Kreis Ludwigsburg
: DRK fordert bessere Finanzierung

Bei der Kreisversammlung in Asperg zieht das Deutsche Rote Kreuz Bilanz aus einem Jahr seiner vielfältigen Angebote. Zentrales Thema ist in vielen Bereichen die Finanzierung.
Von
Jonathan Lung
Ludwigsburg
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Am Freitagabend fand die DRK-Kreisversammlung in Apserg statt. Blick in den Saal mit Mitgliedern und Gästen.

/Martin Kalb

Auf ein volles erstes Jahr an der Spitze des DRK konnte Gerd Maisch am vergangenen Freitag zurückblicken: vieles sei ihm schon bekannt gewesen, aber „im ganz positiven Sinne war ich doch überrascht über die Vielfalt der Themen“, bekannte Maisch, der im November 2023 das Amt des DRK-Präsidenten antrat, bei der Kreisversammlung vor 238 Delegierten in der Asperger Stadthalle. Das DRK sei eben doch „viel mehr als der Rettungswagen“, wie manche vielleicht denken würden, so Maisch.

Große Herausforderungen gibt es aber genau in dieser Kernkompetenz des DRK, dem Rettungsdienst: Den Personalstand zu verbessern sei nicht einfach, bekannten Maisch und Kreisgeschäftsführer Wolfgang Breidbach einstimmig, die eigene Ausbildung und Übernahme dafür absolut notwendig – trotzdem spüre man den Fachkräftemangel. Auch das Rettungsdienstgesetz verschärfe die Situation: die Rettungsfrist beträgt statt 15 nun zwölf Minuten, und dafür sind sowohl mehr Personalkräfte als auf Fahrzeuge vonnöten. Die Finanzierung ist ebenso ein Problem: spät festgelegte Tarife, die Unsicherheiten bei der Finanzierung bedingen – aktuell sei immer noch unklar, wie viel Geld man eigentlich für dieses Jahr bekomme – ebenso wie schlicht zu geringe Tarife in den Randzeiten bereiten Kummer, sagen Maisch und Breidbach.

Ausreichende Finanzierung nötig

Der Gesellschaft müsse klar sein: „Wer einen stabilen und gut funktionierenden Rettungsdienst möchte, muss auch für die ausreichende Finanzierung sorgen“, wurde der Präsident deutlich. Das stelle man auch immer wieder in den Verhandlungen über die Tarife heraus. Beim Jugendrotkreuz (JRK) übernahm im vergangenen Jahr Alena Dorndörfer reibungslos die Leitung, fuhr Maisch in seinem Resümee vor den Delegierten fort, ein Highlight sei der Nachorientierungslauf gewesen, bei dem die Werte der JRK wie der Gemeinschaftssinn gelebt wurden (die BZ berichtete).

An mehreren Schulen ist das DRK auch mit der Schulsozialarbeit beauftragt, ebenso betreibt es Seniorenbetreuung, Unterstützung junger Straffälliger, das Projekt KIM, bei dem Kinder psychisch kranker Eltern im Mittelpunkt stehen. Unterstützung psychisch kranker Menschen, ebenso Flüchtlingsarbeit und Migrationsbetreuung gehören zum Spektrum des DRK. Auch in diesen Bereichen wundere man sich, dass die Finanzierung zum Teil „Fragen aufwirft“, so Maisch. Der Bund ziehe sich trotz seiner Verantwortung beim Bereich Migration aus der Finanzierung zurück – wenn diese Leistungen, die das DRK im Auftrag des Staates erbringe, „nicht auskömmlich finanziert werden, können wir diese auf Dauer und im notwendigen Umfang nicht anbieten“, betonte der Präsident. Ein weiteres Angebot ist das „Essen auf Rädern“, ebenso die mobilen Fahrdienste und der Hausnotruf – hier konnte man im vergangenen Jahr die 2000. Teilnehmerin begrüßen, die sich so einen schnellen Hilferuf bei einem Notfall ermöglicht.

Rahmenbedingungen schaffen

Auch beim Bevölkerungsschutz sei die Finanzierung „immer schwieriger“: Bund und Länder stellten nicht mehr die notwendigen Mittel zur Verfügung, stellte Maisch fest: „Ich appelliere an die Verantwortlichen in Bund und Land: Schaffen Sie die Rahmenbedingungen, damit die Hilfsorganisationen diese Aufgabe auf Dauer übernehmen können. Es ist nicht nur das bessere System, sondern auch das kostengünstigere.“

Im kommenden Jahr dann wird die Stelle von Kreisgeschäftsführer Breidbach neu besetzt, der in den Ruhestand geht. Ebenso bewege das DRK das vom Land geplante Katastrophenschutzzentrum, dessen Baubeginn aber noch unklar ist.

In der Zukunft erwägt man auch neue Angebote, bei denen das DRK aktiv werden könnte: Inklusion sei so ein Thema, gab Maisch an, jedoch müssen solche Erweiterungen „auch wirtschaftlich“ klar geprüft werden – der Jahresabschluss sei zwar „ordentlich, aber nicht so, dass wir Risiken eingehen können.“