In der Nähe der Stadthalle, auf dem Denkinger-Areal, könnten 40 neue Wohnungen entstehen. Das an der B 27 gelegene Grundstück gehört teilweise jetzt schon der Balinger Wohnbau, für den Rest der Fläche hat sie unlängst Interesse bekundet. Geplant sind zwei Gebäude mit drei Vollgeschossen und nach hinten versetzem Staffelgeschoss, das dem hohen Gebäude die optische Wucht nehmen soll.
Vermutlich umschließt ein größeres Gebäude, das aus zwei im nahezu rechten Winkel angeordneten Schenkeln besteht und weitläufig an ein L erinnert, ein kleineres frei stehendes Gebäude. Baudezernent Michael Wagner sprach am Mittwoch von einer kreativen Lösung der Wohnbau Balingen.

Lärm der B27 abblocken

Der riegelartige Bau schotte die Bewohner durch seinen Grundriss vom Lärm der naheliegenden B 27 ab. Ebenfalls lärmmindernd wirkt ein zweigeschossiges Parkdeck mit geneigten Dachflächen, sodass außer Begrünung später einmal auch Photovoltaik möglich ist. Die Garagen schotten die Gebäude von der Bundesstraße ab.
Einige Sträucher hin zum Etzelbach und vielleicht zwei oder drei Obstbäume würden weichen müssen, wie der Vorsitzende der Wohnbaugenossenschaft Balingen, Matthias Aigner, auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. Im Gegenzug würden aber weit mehr Bäume neu gepflanzt, und der waldähnliche Grünzug hin zum Etzelbach würde unangetastet bleiben. Eine komplett ausgereifte architektonische Planung liege aber noch nicht vor, so Aigner.
Bis zur Genehmigungsreife können durchaus noch zwei Jahre ins Land ziehen. Gut für die potenziellen Bewohner: Obwohl Lärmschutzwände eigentlich mindestens 20 Meter von der Bundesstraße entfernt sein müssen, stellt das dafür zuständige Regierungspräsidium Tübingen eine Sondergenehmigung in Aussicht, der den Abstand auf zwölf bis 13 Meter reduziert.

Wohnungen zu erschwinglichen Preisen?

Stadtrat Georg Seeg (SPD) wünschte sich, diese Lärmschutzwand würde bis zur Stadthalle verlängert. Das sei zwar wünschenswert, wie Baudezernent Wagner sagte, aber auch sehr teuer. Zuschüsse vom Bund sind nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten, dafür müsste die B 27 ausgebaut werden, eine Fahrspur in jede Richtung reiche dafür nicht aus.
Werner Teufel (SPD) wollte wissen, ob die Wohnungen bezahlbar sein werden. Baudezernent Wagner bejahte, weil die Wohnbaugesellschaft Balingen Eigentümer bleiben werde, davon jedenfalls gehe er aus. Luxuswohnungen seien nicht zu befürchten. Erwin Feucht (Grüne) brachte eine weitere Variante ins Spiel. Eine Fußgängerbrücke in Verlängerung der Keplerstraße zur Stadthalle. Möglich, sagte Wagner, aber auch dafür gilt die Kosten-Nutzen-Abwägung. Eine vorsichtige Schätzung sei machbar.
Zu entscheiden hat der Gemeinderat, der Technische Ausschuss hat vorab einstimmig zugestimmt.

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neue Wohnungen könnten auf dem Denkinger-Areal entstehen. Geplant sind zwei Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem nach hinten versetzen Staffelgeschoss.