Notaufnahme „ist sehr, sehr voll“: Brüche und Kopfverletzungen sorgen für Ausnahmezustand

Unfälle bei Glatteis: In der Notaufnahme am Klinikum am Steinenberg in Reutlingen werden am Mittwochmorgen, 15. Januar, etliche Menschen mit Kopfverletzungen und Knochenbrüchen behandelt.
Thomas Kiehl (Archivfoto)- Reutlingen: Klinikum am Steinenberg überfüllt wegen Glatteis-Unfällen.
- Viele Verletzte mit Kopfverletzungen und Knochenbrüchen, Ärzte arbeiten am Limit.
- Rettungswagen reihen sich vor der Notaufnahme, zusätzliche Ärzte und Pfleger helfen aus.
- Betroffene sind Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer; Polizei rät, zu Hause zu bleiben.
- Glatteis betrifft Tübingen, Reutlingen, Esslingen und Zollernalbkreis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gefrierender Nieselregen sorgt am Mittwochmorgen, 15. Januar, für eisglatte Straßen. „Seit 5 Uhr gehen die Unfälle bei uns im Minutentakt ein“, sagt Polizeisprecher Michael Schaal vom Reutlinger Präsidium gegenüber der SÜDWEST PRESSE. „Es sind unzählige.“ Betroffen sind alle vier Landkreise des Präsidiumsgebiets, also Tübingen, Reutlingen, Esslingen und der Zollernalbkreis.
Die Folge: In der Zentralen Notaufnahme am Klinikum am Steinenberg in Reutlingen arbeiten Ärzte und Pfleger am Limit. „Die Notaufnahme ist sehr, sehr voll“, sagt Kliniksprecher Christian Hirtz gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben definitiv überproportional viele Kopfverletzungen, Arm- und Beinbrüche; von Jung bis Alt.“ Die ohnehin hohe Belastung in der Notaufnahme werde aufgrund der Verletzungen infolge von Glatteis-Unfällen zum Ausnahmezustand: Die Ärzte arbeiten am Limit, können aber alle Patienten behandeln.
Ärzte und Pfleger aus dem "Off" geholt
Weil man mit der erhöhten Einlieferung gerechnet und am Morgen schnell reagiert habe, „sind viele Ärzte und Pflegerinnen aus dem Off, also aus der Bereitschaft oder aus ihrem freien Tag gekommen, um zu helfen“, sagt Hirtz. Das sei auch dringend notwendig, denn: Vor der Notaufnahme reihen sich die Rettungswägen mit Patienten aneinander.
Betroffen von Glatteis-Unfällen sind laut Polizeisprecher Schaal alle Verkehrsteilnehmer: „Es stürzen auch Fußgänger und Radfahrer.“ Die Polizei rät daher dringend: „Bleiben Sie wenn möglich zu Hause.“
DRK setzt zusätzliche Rettungswägen ein
Doch weil das für viele Menschen nicht möglich war oder noch immer ist, ist auch das Deutsche Rote Kreuz seit dem frühen Morgen im Dauereinsatz. „Gegen 8 Uhr haben wir festgestellt, dass unser reguläres Aufgebot nicht ausreicht“, sagt Niklas Heinemann, Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverbands Reutlingen. Das DRK setzt daher zusätzliche Rettungswägen mit Hauptamtlichen ein, ebenso wurden ehrenamtliche Unterstützer der Schnelleinsatzgruppen alarmiert, um weitere Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.
Noch immer, gegen 11.15 Uhr, „laufen aktuell 22 Einsätze“, sagt Heinemann. „Daher würde ich noch nicht von einer Entspannung sprechen. Aber wir sind guter Dinge, dass sich die Lage gegen Nachmittag beruhigt, sobald das Blitzeis nachlässt.“
Einen Schwerpunkt der Unfälle und Einsätze im Kreis Reutlingen gibt es laut dem DRK-Sprecher nicht. Egal, ob auf der Alb, im Ermstal oder im Stadtgebiet Reutlingen: Das Einsatzaufkommen sei überall ähnlich hoch.

