Gastronomie: Süße Spezialitäten aus Bietigheim-Bissingen

Roberto und Cateno Massa präsentieren ihr Tiramisu To-Go.
/Oliver BürkleNahezu zeitgleich haben in Bietigheim-Bissingen zwei Geschäfte eröffnet, die jeweils eine ganz besondere süße Spezialität anbieten.
Bei „Catenos“ in der Pfarrstraße kommen Tiramisu-Liebhaber voll auf ihre Kosten. „In der Familie haben wir immer gutes Tiramisu gemacht. Wir haben ein leckeres Familienrezept von unserer Nonna, das immer gut ankam“, erklärt Cateno Massa, der das Geschäft mit seinem Vater Roberto, seiner Mutter Jasmina und seiner Schwester Maria-Grazia betreibt.
Nach zehn Monaten, in denen am Konzept und den verschiedenen Tiramisu-Rezepten gefeilt wurde haben sie nun vor kurzem eröffnet. Das Hauptgeschäft soll zwar der direkte Vertrieb an Restaurants werden, aber auch im kleinen To-Go-Betrieb in der Altstadt, der jeweils Freitags von 14 bis 18 Uhr, Samstags und Sonntags von 11 bis 14.30 Uhr geöffnet hat, werden Passanten mit kleinen Tiramisu-Portionen versorgt. Aktuell umfasst das Sortiment neben dem Klassiker die Geschmäcker Pistazie, Haselnuss, Mango und Nuss-Nougat. Saisonal werde man aber Anpassungen vornehmen, kündigt Cateno Massa an. „Wir wollen Sorten anbieten, die man so nicht vom Tiramisu kennt.“ Und sein Vater ergänzt: „Unsere Fantasie ist groß.“ Neben neuen Geschmäckern tüftle man auch bereits an kalorienreduzierten Sorten. Die Tiramisus im Direktverkauf enthalten keinen Alkohol, bei Bestellungen für private Feiern sei man dafür aber offen. Die Pistazien- und Haselnusscreme beziehe man direkt aus Sizilien, mit weiteren Zulieferern sei man in Gesprächen. Natürlich produziere man originales Tiramisu ohne Sahne, betont Cateno Massa.
Reiner Familienbetrieb
Die Familie Massa betreibt „Catenos“ bislang neben ihren jeweiligen Vollzeitstellen. Zumindest Cateno Massa könnte sich aber durchaus vorstellen, sich perspektivisch auch ganz der Dessert-Welt zu widmen. Aktuelle packen alle Familienmitglieder kräftig mit an. Vater und Sohn stehen dabei normalerweise in der nagelneuen Produktionsküche, Mutter und Tochter kümmern sich um administrative Aufgaben.
Die Eröffnung lief vielversprechend, auch wenn man den Andrang noch nicht gleich habe einschätzen können. „Am ersten Wochenende waren die Leute neugierig, am zweiten war das Apfelfest. Aber auch am dritten Wochenende waren wir noch erfolgreich“, resümiert Roberto Massa. Perspektivisch will die Familie Massa im „Catenos“ nicht ausschließlich Tiramisu anbieten, auch andere Dessert-Spezialitäten aus Italien oder Cheesecakes seien denkbar.
Ebenfalls neu in der Stadt ist seit Anfang Oktober „Izzi’s“ in der Stuttgarter Straße. Auch hier dreht sich alles um eine süße Spezialität – den Kaiserschmarrn. Die beiden Gründer Tobias Fink und Kajan Ramalingam kennen sich seit der fünften Klasse, beide besuchten die nur einen Katzensprung entfernte Realschule im Aurain. Im Januar dieses Jahres seien die beiden in Wien auf der Suche nach Kaiserschmarrn gewesen und auf einen Laden gestoßen, dessen Konzept die beiden so sehr überzeugte, dass sie gleich mehrfach dort aßen. „Wir hatten schon länger überlegt, etwas eigenständiges zu machen und sind dann auf dieses Konzept gestoßen, dass wir nach Bietigheim-Bissingen bringen wollten.“ Einen gastronomischen Hintergrund haben beide nicht, auch wenn Finks Eltern einen Weinbau in Ingersheim und eine Besenwirtschaft in Kaisersbach betreiben. Warum der Name „Izzi’s“? „Wir wollten dem Laden einen österreichischen Touch verleihen, aber ‚Sissi’s’ hätte man sich nicht schützen können“, erklärt Ramalingam.
Noch keine Sitzmöglichkeiten
Die beiden Gründer sehen ihr Konzept in einer Reihe mit anderen Systemgastronomien. Der Teig für den Kaiserschmarrn wird eingekauft und vor Ort mit verschiedenen Toppings veredelt. So entstehen Kreationen mit beispielsweise Banane, Erdbeeren oder Zwetschgenmousse. Auch saisonale Angebote sollen folgen. Geöffnet hat der Laden von Montag bis Samstag jeweils von 11 bis 22 Uhr.
Noch ist „Izzi’s“ ein reiner To-Go-Laden, um auch Sitzmöglichkeiten anzubieten, sei erst die Genehmigung für eine Umnutzung durch das Bauamt nötig. Darauf warte man nun bereits seit drei Monaten. Und doch blicken Fink und Ramalingam bereits in die Zukunft. Langfristig träumen sie von weiteren Filialen in der Region, zunächst müsse sich aber das Geschäft in der Stuttgarter Straße stabilisieren. Die erste Resonanz sei immerhin durchweg positiv. Die Kundschaft bestehe aus Schülern einerseits, Laufkundschaft, die sie auf dem Arbeitsweg oder via Social Media entdeckt hätten, andererseits. „Viele Jüngere kennen Kaiserschmarrn gar nicht. Und ältere Gäste verbinden es mit dem Ski- oder Wanderurlaub“, sagt Ramalingam.
