BG Tamm/Bietigheim: Vom Aufsteiger zum Spitzenreiter

Spielmacher Eneko Haug Alonso (am Ball) und die BG Tamm/Bietigheim wirbeln durch die 2. Basketball-Regionalliga und führen als Aufsteiger nach sieben Spieltagen die Tabelle an.
Martin Kalb- BG Tamm/Bietigheim führt als Aufsteiger nach sieben Spieltagen die 2. Regionalliga an.
- Im Topspiel besiegte das Team die zuvor ungeschlagenen Heilbronn Reds mit 71:60.
- Mehrere knappe Siege prägten den Start – drei Partien wurden in den Schlusssekunden entschieden.
- Trainer Luka Celar betont Teamstärke und Defensive, warnt jedoch vor verfrühten Aufstiegsfantasien.
- Nächstes Spiel bei KKK Haiterbach: Highlight für das Team, infrastrukturelle Grenzen bleiben Thema.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Als am vergangenen Samstag die Schlusssirene ertönte, war Luka Celar die Freude deutlich ins Gesicht geschrieben. Der BG-Trainer klatschte mit seinen Spielern ab und schaute dann noch einmal auf die Anzeigetafel in der Sporthalle der Tammer Realschule. Sein Team hatte im Topspiel der 2. Regionalliga gerade gegen den bis dato ungeschlagenen Spitzenreiter Heilbronn Reds mit 71:60 gewonnen. Dank des sechsten Saisonsiegs hat Tamm/Bietigheim als Aufsteiger selbst die Tabellenführung übernommen. Drei Aufstiege innerhalb von vier Jahren feierte der Zusammenschluss aus VfB Tamm und TSV Bietigheim zuletzt. Nun wird die Erfolgsgeschichte auch in der 2. Regionalliga gegen etablierte Vereine in der Region weitergeschrieben.
Vor der Saison hatte Luka Celar bereits vermutet, dass die BG auch eine Liga höher wieder eine gute Rolle spielen könnte. Dass sein Team aber so durchstarten würde, hätte auch der Trainer nicht vermutet. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir nach sieben Spielen Tabellenführer sein könnten. Aber das ist einfach eine geile Mannschaft“, sagt er. Wobei Celar gleich bescheiden hinterherschiebt: „Es glaubt jetzt bei uns aber keiner, dass wir die Geilsten sind und weiter jedes Spiel gewinnen. Einige Spiele haben wir knapp gewonnen und könnten auch locker mit 3:4-Siegen statt 6:1 dastehen.“
Knappe Siege zum Auftakt
Tatsächlich waren die ersten Ligaspiele der BG nichts für schwache Nerven. Zum Auftakt gelang ein 80:79-Sieg nach zweifacher Verlängerung gegen die BG Remseck. Fekre Abraha traf den entscheidenden Freiwurf zum ersten Sieg. Auch eine Woche darauf in Tübingen stand das Spiel auf Messers Schneide. Dieses Mal war es Jannic Holzwarth, der zwei Sekunden vor Ende zum siegbringenden 77:75 traf. Beim darauffolgenden Heimspiel gegen die TSV Wieblingen Füchse wiederholte er dieses Kunststück und netzte vier Sekunden vor Schluss zum 86:85-Sieg ein.

Trainer Luka Celar instruiert seine Spieler in einer Auszeit. Der Trainer hat die BG Tamm/Bietigheim zu drei Aufstiegen innerhalb von nur vier Jahren geführt.
Andreas EssigDass gerade ein Aufsteiger in solch engen Partien so auftrumpft, ist ungewöhnlich. „Die Jungs arbeiten hart, haben Spaß und die neuen Spieler haben sich gut eingefügt“, fasst Celar zusammen. „Wir haben eine sehr ausgeglichene, homogene Mannschaft, das zeigt sich auch an den Zahlen. Jeder kommt auf seine Einsatzzeiten und trägt seinen Teil zum Erfolg bei.“ Während in der vergangenen Oberliga-Saison mit Eyke Prahst ein absoluter Ausnahmespieler in den Reihen der BG stand, ist die Last nun auf mehrere Schultern verteilt. Neben Jannic Holzwarth, Malte Prahst und Eneko Haug Alonso wissen auch die Neuzugänge Lenny Schurr und Alexander Ribitsch regelmäßig zu punkten.
Spiele ekelhaft gewinnen
Dennoch ist es in der 2. Regionalliga ein ganz anderer Basketball, den die BG spielt, wie Luka Celar berichtet. „Wir sind vom Talent her nicht die allerbeste Mannschaft der Liga. Bei uns gibt es nach Eykes Abgang keinen Spieler, der jede Partie 20, 30 Punkte macht. Deshalb müssen wir die Spiele jetzt ekelhaft gewinnen.“ Da Tamm/Bietigheim sich im Teamverbund aber viele Offensivrebounds sichert und Ballverluste erzwingt, hat der Aufsteiger oft viel mehr Wurfversuche als die Gegner. In vergangenen Jahren hatte sich die BG stets offensiv gut präsentiert und war als gutes Wurf-Team bekannt. Jetzt sind es andere Qualitäten, die ihnen die Siege bringen.
Wie lange kann der Höhenflug der BG weiter anhalten? Luka Celar möchte gar nicht zu weit vorausblicken. „Wir denken nur von Spiel zu Spiel und glauben jetzt nicht, dass wir auf Aufstiegskurs liegen“, macht er deutlich. Schon am Sonntag (16.30 Uhr) steht für Tamm/Bietigheim das Auswärtsspiel bei KKK Haiterbach auf dem Programm. „Das wird für die Jungs ein Highlight, dort zu spielen“, sagt Celar. Beim Traditionsverein läuft mit Brian Butler ein Spieler auf, der zuletzt für Fellbach in der 2. Basketball-Bundesliga ProB spielte.
Das sind Sphären, von denen die BG derzeit weit entfernt ist. „Generell stoßen wir infrastrukturell gerade an unsere Grenzen“, sagt Celar. Daher blickt er auch einem möglichen Aufstieg in die Regionalliga Südwest skeptisch entgegen. Denn dann müsste – anders als aktuell – Geld in die Hand genommen werden, um Spieler zu bezahlen. Bei der BG stehen Spaß am Spiel und Kameradschaft im Vordergrund. Neben dem guten Coaching sind das wahrscheinlich auch die Hauptgründe für den Erfolg der vergangenen Jahre.

