ausweitung der Risikogebiete

Der Freistaat Bayern hat dem Bund vorgeschlagen, im Ausland weitere Regionen als Corona-Risikogebiete zu definieren. „Die Ausweitung kann deutlich dynamischer erfolgen als in der Vergangenheit“, sagte Söder. Die bisherigen Tests bei Reiserückkehrern hätten gezeigt, dass viele positiv Getestete auch aus Gebieten zurückkämen, die derzeit nicht als Risikogebiete gelten. Derzeit sind rund 130 der knapp 200 Länder der Welt als Risikogebiete definiert.

Florian Herrmann wird Corona-Koordinator in Bayern

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) wird Corona-Koordinator der bayerischen Staatsregierung, teilte Söder mit. Herrmann soll den Kampf gegen das Virus und die Anti-Corona-Maßnahmen der Staatsregierung stärker bündeln und besser koordinieren. Herrmann hatte auf dem Höhepunkt der Krise auch den Katastrophenstab der Staatsregierung geleitet, der aber schon vor einigen Wochen aufgelöst wurde.

Entscheidung über Maskenpflicht an Schulen in Bayern am Ende der Sommerferien

Die Entscheidung über eine mögliche Maskenpflicht an Schulen will die bayerische Staatsregierung kurz vor dem Ende der Sommerferien fällen Als Termin nannte Söder die Kabinettssitzung am 1. September - die Schule startet eine Woche später, am 8. September. Dann wolle er unter anderem mit Lehrervertretern sprechen. Wichtig seien die ersten zwei Wochen als Startphase mit klaren Regeln. Jede Schule müsse wissen, wie bei einem Infektionsfall zu handeln sei.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte zuletzt einen Vier-Stufen-Plan vorgelegt, nach dem jedenfalls bis zum Platz im Klassenzimmer eine Maskenpflicht gelten soll, auch in Grundschulen. Bei hohen Infektionszahlen soll es eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben. Fraglich ist aber, ob eine generelle Maskenpflicht auch im Unterricht droht - Nordrhein-Westfalen hat dies für weiterführende Schulen so entschieden.