DEL2: Steelers lassen zu viele Chancen aus und verlieren

Ravensburgs Matthew Struthers setzt sich hier gegen Marek Racuk (links) durch, der im Schlussdrittel mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt wurde.
/Eibner-PressefotoDie Bietigheim Steelers ließen es am Freitagabend an Effizienz vermissen und vergaben etliche gute Torgelegenheiten beim Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars. Zwei späte Tore durch Cole Fonstad änderten nichts mehr an der 3:5-Niederlage.
Bei den Ellentälern stand Keanu Salmik zwischen den Pfosten. Trainer Tim Kehler vertraute ansonsten auf die etablierte Erste Reihe bestehend aus den Stürmern Jack Dugan, Cole Fonstad und David Cerny neben den Verteidigern Tim Bender und Matthias Pape. Alexander Preibisch, Mike Fischer und auch Arne Uplegger fehlten den Bietigheimern. Mai Crnkic stand für Nolan Ritchie im Kader.
Die Ellentäler legten munter los und kamen durch gutes Forechecking in den ersten Minuten zu zwei guten Möglichkeiten. Schon nach 90 Sekunden eroberte Justin Büsing die Scheibe neben dem Tor der Towerstars und spielte den im Zentrum stehenden Max Ziergiebel an. Doch der verzog in unmittelbarer Tornähe. Die Scheibe lief weiter geht durch die Reihen der Bietigheimer. Marek Racuk leitete den Puck gut auf den am langen Pfosten freistehenden Mai Crnkic weiter. Doch der hielt den Schläger nicht einschussbereit in seinen Händen und konnte nicht in die offene linke Ecke einschieben (4.).
Brandgefährlich wurde es in der achten Spielminute, als ein steiles Anspiel Jack Dugan erreichte. Der Amerikaner konnte von halbrechter Position alleine auf Towerstars-Schlussmann Ilya Sharipov zulaufen. Doch der frühere Steelers-Keeper zeigte eine tolle Parade und lenkte das Hartgummi über den Kasten.
Kurz nach dem Powerbreak jubelten dann aber die Oberschwaben. Matthew Struthers konnte die Scheibe unbedrängt ins gegnerische Angriffsdrittel führen und legte auf Simon Sezemsky ab. Der zögerte nicht lange und hämmerte den Puck auf den Bietigheimer Kasten. Keanu Salmik konnte das kurze Eck nicht rechtzeitig zumachen und das Spielgerät schlug über seiner rechten Schulter zur Führung der Gäste ein (11.).
Rückstand trotz Chancenplus
Von dem plötzlichen Rückstand zeigten sich die Hausherren kaum beeindruckt und spielten weiter mutig nach vorne. Doch auch Bastian Eckl scheiterte im Eins-gegen-Eins an Sharipov, der das Bein ausfahren und so noch klären konnte (17.). Nach einem Drittel ohne Strafzeiten gingen die Steelers trotz optischer Überlegenheit und fast doppelt so vielen Torschüssen (11:6) mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.
Zu Beginn des zweiten Drittels waren zunächst die Gäste am Drücker. Doch Salmik parierte gegen den alleine auf ihn zufahrenden Struthers (23.) und Louis Lotta schlenzte die Scheibe in Tornähe über den Bietigheimer Kasten. Doch dann setzten sich die Gäste auf der rechten Seite durch. Anselm Gerg bediente perfekt den in der Box stehenden Matej Mrazek, der zum 2:0 für die Gäste einschob.
Die Steelers drängten nun auf den Anschlusstreffer, konnten aber auch ihre erste Überzahlphase nicht nutzen. Einen Schuss von Luca Franzese musste Sharipov anschließend abprallen lassen. Am linken Pfosten stand David Cerny parat, sicherte sich den Rebound und staubte zum umjubelten Anschlusstreffer ein (30.).
Doch die Freude darüber sollte nicht lange anhalten. Keine Minute später legte Struthers im sehenswerten Zusammenspiel auf Sturm-Kollege Matt Fonteyne ab und der stellte mit seinem Treffer zum 3:1 direkt den alten Abstand wieder her. Nun starteten die Steelers eine Druckphase. Doch erneut waren die Gastgeber vor dem Tor nicht zwingend genug oder scheiterten am überragenden Sharipov. Nach einer Strafzeit gegen Benjamin Zientek schlenzte Mark Rassell die Scheibe in Überzahl ins lange rechte Eck zum 4:1 für die Oberschwaben.
Goaliewechsel und lange Strafzeit
Zum Schlussdrittel wechselten die Steelers den Torwart. Nun stand Felix Noack im Kasten der Ellentäler für den beim ersten Tor unglücklich aussehenden, aber bei den anderen Gegentreffern machtlosen Salmik. Nach einem harten Check von Marek Racuk gegen Arne Gerg überprüften die Schiedsrichter die Situation per Videobeweis und brummten dem Bietigheimer eine 5-Minuten-Strafe plus Spieldauer-Disziplinarstrafe auf. In Unterzahl waren es dann die Bietigheimer die beherzt aufspielten und sich drei Riesenchancen herausspielen. Es blieb aber bei der ineffizienten Verwertung der Torchancen und weder Eckl noch Cerny und Spitzner konnten den starken Sharipov überwinden.
Fonstads Tore kommen zu spät
As beide Teams wieder vollständig waren jubelten wieder die Gäste. Latta schob nach Zuspiel von Fonteyne zum 5:1 ein. Doch die Ellentäler gaben nicht auf. Cole Fonstad schnappte sich die Scheibe von seinem Gegenspieler und erzielte nur 54 Sekunden später den Anschlusstreffer zum 2:5. Zweieinhalb Minuten vor Ende nutzten die Steelers ihr zweites Power Play: Wieder war es Fonstad, der nach gewonnenem Bully das Hartgummi ins Netz zum 3:5 hämmerte. Nach einer Auszeit zog Tim Kehler den Goalie und es ging im Sechs-gegen-Fünf weiter. Doch den Ellentälern lief die Zeit davon und es blieb beim 3:5.„Es fühlt sich nicht an wie eine 3:5-Niederlage“, sagte Steelers-Trainer Tim Kehler nach der Partie. „Im ersten Drittel hatten wir Kontrolle über das Spiel, ihr Torwart zeigte tolle Paraden. Der Einsatz hat gestimmt, aber wir haben vor dem Tor einfach zu viel liegen gelassen.“
Am Sonntag (17 Uhr) sind die Bietigheim Steelers zu Gast beim EV Landshut.