Wald am Palmbühl
: Wegen Sturm schon viele Bäume in Schömberg gefällt

Der Gemeinderat Schömberg hat den Wirtschaftsplan 2024 für den städtischen Wald abgesegnet. Was der Förster zu berichten hat und was seine Sorgenkinder sind.
Von
Karin Mitschang
Schömberg
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Der Waldbestand in Schömberg hat bei einem Unwetter gelitten.

Jennifer Dillmann

„Die Witterung hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Christian Beck, der Leiter des Forstamts Balingen, in der Gemeinderatssitzung in Schömberg am Mittwochabend. Denn durch das Sturmgewitter Ende August waren um den Palmbühl 3000 Festmeter Sturmholz angefallen.

„Deshalb haben wir den planmäßigen Einschlag im Moment zurückgestellt“, erklärt Förster Elmar Maier auf Anfrage. Auch weil der Holzpreis derzeit 30 Prozent unter dem vom Herbst vergangenen Jahres liegt, werde das Sturmholz erst im nächsten Jahr vermarktet.

Wichtige Einnahme für die Stadt

Die Waldwirtschaft ist ein wichtiger Ertragsbringer für den städtischen Haushalt, hieß es im Gemeinderat. Auch für das Jahr 2024 ist ein positives Ergebnis zu erwarten. Die Stadt Schömberg fühle sich auch im kommenden Jahr dem Gebot der nachhaltigen und umweltschonenden Waldwirtschaft ausdrücklich verpflichtet. Wie Christian Beck darlegte, rechnet er im Wirtschaftsplan 2024 mit rund 40 000 Euro an Einnahmen für die Stadt.

Mehr nachpflanzen

Im Plan steht ein Einschlag von 5170 Festmetern Holz. Angepflanzt wird mehr als in diesem Jahr: Neben Stieleiche werden hauptsächlich Laubholz und Tannen gesetzt, auch Linden, Kirschen und Buchen rund um den Palmbühl. „Wenn von der Natur selbst was kommt, wird nichts nachgepflanzt“, erklärt der Schömberger Förster Maier. Ansonsten werden Tannen und Buchen als schattenverträgliche Jungbäume unter dem sogenannten „Altholzschirm“ der bestehenden Bäume gepflanzt.

Die Baumbestände Schömbergs bestehen zu 70 Prozent aus Nadelholz und 30 Prozent aus Laubholz. Von den Nadelgehölzen stellt die Weißtanne die Hälfte des Bestands dar.

Elmar Maier: „Sie gilt eigentlich mit ihrem Pfahlwurzelsystem als klimabeständig, aber nachdem in den vergangenen Jahren der Grundwasserspiegel abgesunken ist, haben es junge Bäume schwer, tief genug zu wurzeln, werden vorzeitig dürr und sterben ab.“ Der Borkenkäfer habe auch in Schömberg zugeschlagen, das befallene Holz machte zehn Prozent des Einschlags aus, was vergleichsweise wenig sei.

Maier zufolge erneuert sich der Bestand in Schömberg gut von selbst, was den Vorteil habe, dass sich das Wurzelwerk ungestört entwickeln kann. Hat die Gemeinde ihre Wälder schon seit 40 Jahren naturgemäß bewirtschaftet, wird jetzt neuerdings „klimaangepasstes Waldmanagement“ betrieben. „Pro Hektar weisen wir fünf Habitat–Bäume aus, die nicht genutzt werden. Die Markierung werde vom Bund gefördert.