DEL2: Eispiraten unterbinden Forecheck der Steelers

Steelers-Keeper Keanu Salmik (links) kann hier gegen Crimmitschaus Stürmer Leon Neiger parieren. Steven Raabe (rechts) attackiert den Angreifer von hinten.
Mario Jahn/ImagoNach dem 4:2-Heimsieg am Freitag gegen den EHC Bad Nauheim haben die Bietigheim Steelers am Sonntag bei den Eispiraten Crimmitschau eine 2:5-Niederlage hinnehmen müssen. Die Ellentäler spielten dabei ohne Verteidiger Arne Uplegger. Der Steelers-Verteidiger hatte im Spiel gegen Bad Nauheim die Scheibe im Gesicht abbekommen und dabei einige Zähne verloren. Während Headcoach Tim Kehler auf die bewährte Erste Reihe mit Tim Bender, Matthias Pape, Cole Fonstad, Jack Dugan und David Cerny setzte, bekam auf der Goalie-Position Keanu Salmik den Vorzug gegenüber Felix Noack.
In typischer Steelers-Manier setzten die Gäste auf ein frühes Forechecking, das den Eispiraten zunächst Probleme bereitete. Als eine von der Bande zurückspringende Scheibe bei Matthias Pape landete, fackelte der Bietigheimer Verteidiger nicht lange und zog direkt ab. Sein Schuss aus dem Halbfeld überraschte Crimmitschaus Keeper Kevin Reich offenbar und sauste durch alle hindurch ins linke, obere Eck zum frühen 1:0 (4.). Die Ellentäler blieben weiter mit dem Fuß auf dem Gaspedal und hätten kurz darauf fast das zweite Tor nachlegen können. Doch nach einem Zuspiel von Cole Fonstad konnte Pape Eispiraten-Goalie Reich nicht ein zweites Mal überwinden. Der erste richtig gefährlichen Angriff der Hausherren resultierte aus einem Missverständnis zwischen Justin Büsing und Tim Schüle. Plötzlich konnte Louis Brune alleine auf den Bietigheimer Kasten zufahren. Doch Keanu Salmik parierte souverän. Auch nach dem Powerbreak war es der Bietigheimer Goalie, der den Ausgleich verhindern konnte. Ein tiefer Pass erreichte Sebastian Streu im Zentrum. Dessen Schuss konnte Salmik parieren und der Nachschuss von Dylan Wruck touchierte nur das Außennetz.
Zwei Tore binnen 49 Sekunden
Eine Strafzeit gegen Steelers-Verteidiger Tim Bender sorgte dann für den Wendepunkt. Mit einer wunderschönen Kombination hebelte Crimmitschau nach nur 12 Sekunden in Überzahl die Bietigheimer Abwehr aus. Brune leitete das Hartgummi weiter auf den im Zentrum völlig frei stehenden Jarno Kärki und der zog direkt ab zum sehenswerten Ausgleich (17.). Der Treffer gab den Sachsen Auftrieb. Keine Minute später passte Collin Adams die Scheibe einmal quer durchs Angriffsdrittel auf den am langen Pfosten positionieren Sebastian Streu. Und der 26-Jährige netzte die Scheibe ins linke Eck zum Führungstreffer ein (18.). Obwohl die Steelers 15 Minuten eine gute Leistung gezeigt hatten, lagen sie nach dem Auftaktdrittel hinten.
Das zweite Drittel begann mit je einer Großchance auf beiden Seiten. Ein von Eispiraten-Stürmer Logan Will abgefälschter Schuss bereitete Salmik zunächst Schwierigkeiten. Doch im Nachfassen bekam der junge Bietigheimer Keeper die Scheibe unter Kontrolle. Einen Aluminium-Treffer landete dann Jack Dugan, als sein Schuss von Crimmitschaus Torhüter an den rechten Innenpfosten gelenkt wurde. Die kurz freiliegende Scheibe klärte dann Logan Will, bevor ein Bietigheimer Angreifer ans Hartgummi hätte kommen können. Ihre zweite Unterzahl-Phase konnten die Steelers dann schadlos überstehen und der anhaltenden Druckphase der Hausherren gut Paroli bieten.
Gegentor in Unterzahl
Doch dann wurde es wild im Kunsteisstadion im Sahnpark. Die Steelers kamen durch eine Strafe gegen Crimmitschaus Verteidiger Adam McCormick zu ihrem ersten Power Play. Als dann Keanu Salmik nach Kontakt mit Johannes Schmid zu Boden ging, gab es die nächste Zeitstrafe gegen Crimmitschau. Es sah zunächst nach einer doppelten Überzahl für die Gäste aus. Doch statt des zunächst erwarteten Fünf-gegen-Drei wurde auch Keanu Salmik bestraft wegen unsportlichen Verhaltens. Seine zwei Minuten musste Lois Spitzner absitzen. Es ging weiter im Fünf-gegen-Vier für die Steelers. Doch das Team von Tim Kehler musste den nächsten Gegentreffer hinnehmen. In Unterzahl behauptete Louis Brune die Scheibe gegen Jack Dugan und feuerte einen Schuss aufs kurze Eck des Bietigheimer Kastens ab, der über Salmiks Fanghand zum überraschenden 3:1 einschlug (34.).
Munter Hin und Her ging es dann zu Beginn des Schlussabschnitts. Zunächst fälschte Jarno Kärki die Scheibe entscheidend vor dem Tor ab, um auf 4:1 zu stellen (43.). Aber nur elf Sekunden darauf sorgte Cole Fonstad nach einem Querpass durch die Zone mit einer Direktabnahme dafür, dass der alte Abstand wiederhergestellt wurde und ein 4:2 an der Anzeigetafel stand. Doch eine Aufholjagd sollte nicht folgen. Denn nachdem Salmik die Scheibe in seinem Torraum nicht kontrollieren konnte und das Spielgerät frei vor seinem rechten Schoner liegen blieb, stocherte Logan Will den Puck über die Torlinie zum 5:2 für Crimmitschau (45.).
Dugan verschießt Penalty
Anschließend drängten die Steelers darauf, den Rückstand zu verkürzen. Lois Spitzner wurde auf dem Weg zum Torschuss per Stockschlag gehindert. Doch den daraus resultierenden Penalty vergab Jack Dugan kläglich.
Die Sachsen hatten sich nun gut auf das Spiel der Ellentäler eingestellt. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Ein letztes Aufbäumen blieb dann auch deshalb aus, weil David Cerny in den letzten Minuten eine weitere Zeitstrafe absitzen musste. Bietigheim lief nun die Zeit davon und am Ende jubelten die Eispiraten über einen nicht unverdienten 5:2-Sieg.
„Es ist uns schwergefallen gegen die Geschwindigkeit von Crimmitschau anzukommen“, sagte Steelers-Trainer Tim Kehler nach der Partie. „Das hat unseren Forecheck unterbunden. Wir hatten einen guten Start und es war enttäuschend nach dem ersten Drittel hinten zu liegen.“
Am kommenden Freitag (20 Uhr) sind die Steelers zu Gast beim Aufsteiger, den Memmingen Indians.