Beachhandball: Mit vereinten Kräften zur Beachhandball-Krone

Nach dem WM-Erfolg im Sommer strebt Hendrik Prahst nun mit den „Monkey Devils“ den Gewinn des wichtigsten Europapokal-Wettbewerb für Vereinsmannschaften an.
/Dorian Frick/ImagoMit der Nationalmannschaft hat Hendrik Prahst in den vergangenen Jahren jeden wichtigen Titel im Beachhandball gewonnen. Nach dem Titel bei der Europameisterschaft und Gold bei den World Games im Jahr 2025 gewann der 26-Jährige mit der deutschen Auswahl im zurückliegenden Sommer auch die Weltmeisterschaft. Nun peilt Bietigheim-Bissingens Sportler des Jahres beim auf der portugiesischen Atlantikinsel Porto Santo ausgetragenen Champions Cup (15. bis 18. Oktober) den nächsten großen Titelgewinn an.
Damit beim wichtigsten Europapokal-Wettbewerb für Vereinsmannschaften der große Coup gelingen kann, sind zwei deutsche Beachhandball-Schwergewichte ein Zweckbündnis eingegangen. Der amtierende Deutsche Meister 12 Monkeys Köln und der Rekordmeister BHC Sand Devils Minden haben sich für den Champions Cup zusammengeschlossen.
Während man in Deutschland weiter sportliche Rivalen bleibt, soll auf europäischer Ebene ein gemeinsamer All-Star-Kader zum Erfolg führen. Der eigentlich für die Otternasen Bartenbach auflaufende Hendrik Prahst ist auch mit dabei.
„Man hat sich gesagt, dass man nicht mit zwei Teams hinfahren will, wo bei jeder Mannschaft ein paar gute Spieler dabei sind, sondern eine sehr gute Mannschaft zusammenhaben“, erklärt Prahst im Gespräch mit der BZ. Im Vorjahr wurden die 12 Monkeys mit Prahst im Team Dritter und erzielten damit das beste Ergebnis einer deutschen Mannschaft überhaupt. Nun soll unter dem Namen „Monkey Devils Germany“ der große Coup gelingen.
Auf Puerto Santo treffen ab Donnerstag die 16 besten Vereinsmannschaften Europas zunächst in Vierergruppen aufeinander. Die Monkey Devils bekommen es zunächst mit Kävlinge HK aus Schweden, dem Schweizer Team BHC Rappi-Jona und dem ungarischen Vertreter Alba Fehérvár zu tun. Die jeweils besten drei Teams qualifizieren sich für die anschließende Hauptrunde, die in zwei Sechsergruppen ausgespielt wird. Den Sprung ins Viertelfinale schaffen die besten vier Mannschaften jeder Hauptrundengruppe. Dann wird im K.o.-Modus der Sieger ermittelt.
„Wir haben sehr gute Voraussetzungen und Ambitionen, es besser zu gestalten als letztes Jahr“, geht Prahst optimistisch ins Turnier. Die Teams aus Dänemark, Spanien und Portugal schätzt er als stärkste Konkurrenten ein.
Etablierte Abwehrformation
Da alle Mannschaften in ihren jeweiligen Ländern Meister geworden sind, ist das Niveau entsprechend hoch. Und man trifft auf viele Spieler, die man sonst nur aus dem Nationalmannschaftsbetrieb kennt. Auch in den eigenen Reihen: Denn bei den Monkey Devils wird der im deutschen Nationalteam etablierte Abwehrblock im Einsatz sein und die Achse für den angepeilten Turniererfolg bilden.
„Wir werden nicht lange brauchen, um uns einzuspielen und sind wirklich gut besetzt“, sagt Prahst selbstbewusst. Neben dem 2,00 Meter großen Bietigheimer stehen mit Severin Henrich (1,96 Meter) und Tobias Zeyen (1,98 Meter) zwei weitere große Abwehrrecken im Team. Auch die Nationalteam-Torhüter Moritz Ebert und Oliver Middell zählen zum Aufgebot. Man kennt sich, man ergänzt sich gut und hat zuletzt im Sommer das Fundament für den historischen WM-Titel gebildet. Im Angriff wirbeln die beiden Weltmeister Lennart Wörmann, und Robin John neben Timo Günther und Leon Prüssner.
Die Reise auf die kleine Nachbarinsel Madeiras muss von den Spielern zunächst privat finanziert werden. Zwar steuern Sponsoren einen gewissen Betrag bei und auch eine Crowdfunding-Aktion wurde ins Leben gerufen. Ob damit die gesamten Kosten getragen werden können, wird erst nach Turnierende feststehen.
Platz für weitere Medaillen
Aus Porto Santo mitbringen will Hendrik Prahst auf alle Fälle eine Medaille, am liebsten die goldene. Der Platz für weiteres Auszeichnungen im vertieften Bilderrahmen an der Wand geht ihm nach WM-, EM- und World Games-Edelmetall neben diversen MVP-Ehrungen aber langsam aus. „Da müsste ich etwas erweitern, aber das macht man dann ja gerne“, sagt Prahst schmunzelnd.
Anschließender Urlaub auf Porto Santo ist für den 26-Jährigen übrigens nicht drin. „Leider habe ich nicht mehr genug Urlaubstage übrig“, erklärt Prahst. „Die restlichen sind für den Dezember eingeplant.“ Denn dann nimmt der Bietigheimer mit der Beachhandball-Nationalmannschaft am Finale der IHF Global Tour-Finale im Oman teil.