Bietigheimer Pferdemarkt
: Zwei Schläge auf das Fass

Oberbürgermeister Jürgen Kessing hat am Freitagabend mit dem traditionellen Fassanstich den Pferdemarkt eröffnet. Das Freibier wurde vom Festzelt gebührend zelebriert.
Von
Helena Hadzic
Bietigheim-Bissingen
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Der Fassanstich ist geschafft: Festwirt Karl Maier (von links), Oberbürgermeister Jürgen Kessing, Festwirtin Daniela Maier und Christian Dinkelacker, Geschäftsführer der Brauerei Dinkelacker/Schwabenbräu, mit gefüllten Bierkrügen.

/Oliver Bürkle

Traditionen muss man pflegen. Eben deswegen ist das Festzelt auf dem 86. Bietigheimer Pferdemarkt am Freitagabend gegen 20.20 Uhr mit dem klassischen Fassanstich eingeläutet worden.

Bereits vor Beginn ist die Stimmung gut und es wird mit Bier und Wein angestoßen. Das Festzelt mit seinen 2000 Quadratmeters unter dem Viadukt ist in diesem Jahr nach zweijähriger Coronapause reichlich besucht. Auch die klassischen Lederhosen sind vertreten. Mit dabei sind ein weiteres Mal die Partyfürsten, die das Zelt mit ihrer Musik anheizen und noch bis Sonntag täglich auftreten werden. Die Blicke der Gäste wandern immer wieder zur Uhr: Sie warten auf das 50-Liter-Bierfass und Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der den Hammer schwingen soll.

Kessing setzt zum Schlag an

Kurz nach 20 Uhr ist es dann endlich soweit, Festwirt Karl Maier sowie Oberbürgermeister Kessing betreten die Bühne. Maier begrüßt die Gäste mit den Worten: „Hier in Bietigheim ist es ein bisschen wie nach Hause kommen“. Dann übergibt er Kessing das Mikrofon, der sich bei allen Gästen für ihr Kommen und ihre gute Laune bedankt.

Viele Gäste haben sich in der Zwischenzeit bis zur Bühne vorkämpft und schwenken ihre Maßkrüge, die alle mit Freibier gefüllt werden sollen. Sie alle animieren Kessing im Chor mit „Kessi!“. OB Jürgen Kessing setzt daraufhin zum Schlag an: der erste bleibt erfolglos, aber der zweite Schlag bringt den erhofften Fassanstich, auf den vor allem die jüngeren Gäste gewartet haben. Es wird gedrängelt und gedrückt, bis die Krüge kostenlos gefüllt sind und das Fass leer ist. Die Gäste weiter hinten bleiben bierlos, was die Stimmung aber nicht trübt.

Um die 100 Servicekräfte sind im Einsatz und erfüllen die Wünsche der durstigen Partygäste. Bei rund 260 Tischen brauche es Leidenschaft für den Beruf – man müsse mit Vollblut dabei sein, erzählt Gordana Lamesic, die nun schon über sechs Jahre für das Festzelt Göckhelsmaier arbeitet und den Getränkestand im hinteren Bereich leitet. „Seit über 30 Jahren bin ich bereits in der Gastronomie – der Pferdemarkt ist aber immer wieder ein Highlight“, erzählt Lamesic. Für sie ist es besonders schön, jedes Jahr auf dem Pferdemarkt ihre Stammgäste zu treffen. „Man kennt sich und es fühlt sich auch ein wenig wie Familie an“, sagt Lamesic. Sie freue sich auf die Pferdemarkt-Tage, nach Corona kann es nur, so sagt sie, „mega gut“ werden.

Gute Zusammenarbeit

Auch die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsdienst funktioniere einwandfrei. Diese seien jederzeit zu erreichen, wenn es zu einem Vorfall kommt. Das passiere aber eher selten.

Das bestätigt auch Tanja Hideg, die den Sicherheitsdienst „DST Wolf“ leitet. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie die Zeltbesucher im Auge. Das 17. Mal ist sie bereits mit dabei und empfindet die Stimmung im Festzelt als friedlich. „Ab und zu passiert es natürlich mal, dass es zu einer Schlägerei kommt, wenn zu viel getrunken wurde. In der Regel kommt es aber nicht zu größeren Zwischenfällen“, sagt Hideg.

Das Publikum jedenfalls tanzt auf den Bierbänken und singt mit den Partyfürsten. Franz Weiblen etwa ist jedes Jahr mit dabei. An diesem Freitagabend hat er sich vorgenommen, vier Krüge Bier zu trinken. Weiblen betont aber, dass es ihm dabei nicht nur um das Freibier gehe, sondern auch um die Menschen, mit denen man dort jedes Jahr aufs Neue zusammenkomme. https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bietgheimer-pferdemarkt-shuttle-busse-gibt-es-keine.0b7d1f21-5208-40ea-b38f-f91bf08735dc.html