Bietigheim-Bissingen: CDU im Rathaus nur auf Rang Vier

Stimmabgabe im Rathaus Bietigheim.
/Martin KalbDass sich die politischen Kräfteverhältnisse in den verschiedenen Stadtteilen von Bietigheim-Bissingen zum Teil deutlich unterscheiden, wird deutlich, blickt man auf die Wahlergebnisse der einzelnen Wahlbezirke. Bei einer Wahlbeteiligung von 82,95 Prozent (2021: 77,6 Prozent) liegt die CDU in der Stadt zwar insgesamt vorne, jedoch nicht in jedem Wahlkreis.
So etwa im Wahlbezirk Rathaus Bietigheim. Hier erhielt die CDU nur 15,0 Prozent der Zweitstimmen. Hinter der AfD (22,7 Prozent), der SPD (18,4 Prozent) und den Grünen (16,4 Prozent) landete sie damit sogar nur auf Rang Vier. Ihre Hochburg hatte die Partei hingegen im Wahlbezirk Bietigheimer Wohnbau. Hier erzielte sie 37,9 Prozent der Zweitstimmen. Auch in der Gustav-Schönleber-Schule (37,0 Prozent), dem Siedlerheim im Sand (34,9 Prozent), der Kita Vorderer Weingartenweg (34,8 Prozent) und der Schule im Buch (34,48 Prozent) landete die CDU deutlich über ihrem Ergebnis in der ganzen Stadt. Mit 31,1 Prozent kann die Partei in Bietigheim-Bissingen deutliche Gewinne gegenüber der Bundestagswahl 2021 (24,3 Prozent) verzeichnen.
Gramling deutlich verbessert
Auch Direktkandidat Fabian Gramling konnte sein Ergebnis von 30,8 Prozent in 2021 auf nunmehr 37,4 Prozent verbessern. Damit schnitt er deutlich besser ab als seine Partei und übertraf sogar das Ergebnis, das sein Vorgänger Eberhard Gienger 2017 erzielt hatte (37,2 Prozent).
Die AfD kommt in Bietigheim-Bissingen auf 20,3 Prozent und lag damit nur knapp unter dem bundesweiten Ergebnis von 20,8 Prozent. Besonders stark schnitt die in Teilen rechtsextreme Partei im Kinderhaus Mikado (37,5 Prozent), dem Kinderhaus Buch (37,3 Prozent) und der Kita Fliederweg I (36,3 Prozent) ab. Insgesamt kam die AfD in sechs Wahlbezirken auf über 30 Prozent und wurde in acht Wahlbezirken stärkste Kraft. Ihr schwächstes Ergebnis holte die Partei in den Wahlbezirken Gemeindehaus St. Laurentius (15,5 Prozent) und der Waldschule (16,2 Prozent). Direktkandidat Dieter Glatting konnte 19,5 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen und schnitt damit leicht schwächer als seine Partei ab.
Die SPD hingegen musste auch in Bietigheim-Bissingen kräftig Federn lassen. Anstelle der 22,2 Prozent vor vier Jahren wählten nunmehr noch 14,4 Prozent die Sozialdemokraten. Einzig im Wahlbezirk Schule Metterzimmern erreichten sie ein Ergebnis von über 20 Prozent. In der Kita Fliederweg I (9,4 Prozent), dem Katholischen Gemeindezentrum (9,7 Prozent) und dem Wahlbezirk Bietigheimer Wohnbau (9,8 Prozent) blieb die Kanzlerpartei gar einstellig. Mario Sickinger schnitt dabei als Direktkandidat mit 15,3 Prozent (im Wahlkreis Neckar-Zaber 15,0 Prozent) immerhin noch leicht besser als seine Partei ab, gegenüber den 21,7 Prozent, die sein Vorgänger Thomas Utz hinter sich vereinen konnte, dennoch ein herber Verlust.
Eng beieinander liegen bei den Grünen die Erst- und Zweitstimmenergebnisse. In Bietigheim-Bissingen wählten die Partei nach 18,2 Prozent im Jahr 2021 nur noch 13,9 Prozent. Damit schnitten die Grünen in der Stadt jedoch immer noch besser ab als im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber (12,1 Prozent). In der Kita Paul-Bühler-Straße erzielten die Grünen mit 18,8 Prozent ihr bestes Ergebnis. Auch unter den Briefwählern war die Partei mit 18,0 Prozent klar zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Im Evangelischen Gemeindezentrum Pauluskirche und dem Kinderhaus Buch blieb die Partei allerdings unter drei Prozent. Direktkandidat Lars Schweizer konnte 13,2 Prozent der Stimmen hinter sich vereinen, nach 18,1 Prozent bei der vergangenen Bundestagswahl.
Linke feiern Erfolge
Die Linke konnte nicht nur bundesweit, sondern auch in Bietigheim-Bissingen Erfolge feiern – wenn auch mit 6,3 Prozent nicht ganz so fulminant. Allerdings liegt die Partei damit ein Prozent über ihrem Ergebnis im Wahlkreis Neckar-Zaber. Im Vergleich zur Bundestagswahl von 2021 (3,2 Prozent) konnte die Partei ihre Stimmanteile fast verdoppeln. Direktkandidatin Julia Schlembach schnitt mit 6,1 Prozent knapp schwächer als die Linke als solche ab.
Die FDP hätte die Fünf-Prozent-Hürde in Bietigheim-Bissingen mit 6,0 Prozent zwar übersprungen, im Vergleich zu 2021, als die Partei auf ganze 15,6 Prozent kam, ist sie damit dennoch der größte Verlierer der Wahl. Das für die FDP typische Stimmensplitting wird am Ergebnis des Direktkandidaten Andrej Belkin deutlich: Dieser liegt mit 3,7 Prozent nochmals deutlich hinter dem Parteiergebnis, sein Vorgänger Marcel Distl holte zuletzt 11,3 Prozent.
Das BSW blieb in in Bietigheim-Bissingen deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde: 4,4 Prozent wählten die noch junge Partei. Einen Direktkandidaten hatte das BSW nicht ins Rennen geschickt.
