Aufforstung am Kirchheimer Khaywald: Wäldchen mit 2700 Eichen entsteht

Aufforstung am Khaywald: Revierleiter Burkhard Böer (Mitte) und die Forstwirte Niklas Muth (links) und Friedhelm Schmoll setzen Bäume und Sträucher..⇥
Martin KalbEin ganz interessantes Projekt“, so bezeichnet Bürgermeister Uwe Seibold die Neuanlage eines kleinen Wäldchens am Khaywald in Nähe des Kirchheimer Häckselplatzes und der Grillstelle. Eine etwa 1,8 Hektar große bisherige Ackerfläche wird aufgeforstet, rund 1,4 Hektar davon überwiegend mit Traubeneichen, der Rest der Fläche hin zu den angrenzenden Äckern mit niedrig wachsenden Gehölzen und einer Blühwiese.
Man habe sich vor einiger Zeit Gedanken gemacht, wo der Kirchheimer Naturkindergarten entstehen könnte, erklärte Bürgermeister Seibold gegenüber der BZ. Auf einem Luftbild habe er dabei das „aus dem Wald herausgeschnittene ,U’“ am Khaywald entdeckt. Durch die Leitungstrassen für Strom und Wasser, die das Gelände „zerschneiden“, war schnell klar, dass dort kein Naturkindergarten entstehen kann, aber man könnte es doch aufforsten, so die Überlegungen des Kirchheimer Rathauschefs.
Ein Gemeinschaftsprojekt
Nach Gesprächen mit den Landwirten, denen die Ackerflächen gehörten, konnten die Grundstücke 2021 von den privaten Eigentümern gekauft werden. Parallel dazu wurden Gespräche mit der Naturschutzbehörde und Revierleiter Burkhard Böer geführt. „Entstanden ist ein schönes Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde, Landwirten, die mitgezogen haben, und Forst“, sagt Seibold, nachdem die Pflanzungen jetzt abgeschlossen wurden. Die Schneise sei aufgewertet, ein nachhaltiges Projekt umgesetzt worden und natürlich gibt es für die Gemeinde auch Ökopunkte. „Wir haben es aus ökologischen Gründen gemacht, die Ökopunkte nimmt man aber gerne mit“, so Seibold.
Auch Revierleiter Böer freut sich über das gelungene Projekt, wodurch knapp 1,8 Hektar neue Waldfläche entsteht für die Gemeinde Kirchheim, die mit knapp 30 Hektar eher zu den kleineren kommunalen Waldbesitzern im Landkreis gehört. Die prägende Baumart wird natürlich die Eiche sein, dennoch wird mit den Mischbaumarten Winterlinde, Hainbuche, Elsbeere, Speierling und Waldeibe „ein bunt gemischter Wald entstehen“.
Insgesamt 4700 Pflanzen, darunter 2700 Eichen, wurden von den Forstwirten Niklas Muth und Friedhelm Schmoll gepflanzt. Die Beschaffung der Setzlinge war dabei durchaus eine Herausforderung für Böer, denn es wurden dabei etliche Lieferanten gebraucht. Insgesamt dauerten die Planungen für das Aufforstungsprojekt rund zwei Jahre.
Im Herbst wurde der Boden umgepflügt und man hoffte auf Forst, „was gut funktioniert hat“, wie der Revierleiter sagte. Danach wurde die Fläche mit der Egge bearbeitet und im zeitigen Frühjahr am Randstreifen eine mehrjährige Blühmischung gesät. Der Übergang vom Randstreifen zum Waldbereich wurde mit Sträuchern wie Hasel, Holunder, Pfaffenhütchen, Liguster, Schneeball und Schlehe bepflanzt.
In den nächsten sieben Jahren muss das künftige Wäldchen gepflegt werden. „Wir müssen es vor Wild schützen und zwei Mal jährlich durchmähen“, erklärt der Förster. Eventuell muss auch gegossen werden. Dazu Böer: „Man muss den Eichen schon helfen.“ Nach etwa zehn Jahren wird dann der Zaun entfernt, bis dahin haben die Bäume eine Höhe von etwa zwei Metern erreicht. Das Förster generationenübergreifend in langen Zeiträumen denken, wird spätestens dann deutlich, wenn man das Alter von Eichen einbezieht. Die werden schließlich rund 200 Jahre alt.
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