Weihnachtsspendenaktion
: Verabredung zum Kaffeekränzchen gesichert

Für verschiedene Projekt wurde bei der SÜDWEST PRESSE gesammelt. Dank dieser Spenden gibt es beim Kaufwaschcafé in Ebingen bald wieder Kaffee aus dem Vollautomaten. Und auch die Kinderklinik in Tübingen hat profitiert.
Von
Vera Bender
Zollernalbkreis
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Große Freude herrschte bei der Spendenübergabe bei Katrin Hödl (Kirchenpflegerin) und Patricia Seibert-Klöck (Leiterin Kaufwaschcafé) (von links sitzend), als die Redaktionsleiter Ernst Klett und Lea Irion sowie Lokalredakteurin Vera Bender die Spende überbrachten (von links).

Große Freude herrschte bei der Spendenübergabe bei Katrin Hödl (Kirchenpflegerin) und Patricia Seibert-Klöck (Leiterin Kaufwaschcafé) (vorne von links sitzend) und allen Gästen im Café, als die Redaktionsleiter Ernst Klett und Lea Irion sowie Lokalredakteurin Vera Bender die Spende für die neue Kaffeemaschine überbrachten (stehend von links).

Ralph Keinath
  • Die SÜDWEST PRESSE hat eine Weihnachtsspendenaktion durchgeführt.
  • Eine Spende ermöglichte dem Kaufwaschcafé in Ebingen eine neue Kaffeemaschine.
  • 6000 Euro wurden für die Maschine aus regionalen Mitteln gesammelt.
  • Auch die Tübinger Kinderklinik erhielt 60.000 Euro für das Projekt „Zauberformel gegen Angst“.
  • Beide Projekte fördern soziale Teilhabe und Unterstützung in der Region.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was war das für eine Freude, als die Verantwortlichen beim Kaufwaschcafé in Ebingen erfuhren, dass sie nun eine neue Kaffeemaschine bestellen können. Man erinnere sich. Vor Weihnachten hatte die SÜDWEST PRESSE ihre Leser zu zwei Spendenaktionen aufgerufen. Eine soll das Projekt an der Kinderklinik der Universitätsklinik Tübingen „Zauberformel gegen die Angst“ der Kinder unterstützen. Die andere war für die Anschaffung eines neuen Kaffeevollautomaten für das Café in der Einrichtung der Diakonie in der Ebinger Bahnhofstraße gedacht. Allen Spenderinnen und Spendern gilt ein großes Dankeschön!

Ersatz kommt aus der Region

Die eingegangenen Spenden für das Kaufwaschcafé hat der Verlag noch ordentlich aufgestockt, sodass es tatsächlich zum Kauf der Gastromaschine reicht. Für 6000 Euro werde man bei einem regionalen Elektrogroßhändler eine Bestellung aufgeben, denn schließlich muss die Kaffeemaschine auch immer wieder einmal gewartet werden, so Patricia Seibert-Klöck, die Leiterin der Einrichtung. Kirchenpflegerin Katrin Hödl erinnerte  sich daran, dass man das inzwischen defekte Elektrogerät damals beim Einzug in die Räumlichkeiten im Jahr 2018 angeschafft habe. Und schließlich laufen täglich mindestens 50 Tassen Kaffeespezialitäten über die Maschine – an vielen Tagen sogar bis zu 100 Tassen Kaffee, Espresso, Milchkaffee, Cappuccino oder Latte Macchiato.

Bei der Spendenübergabe war im Café ganz schön etwas los. Viele Besucher hatten sich eingefunden und waren überrascht, dass die Redaktionsleiter Lea Irion und Ernst Klett gemeinsam mit Lokalredakteurin Vera Bender dem Kaufwaschcafé einen Besuch abstatteten. Die Stimmung war gut, ja fast schon familiär. Schließlich handle es sich um viele Stammgäste beziehungsweise Stammkunden, erläuterte Patricia Seibert-Klöck. Kaffee gab es für alle in der alt herkömmlichen gebrühten Variante mit Heißwasser, Filterbeutel und gemahlenem Kaffee. Das braucht allerdings seine Zeit und Milchvarianten sind kaum machbar – außer mit einem kleinen batteriebetriebenen Milchaufschäumer.

Soziale Teilhabe

Doch diese Zeiten werden ja nun bald der Vergangenheit angehören. Auch der erkrankte Leiter der Diakonischen Beratungsstelle Balingen, Micha Haasis, ließ herzliche Grüße ausrichten. Die Kaffeemaschine ist für die Einrichtung von elementarer Bedeutung. Im Kaufwaschcafé in Ebingen können alle Kunden und Gäste kommen. Niemand wird am Eingang gefragt, welcher Gesellschaftsschicht er oder sie angehört oder wie „dick der Geldbeutel“ ist. Und so haben auch die Menschen, die einsam oder bedürftig sind, Teilhabe am sozialen Leben, ohne sich outen zu müssen. Patricia Seibert-Klöck kennt manche aus der Beratung nebenan und spendiert auch mal eine Kaffeespezialität aufs Haus. Denn die wenigsten können es sich leisten, in einem Café den Nachmittag zu verbringen. Anders bei der diakonischen Einrichtung. Die Möglichkeit zum Waschen und Trocknen der eigenen, mitgebrachten Wäsche oder zum günstigen Kauf von Kleidung, Schuhen, Accessoires, Haushaltsgegenständen, Spielzeug und mehr ist ebenfalls gegeben.

Seit diesem Jahr hat man auch noch am Mittwoch geöffnet. Darauf habe sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Kunden gedrängt. Denn viele von ihnen wussten nicht, was sie an diesem Schließtag des Kaufwaschcafés machen sollen – ohne die feste Tagesstruktur und die sozialen Kontakte. „Es war die richtige Entscheidung“, freut sich Seibert-Klöck, denn auch dieser Öffnungstag wird hervorragend angenommen. Umso mehr kann man weitere Ehrenamtliche gebrauchen, ebenso wie Kuchenspenden. Nur Kleiderspenden werden die nächsten drei Wochen nicht mehr angenommen, da einige Müllsäcke kürzlich erst vor der Tür abgeladen und von Passanten aufgerissen wurden. Diese kaputte Wäsche muss das Kaufwaschcafé letztlich auf eigene Kosten wieder entsorgen. Deshalb bitten die Verantwortlichen auch inständig, Kleidung und andere Ware nur während der Öffnungszeiten abzugeben. Denn eigentlich freut man sich über jede Spende. Aber eben nicht, wenn dann noch das Ordnungsamt einschreiten muss, weil alles in der Stadt verteilt ist.

Jeder kann kommen

Und auch an solchen ungewöhnlichen Tagen sind die Haupt- und Ehrenamtlichen froh, wenn sie sich ein Tässchen Kaffee zu Gemüte führen können, um dann wieder mit ganzem Einsatz und voller Elan für die vielen Kunden da zu sein, die sich regelmäßig im Kaufwaschcafé ein Stelldichein geben – ob Studenten, Alleinstehende, Senioren, Familien oder Freundinnen, die sich regelmäßig zum Kaffeekränzchen verabreden und dabei noch auf Schnäppchenjagd gehen.

Bei der Weihnachtsspendenaktion : Tim Hager ,  Thomas Hassel , Johannes Nordmeyer , Elisabeth Frate

Bei der Weihnachtsspendenaktion : Tim Hager, SNA-Geschäftsführer (links), Thomas Hassel von der Stiftung Hilfe für kranke Kinder, Johannes Nordmeyer, Ärztlicher Direktor der Kinderheilkunde am Uniklinikum (rechts), und Elisabeth Frate, ehemalige TAGBLATT-Verlegerin (vorne).

Anne Faden

Ein Novum ist von den Weihnachtsaktionen der Südwest Presse zu vermelden: Erstmals gab es ein die komplette Region Neckar-Alb umfassendes Spendenprojekt mit der Unterstützung der Leserinnen und Leser aus allen drei Landkreisen – das Schwäbische Tagblatt gehört inzwischen ebenfalls zur SWP-Familie. Von Menschen aus der Stadtgesellschaft für Menschen der Stadtgesellschaft, das sei schon ziemlich beeindruckend, sagte Prof. Johannes Nordmeyer, Ärztlicher Direktor der Tübinger Kinderheilkunde, bei der Spendenübergabe zu den Projekten, die in diesem Jahr von der Weihnachtsspendenaktion unterstützt wurden. Das Projekt „Zauberformel gegen Angst“ an der Kinderklinik erhält insgesamt 60.000 Euro dank dieser SNA-weiten Spendenaktion (SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb).

Das Projekt gegen Angst an der Kinderklinik hatte einen deutlich höheren Finanzbedarf. Man hofft jedoch darauf, irgendwann in die Regelfinanzierung des Gesundheitssystems zu kommen. „Dafür braucht man aber einen langen Atem“, sagte Thomas Hassel von der Stiftung Hilfe für kranke Kinder an der Kinderklinik.