Traditionsfest in Bietigheim: Pferdemarkt diesmal ohne Feuerwerk

Nach zwei Jahren Pause gibt es wieder einen Pferdemarkt in Bietigheim. Der Aufbau unterm Viadukt läuft auf vollen Touren.
/Martin KalbAuf dem Programm steht es noch drauf, doch kurzfristig haben sich die Verantwortlichen entschieden, nun doch auf das abendliche Brillantfeuerwerk am Sonntag, 4. September, beim Pferdemarkt zu verzichten. Das Risiko, dass etwas passiere, sei zu hoch, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing beim Pressegespräch am Mittwoch. „Sicherheit geht vor Genuss und Freude.“
Feuerwehr wie auch Stadtgärtnerei hatten vor der Brandgefahr gewarnt. Die Vegetation sei noch sehr trocken, die vergangenen Niederschläge hätten daran nicht viel geändert, sagte Roswitha Ott, die Leiterin der Stadtgärtnerei. Funkenflug könne bei einem Feuerwerk die ausgedörrten Wiesen in Brand setzen.
Kessing nannte einige weitere Änderungen bei dem Traditionsfest, das nach zwei Jahren coronabedingter Pause vom 2. bis 6. September wieder stattfindet. So seien die Auto- und Briefmarkenaussteller nicht mehr dabei, die bis 2019 immer in der Sporthalle am Viadukt präsent waren. Die Autoausstellung sei organisatorisch nicht mehr zu stemmen gewesen, so der Oberbürgermeister.
Weniger Gruppen beim Umzug
Auch einige Gastronomen und Vereine sind mit ihren Ständen der Veranstaltung fern geblieben, Lücken werden die Besucher laut Stadtverwaltung aber nicht erleben. Beim Umzug am Montag seien es knapp 50 Gruppen, etwa 20 Prozent weniger als zuletzt 2019, so Kessing. Dennoch: „Wir gehen von einem Ansturm wie vor der Pandemie aus.“ Das heißt: 250 000 bis 300 000 Besucher dürfte das Großereignis auf die Beine bringen.
Sicherheit werde beim Fest grundsätzlich groß geschrieben, die Schließzeiten würden strikt beachtet, so die Stadtverwaltung. Einlasskontrollen im Festzelt würden die Einhaltung des Jugendschutzes gewährleisten.
„Wir sind sehr froh, dass wir wieder da sind“, sagte Festwirt Karl Maier, dessen Festzelt bereits steht. Für ihn ist Bietigheim-Bissingen in diesem Jahr die vierte Station, nach Göppingen, Balingen und Heilbronn. Das sei nicht ganz selbstverständlich, denn bundesweit seien viele Veranstaltungen wegen mangelnder Security abgesagt worden. Auch sei es schwierig gewesen, genügend Servicekräfte zu finden. „Es ist eine sehr herausfordernde Zeit“, so der Chef der Firma Göckelesmaier.
Fahrgeschäfte „allererste Sahne“
Auch der Plan für den Vergnügungsmarkt, für den die Firma Göckelesmaier ebenfalls verantwortlich zeichnet, stand nicht auf Anhieb fest. Es habe einige Wechsel gegeben, der Plan habe sechs Mal umgezeichnet werden müssen. Mit dem Ergebnis ist Maier aber zufrieden. „Die Auswahl an Fahrgeschäften ist allererste Sahne“, verspricht er. Die beiden Hauptattraktionen seien das 80 Meter hohe Kettenkarussell „The Flyer“ und das Rundfahrgeschäft „Mr. Gravity“.
Was die Preise angeht, wirken sich die allgemeine Teuerung und insbesondere die gestiegenen Energiekosten auch auf den Pferdemarkt aus. Die Schausteller hätten beispielsweise höhere Kosten beim Transport durch die gestiegenen Spritpreise, oder seine Göckele, die er aus dem Elsass beziehe, seien durch gestiegene Futterpreise teurer geworden, sagt Maier. Zum Grillen brauche er Gas. Unter dem Strich seien die Preise um rund 15 Prozent im Vergleich zum letzten Pferdemarkt gestiegen, schätzt er.
Preisanstieg: rund 15 Prozent
Wie bereits berichtet kostet die Maß Bier 9,60 Euro, das halbe Göckele 10,60 Euro. 2019 kostete das Festbier noch 8,70 Euro.
Während alles andere in der Coronazeit pausieren musste, konnte der Reitverein Bietigheim-Bissingen zumindest letztes Jahr ein Turnier abhalten, auch wenn dies hinter Bauzäunen und mit Hygieneschutzmaßnahmen stattfand. Jetzt freut sich Vorsitzender Klaus Dieterich, dass die Verbindung Pferdesport und Volksfest wieder da ist. Das Turnier gehöre zu den Top 15 in Baden-Württemberg und sei gerade für den Pferdenachwuchs eine wichtige Adresse. Mit rund 360 Pferden und rund 70 Reitern seien erfreuliche Anmeldungen eingegangen.
Außerdem sei die Polizeireiterstaffel Stuttgart zu Gast, so Diederich, deren Auftritt sei spektakulär und auf jeden Fall „ein Hingucker“. Nicht zu vergessen die Ponys: Mit 150 bis 160 Tieren gestaltet der Pferdehof Müller den Tag der Shetlandponys am Samstag, und auch am Sonntag stehen Kleinpferde im Mittelpunkt. Pferde gibt es beim Pferdemarkt darüber hinaus auch in Form bunter Kekse: Diese stellen die Bäckereien der Stadt zum Fest her.
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