Dr. Nienhues aus Bietigheim impft im Zelt
: Ab Montag wird im Zelt auf dem Hofmeister-Parkplatz geimpft

Hausärztin Dr. Nicola Nienhues möchte das Impfen aus ihrer Praxis verlagern. Sie hat dafür nun auf dem Hofmeister-Parkplatz ein Impfzelt aufgebaut.
Von
Heidi Vogelhuber
Bietigheim-Bissingen
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Seit Freitag steht auf dem Parkplatz des Bietigheimer Möbelhauses Hofmeister das künftige Impfzelt. Von links: Carl Friedrich Hofmeister, Dr. med. Nicola Nienhues und Klaus Nienhues. ⇥

Helmut Pangerl

An der Stelle, an der sonst der Hofmeister Weihnachtscircus steht, wurde im Laufe des Freitags ein weißes Zelt aufgebaut. Mitarbeiter der Zeltvermietungsfirma Ammann bringen die letzten Streben und Stangen an, denn hier startet am Montag um 10 Uhr der Betrieb des Impfzentrums oder vielmehr Impfzeltes, das die Bietigheimer Hausärztin Dr. Nicola Nienhues initiiert hat. Die Ärztin überlegte, wie sie wieder Ruhe in ihre Hausarztpraxis in der Berliner Straße bringen und zeitgleich mit dem Impfen gegen das Coronavirus fortfahren könne. Bislang hat sie bereits 4000 Menschen geimpft. Ihre Idee: das Impfen an einen externen Ort auslagern (die BZ berichtete).

Engagierte Zusammenarbeit

„Ich fahre morgens immer hier vorbei“, sagt sie im Gespräch mit der BZ vor Ort. Kurzerhand hat die beherzte Ärztin beim Möbelhaus angerufen und dem Geschäftsführer Frank Hofmeister ihr Anliegen erklärt. „Er hat mir gleich zugesagt“, sagt sie. Es sei schnell gegangen, innerhalb von zwei Tagen habe man alle Formalien besprochen gehabt. „Der Kern hier ist das Gemeinsame“, sagt Carl Friedrich Hofmeister, der sich vor Ort vom Fortschritt des Impfzelts überzeugen wollte. Der Sohn des Geschäftsführers zeigt sich begeistert vom Engagement und der guten Arbeit, die alle Beteiligten leisten. „Jetzt hoffe ich, dass auch die Bürger gute Arbeit leisten und zum Impfen kommen“, sagt er.

Entscheidend für die Platzwahl sei der Bekanntheitsgrad des Bietigheimer Unternehmens. „Jeder weiß gleich, wohin er muss. Außerdem kann hier gut geparkt werden“, erklärt Klaus Nienhues, der Ehemann der Ärztin, der sie tatkräftig unterstützt.

Doch nicht nur er, das gesamte Team der Arztpraxis sei an Bord. Denn das Impfzelt mit seinen vier Impfkabinen wird ausschließlich von Mitarbeitern der Praxis betrieben. „Wir haben das Team aufgestockt“, berichtet Klaus Nienhues. Anfang 2022 seien es dann 23 Angestellte. Derzeit gebe es schon eine Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um die Vergabe von Impfterminen kümmere; eine zweite komme dazu. Ab Montag werden immer drei bis vier Mitarbeiterinnen im Impfzelt sein – je nach Auslastung. Zu Beginn gehe der Betrieb noch sachte los. Denn Impfstoff wird immer dienstags für die nächste Woche bestellt.

Mehr Impfstoff wird geliefert

„Wir starten mit den ausgemachten Impfterminen für nächste Woche, nur eben am neuen Ort“, sagt Nicola Nienhues. Für übernächste Woche bekomme sie dann deutlich mehr Impfstoff, da Betreibern von Impfzentren mehr geliefert werde. Der sanfte Start sei gut, damit sich die Abläufe einspielen können, durchgeplant sei aber schon alles. Viel organisatorische Arbeit für das Ehepaar.

Eine Bitte hat die Ärztin noch an die Impfwilligen: Jeder solle mit vollständigen Unterlagen (Personalausweis, Impfpass, gültiger Krankenkassenkarte) erscheinen und zwar in Kleidung, die ein schnelles Freilegen des Armes ermögliche. „Bei uns herrscht keine Anzug- und Krawattenpflicht“, scherzt sie. Denn all das würde die Wartezeit aller unnötig verlängern. Außerdem betont Nienhues nochmals: „Gerade vor Weihnachten ist es sinnvoll, sich boostern zu lassen und die Diversität im Impfstoff vergrößert die Chance, dass die Immunantwort passt.“ Kreuzimpfungen, unter anderem Auffrischungsimpfungen mit Moderna, seien sehr effektiv.

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