Blitzeis bei Hechingen
: Massenkarambolage mit 21 Fahrzeugen – 500.000 Euro Schaden – B27 wieder offen

Blitzeis auf der B27 am Mittwochmorgen um 8 Uhr: Zwischen Hechingen-Nord und -Mitte rauschten auf einer Länge von einem Kilometer 21 Fahrzeuge ineinander. Die Bundesstraße war in Richtung Balingen bis gegen Mittag voll gesperrt.
Von
Hardy Kromer
Hechingen
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Eine Massenkarambolage, wie sie selbst erfahrene Feuerwehrleute noch nie gesehen haben, ereignete sich am Mittwochmorgen auf der B27 bei Hechingen.

Eine Massenkarambolage, wie sie selbst erfahrene Feuerwehrleute noch nie gesehen haben, ereignete sich am Mittwochmorgen auf der B27 bei Hechingen.

Hardy Kromer
  • Blitzeis auf der B27 bei Hechingen führte zu einer Massenkarambolage mit 21 Fahrzeugen.
  • Die Bundesstraße ist in Richtung Balingen gesperrt, es gab zwei Verletzte.
  • Einsatzleiter Alwin Koch vom DRK und Marco Renner von der Polizei bestätigten die schwierigen Bedingungen.
  • 41 Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte waren vor Ort.
  • Die Straße bleibt bis Mittag gesperrt, bis die Räumung abgeschlossen ist.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von einer Minute auf die andere wurde es spiegelglatt an diesem Mittwochmorgen – und das hatte auf der B27 zwischen den Ausfahrten Hechingen-Nord und -Mitte in Fahrtrichtung Balingen schlimme Folgen: 21 Fahrzeuge wurden in eine Massenkarambolage verwickelt. Die Polizei spricht von vier verschiedenen Unfallstellen.

Die gute Nachricht ist: Die Crashs gingen einigermaßen glimpflich ab. Lediglich zwei Verletzte hatten die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes zu betreuen. „Zum Glück wurde niemand schwerer verletzt“, sagte Alwin Koch, der Einsatzleiter des DRK.

Eisglatt war es am Mittwochmorgen auf der B27 bei der Ausfahrt Hechingen-Mitte. Es kam zu einer Massenkarambolage.

Eisglatt war es am Mittwochmorgen auf der B27 bei der Ausfahrt Hechingen-Mitte. Es kam zu einer Massenkarambolage.

Hardy Kromer

Marco Renner, der Leiter des Polizeireviers Hechingen, nannte „Blitzeis“ als Auslöser der Unfallserie auf der abschüssigen Straße am Hechinger Stadtrand. Wir konnten zunächst kaum arbeiten, als wir hier eintrafen, sagte er im Gespräch mit der Südwest Presse. „Die Straße war so spiegelglatt, dass man kaum laufen konnte.“

Die Unfallautos wurden von den Einsatzkräften mit gelber Sprühfarbe durchnummeriert. Das hier ist Nummer 21.

Die Unfallautos wurden von den Einsatzkräften mit gelber Sprühfarbe durchnummeriert. Das hier ist Nummer 21.

Hardy Kromer

Zur Unfallstelle gerufen wurde eine Vielzahl an Einsatzkräften, die solch eine Massenkarambolage selbst noch nie gesehen hatten. „Nein, das habe ich noch nie erlebt“, bestätigte Einsatzleiter Frank Brecht von der Hechinger Feuerwehr. Und er ist wahrlich schon seit Jahrzehnten dabei.

Die B27 bei Hechingen ist zur Stunde noch ein Trümmerfeld. Die Aufräumarbeiten werden den ganzen Vormittag über andauern.

Die B27 bei Hechingen ist zur Stunde noch ein Trümmerfeld. Die Aufräumarbeiten werden den ganzen Vormittag über andauern.

Hardy Kromer

41 Feuerwehrleute aus Hechingen, Rangendingen und Bisingen klemmten an den verunglückten Fahrzeugen die Batterien ab, stellten den Brandschutz sicher und halfen, die Unfallbeteiligten zu betreuen.

Eine der Unfallstellen auf der B27.

Eine der Unfallstellen auf der B27.

Hardy Kromer

Auch Kreisbrandmeister Sven Röger war vor Ort. DRK, THW und Polizei waren ebenfalls mit Großaufgeboten auf der eisglatten B27, die auf einen Kilometer Länge einem Trümmerfeld gleicht.

Insgesamt 21 Fahrzeuge waren in verschiedene Unfälle verwickelt.

Insgesamt 21 Fahrzeuge waren in verschiedene Unfälle verwickelt.

Hardy Kromer

Es dauerte bis Mittag, bis die Straße in Richtung Balingen wieder freigegeben werden konnte. Ersten Schätzungen zufolge dürfte sich der Sachschaden auf rund 500.000 Euro belaufen, zumal einige hochwertige E-Autos unter den Unfallfahrzeugen waren. (Wir werden weiter berichten.)

Die Hechinger Feuerwehr ließ ihre Drohne über dem einen Kilometer langen Streckenabschnitt schweben, um sich ein Bild von der unübersichtlichen Lage zu verschaffen.

Die Hechinger Feuerwehr ließ ihre Drohne über dem einen Kilometer langen Streckenabschnitt schweben, um sich ein Bild von der unübersichtlichen Lage zu verschaffen.

Hardy Kromer
Unübersichtlich war die Lage für die Einsatzkräfte am Mittwochmorgen auf der B27.

Unübersichtlich war die Lage für die Einsatzkräfte am Mittwochmorgen auf der B27.

Hardy Kromer

Achtung Glatteis! Die besten Tipps für Fußgänger

Glatte Straßen bedeuten nicht nur für Autofahrer eine erhöhte Unfallgefahr. Auch Fußgängerinnen und Fußgänger müssten aufpassen, nicht auszurutschen. Um das Risiko zu minimieren, helfen ein paar einfache Tricks.

  • Gängiger Tipp ist der sogenannte Pinguin-Gang. Am sichersten ist es bei Glatteis so zu gehen, wie die antarktischen Tiere. Statt den Körperschwerpunkt immer in der Mitte zwischen beiden Beinen zu halten, wie es im normalen Gang der Fall ist, sollte man bei Glatteis den Körperschwerpunkt immer auf das Bein verlagern, das gerade auf dem Boden ist. Die Füße sollten dabei immer mit ganzer Sohle aufgesetzt und leicht nach außen gedreht sein – wie ein Watschel-Schritt. Nicht schön, aber stabil.
  • Was das Schuhwerk betrifft, ist eine gute Sohle von Vorteil, denn je glatter die Sohle, desto höher ist die Rutschgefahr. Noch besser sind Spikes oder – als heißer Insider-Tipp – Wollsocken. Letztere einfach über die Schuhe ziehen, sie haften besser auf dem Boden als die blanke Schuhsohle.
  • Langsam und besonders aufmerksam laufen!
  • Hände aus den Taschen! Das hilft, um das Gleichgewicht zu halten und bei Bedarf mit Ausgleichsbewegungen der Arme reagieren zu können.
  • Ältere und gangunsichere Menschen bleiben bei Glatteis am besten zu Hause.
  • Hilft das alles nicht und ein Sturz ist unvermeidbar, gibt es dennoch ein paar Tipps, um die Verletzungen gering zu halten: Die Unterarme sollten als Schutz vor das Gesicht gehalten werden, die Hände als Verlängerung über den Kopf. Das schützt Nase und weitere Gelenke. Bei einem Fall nach hinten hilft es, den Rücken zu krümmen und den Aufprall somit abzumildern. Gegenstände in den Händen sollten losgelassen werden.
  • Last but not least hilft festhalten – an einer Häuserwand, einem Geländer oder einer anderen Person.