Bundestagswahl 2025: Hohe Wahlbeteiligung im Landkreis

Die Wahlbeteiligung im Kreis lag über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Im Bild: das Wahllokal Kinderhaus in Untermberg
/Martin KalbDas deutschlandweite Ergebnis der Bundestagswahl 2025 spiegelt sich im Großen und Ganzen auch im Landkreis Ludwigsburg wider. 375.456 Bürgerinnen und Bürger gaben ihre Stimmen in den Wahlkreisen 266 Neckar-Zaber und 265 Ludwigsburg ab. Wie gewählt wurde, hat sich die BZ genauer angeschaut.
Wahlsieger und -verlierer
Im Kreis sind die Sieger eindeutig: Die CDU konnte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl 2021 ein Plus von 7,6 Prozentpunkten verzeichnen und ist mit seinen 37,7 Prozent klarer Gewinner. 113.913 Menschen gaben ihre Zweitstimme der CDU. Dieser Zugewinn konnte nur noch von der AfD übertroffen werden, die sich um 8,8 Prozentpunkte steigerte und ihr Ergebnis damit fast verdoppelte auf 17,6 Prozent. 53.063 Menschen setzten dort ihr Kreuz. Auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums gab es Zuwachs: Die Linke konnte sich im Landkreis Ludwigsburg um 3,2 Prozentpunkte steigern und damit mehr als verdoppeln auf 5,9 Prozent. 17.799 Bürgerinnen und Bürger entschieden sich für ein Kreuzchen bei den Linken.
Die großen Wahlverlierer waren auf Kreis- sowie Bundesebene die Liberalen. Mit 9,9 Prozentpunkten weniger schaffte es die FDP im Kreis mit 6,1 Prozent zwar über die Fünf-Prozent-Hürde, das half jedoch beim bundesweiten Ergebnis nur mäßig. Entschieden sich 2021 noch 46.196 Menschen im Kreis für die FDP, waren es 2025 nur noch 18.597 und damit deutlich weniger als die Hälfte. Standen die Sozialdemokraten 2021 mit 22,2 Prozent der Wählerschaft noch gut da und waren der CDU (25 Prozent) dicht auf den Fersen, sieht das 2025 ganz anders aus. Nur noch 15 Prozent der Bewohner des Kreises (45.530 Menschen) entschieden sich für Rot. Ein Prozent der Bevölkerung weniger setzte sein Kreuz bei den Grünen, was 42.410 Stimmen entspricht; 3,6 Prozentpunkte weniger als noch 2021.
Wahlbeteiligung
Im Kreis haben 84,9 Prozent der insgesamt 358.463 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Wahlbeteiligung im Kreis sowohl über dem bundesweiten (82,5 Prozent) als auch dem landesweiten (83,4 Prozent) Schnitt. Auch in den Nachbarkreisen Stuttgart (82,9) und Rems-Murr (83,89) fiel die Wahlbeteiligung geringer aus. Spitzenreiter im Kreis ist auch bei dieser Wahl erneut die kleinste Stadt: in Oberriexingen wählten 90,4 Prozent der Einwohner, dicht gefolgt von Mundelsheim mit 89,3. Die geringste Wahlbeteiligung gab es in Eberdingen (77,8) und der Stadt Ludwigsburg (82,3).
Erststimmen
Besonders weit vorne lag der CDU-Direktkandidat Fabian Gramlich im Wahlkreis 266 mit 45,98 Prozent der Erststimmen in Mundelsheim. Sein CDU-Kollege Steffen Bilger erzielte die meisten Erststimmen im Wahlkreis 265 in Weissach (43,79 Prozent). Mario Sickinger (SPD) erreichte in Marbach sein bestes Ergebnis (17,79), Macit Karaahmetoglu in Kornwestheim (17,18).
Die Marbacher sorgten auch für das Top-Ergebnis des Grünen-Kandidaten Lars Schweizer (16,87). Bei der Parteikollegin Dr. Sandra Detzer war das in Ludwigsburg der Fall (19,47). Sein Spitzenergebnis holte FDP-Kandidat Andrey Belkin in Flein (5,26), Oliver Martin in Weissach (5,62). Dieter Glatting (AfD) war in Zaberfeld (32,92) besonders stark, Martin Hess in Hemmingen (20,98).
Die Kandidatin der Linken, Julia Schlembach, holte ihr bestes Ergebnis in Kirchheim (7,81), Parteikollegin Nadja Schmidt in Ludwigsburg (8,06).
Zweitstimmen
CDU-Hochburgen bei den Zweitstimmen sind im Kreis Großbottwar (36,5) und Weissach (38,28). Die SDP schnitt in Marbach (17,03) und Kornwestheim (16,47) am stärksten ab. Die Grünen konnten in Marbach (16,47) und Ludwigsburg (17,51) punkten. Ihre Spitzenergebnisse erzielte die FDP in Cleebronn (10,1) und Gerlingen (7,99); die AfD wiederum in Pfaffenhofen (32,87) und Hemmingen (21,53).
Zu den Wahlergebnissen in Sachsenheim und Bönnigheim
Sachsenheim stimmte mit rund 34 Prozent noch deutlicher für die CDU als der Kreis (32,5) und strafte die SPD mit 13,9 klarer ab (Kreis: 15). Der größte Unterschied zum Kreis-Trend ist die AfD, die mit 21,6 Prozent vier Prozentpunkte mehr holte als im Kreis. Die Grünen wiederum bekamen drei Prozentpunkte weniger (11,07). Mit 47 Prozent schnitt Fabian Gramling im Wahlbezirk 030-30 in Hohenhaslach am besten ab, Dieter Glatting im Wahlbezirk 010-12 in Großsachsenheim (28,41).