Erligheim
: Ein besonderes Abenteuer vor der Fernsehkamera

Bärbel Adelhelm stellte sich der Herausforderung „ZDF-Küchenschlacht“ und berichtet der BZ von ihren Erfahrungen im Hamburger TV-Studio.
Von
Jürgen Kunz
Bönnigheim
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Die Erligheimerin Bärbel Adelhelm über Moderator und Koch Mario Kotaska: „Ein super Typ! Leger und kameradschaftlich bis zum kleinen Zeh. Er ist der Fels in der Brandung.“

/Norman Kalle

Es ist und bleibt ein Abenteuer und ich bin stolz und zufrieden, ein Teil – wenn auch nur für kurze Zeit – dieser tollen Menschen zu sein“, so resümiert im Rückblick die Erligheimerin Bärbel Adelhelm ihren Einsatz bei der ZDF-Kochshow „Küchenschlacht“. Dass die Jurorin Meta Hiltebrand – die inzwischen 40-Jährige wurde mit 23 Jahren im Restaurant Monte-Primero in der Zürcher Altstadt die schweizweit jüngste Küchenchefin – die geschabten Spätzle der Schwäbin aus Erligheim kritisierte, nimmt die jung gebliebene, passionierte Köchin mit einem Lächeln hin; viel größer war ihr Sorge, dass die Fernsehkamera ein unerbittlicher Gegner sein könnte: „Bin ich doch schon knackige 68 Jahre alt.“

Ein bisschen Medienprofi ist Bärbel Adelhelm schon. Sie ist Autorin der ersten Stunde des Hamburger Speisekammer-Magazins und hat als Administratorin die Facebook-Gruppe „Erligheim, meine Heimat“ initiiert. Doch ein mehrteiliger Fernsehauftritt in der ZDF-Küchenschlacht hat eine ganz andere Dimension, zumal es ihre erste große Reise über 650 Kilometer mit dem Auto nach Hamburg-Altona war.

„Mir geht es gut! Ich bin überhaupt nicht aufgeregt! Vielleicht etwas angespannt, ja“, so erinnert sich die Hobbyköchin gegenüber der BZ an den ersten Drehtag im Fernsehstudio. Kurz nach 8 Uhr wird sie zusammen mit anderen Kandidaten im Hotel abgeholt: „Wir kommen ins Plaudern und es stellt sich heraus, dass Ivan auch zu meiner Gruppe gehört. Kurz darauf kommt noch Jörn, der sehr aufgeregt ist und Selina, die, wie ich, aus Baden-Württemberg ist. Der Bus ist pünktlich. Wir werden für einen Kilometer fünf Minuten ums Karree gefahren und steigen dann bei den Fernsehmachern aus.“ Im Studio werden sie durch die Räumlichkeiten geführt, dort ist die Maske, dort das Kostüm, unten die große Küche, oben Räumlichkeiten, in denen sich die Teilnehmer aufhalten, solange sie als Kandidaten eingeplant sind. „Ich muss in die Maske. Eine sehr nette Maskenbildnerin macht das Beste aus mir. Die Frau vom Kostüm schaut, was ich anhabe und nickt es wohlwollend ab“, berichtet Adelhelm. Dann geht es auch schon zum Set vor die Studiokamera, die ihr Entree aufnimmt. Also die Sequenz, in der sie sich vorstellt, die dann später „reingeschnitten“ wird.

Moderator Mario Kotaska gesellt sich zu den Kandidaten. Ein super Typ, so Adelhelm, leger und kameradschaftlich: „Er ist der Fels in der Brandung. Geht mit uns einige Fragen und Antworten durch. Nimmt Hemmnisse.“ Die Erligheimerin ist etwas ungehalten, weil sie als erstes nachher von ihm interviewt werden soll. „Hab ich doch am Anfang viel zu tun und überhaupt. Es passt mir einfach nicht! Er souverän: ‚Genau so sagst du es mir, schick mich ruhig weg!’ Na, wenn das so ist, werde ich es tun“, beschreibt die 68-Jährige das erste Zusammentreffen.

Die Show beginnt, wie geplant, und Kotaska „will mit mir plaudern, aber wie abgemacht versuche ich ihn wegzuschicken.“ Aber so leicht macht es der TV-Profi ihr nicht. Adelhelm: „Gut, er kitzelt mir noch den Namen des Gerichtes heraus und lässt mich dann aber in Ruhe.“

„Ich gehe wieder in meinen Tunnel. Routiniert spule ich mein Programm ab. Spätzleteig, Gurken hobeln und salzen. Die ersten wichtigen Schritte sind getan.“ Das Leibgericht „Pollo fino mit Rahmsoße, handgeschabten Spätzle und Gurkensalat“ gelingt. Dabei bemerkt sie, wie der Kameramann sie auf Schritt und Tritt begleitet – er kommt zu nahe an das Glas mit Wein und schüttet es in den Joghurt. Der Wein sollte fürs Ablöschen des Fleisches sein, der Joghurt für die Gurken. Eine Assistentin kommt schnell und ersetzt beides.

Kotaska kommt wieder zum Plaudern, und die Erligheimerin schwätzt mit dem Kochprofi: „Ja, ich bin Schwäbin und stolz darauf.“ Nach ihrer Einschätzung ist der Spätzlesteig perfekt. Ob es am Hamburger Wasser oder an den Hamburger Hühnereiern liegt? Sie weiß es nicht. „Jedenfalls kam Mario kurz vor Schluss noch mal zu mir, um mit mir das Spätzleschaben zu demonstrieren“, sagt Adelhelm. Das Pollo fino war perfekt. Die Spätzle badeten noch im „Breggeltem“ – in Butter gebräuntes Paniermehl. Der Gurkensalat exzellent abgeschmeckt, sie war stolz und sehr zufrieden.

Die Jurorin Hiltebrand kommt unter tosendem Applaus ins Studio und setzt sich an den runden Tisch. Ein Essen nach dem anderen wird verkostet. Die Erligheimerin: „Als ich dran bin, meckert sie über meine perfekten Spätzle. In diesem Moment geht mir alles durch den Kopf! Alle, alle die jetzt zugucken, glauben nun, ich kann keine Spätzle machen, ich, als stolze Schwäbin.“ Sie empfindet es als ungerecht. Bei der zweiten Aufzeichnung am Nachmittag ist die Aufgabe „Vorspeisen“ und Adelhelm überzeugt mit ihren Selleriepralinen Juror Robin Pietsch: „Die sind geschmacklich ein Brett.“

Am zweiten Tag geht es der Erligheimerin schlecht: „Ich habe sehr schlecht geschlafen und fühle mich wie durch den Wolf gedreht. Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit.“ Beim Motto „vegetarisch“ brennen dann ihre Kichererbsenfrikadellen an, was auch die Jurorin Zora Klipp nicht mehr schön reden kann. Bei der Nachmittagsaufzeichnung „Dessert“ darf Bärbel Adelhelm unter dem Publikum die TV-Show aus einer anderen Perspektive beobachten. Profi Mario Kotaska hat eine Überraschung für sie: Seine Kreation – ursprünglich Pfirsich Melba – hat er in „Pfirsich Bärbel“ umgetauft und dieses Dessert ihr kredenzt.