Tank- und Waschanlage in Geislingen: Synthetischer Kraftstoff als Lösung
Vor einigen Jahren entdeckte Albert Beiter in Dettenhausen einen neuartigen Waschpark, der mit Regenwasser betrieben wurde „und die Mikroben fressen den Dreck“, erinnert er sich. Inspiriert durch diese Anlage, setzte der Geschäftsführer von Energie Aktiv alles in Bewegung, um auch in Geislingen eine solche Lösung anbieten zu können.
Inbetriebnahme soll nach den Sommerferien erfolgen
Aktuell laufen die Bauarbeiten in der Kreuzung Maybach- und Oberholzstraße unter der Regie der Firma Koch aus Ratshausen. Bereits nach den Sommerferien soll das ökologische Tank- und Wasch-Center in Betrieb genommen werden.
Die EU gibt ehrgeizige Klimaziele vor, die die Unternehmen dazu drängen, sich klimaneutral auszurichten. „Unsere synthetischen paraffinischen Dieselkraftstoffe (XTL) bieten bereits heute in vielfältigen Einsatzbereichen die Möglichkeit, effektiv die Emissionen um bis zu 90 Prozent zu reduzieren“, informiert Geschäftsführer Daniel Krüger.
Vorteile des Klimaplus Kraftstoffs
Dies treffe insbesondere für die Bereiche zu, in denen Elektromobilität und Wasserstoff noch keinen ausreichenden Lösungsansatz bieten oder Installationskosten weit über dem Budget liegen. „Klimaplus Kraftstoffe sind nicht nur CO₂-neutral und emissionsreduziert, sie senken auch den Verbrauch, sind extrem kältestabil bis zu -30 Grad Celsius und nahezu unbegrenzt lagerfähig“, so Krüger.
Bei den geplanten „Klima+Super“ und „Klima+Diesel“ handelt es sich um Kraftstoffe, die dem Standard von Benzin- und Dieselnorm entsprechen und im Vergleich zum fossilen Kraftstoff mindestens 22 Prozent CO₂-Emissionen einsparen sollen.
Nachhaltiger SB-Waschpark
Auch der geplante SB-Waschpark kann sich sehen lassen, denn er wird mit Strom vom eigenen Dach betrieben, das Wasser wird von einer Heizung mit synthetischem Heizöl erwärmt und eine Regenwasser-Aufbereitung reduziert den Frischwasserverbrauch von 100 Liter auf zehn Liter pro Autowäsche. Der Vorgang der Wiederaufbereitung des Wassers ist sehr aufwändig:
Zunächst wird das anfallende Abwasser für die Vorklärung in verschiedene Vorklärstufen eingeleitet. Hierbei werden die im Abwasser ungelösten Schwimmstoffe und Grobpartikel, aber auch feinere Feststoffe zurückgehalten und sedimentiert. Im Ablauf wird ein Spaltsieb mit Anschwemmschutz zur Rückhaltung von möglichen Schwimmschichten installiert. Das vorgereinigte Abwasser fließt dann in die nachfolgende BioStufe, um die gelösten Abwasserinhaltsstoffe abzubauen. Für die benötigte Biomasse werden BioCubes, welche mit Microorganismen versehen sind, eingebracht. Nach einer kurzen Einfahrphase bildet sich eine leistungsstarke biologisch aktive Schicht aus Mikroorganismen. Die im Abwasser enthaltenen organischen Inhaltsstoffe werden so nahezu vollständig verstoffwechselt und abgebaut. In der Nachklärung werden die gelösten Stoffe vom gereinigten Abwasser getrennt. Der anfallende Überschussschlamm kann entsorgt werden, während das Brauchwasser für die PKW-Pflege und Reinigung wiederverwendet werden kann.
Weiteres aus dem Zollernalbkreis:
Wer einen sonnigen Platz findet und eine Steckdose hat, kann einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit vom Netz machen. Das Zauberwort lautet: Balkonkraftwerk.
Synthetischer Kraftstoff: Was ist das?
Wie auf dem Bild zu sehen, ist der synthetische Kraftstoff, auch E-Fuel genannt, farb- und geruchsneutral. Aus Kohle, Erdgas, Biomasse oder Industrieabgasen kann ein flüssiger Kraftstoff erzeugt werden. Der hier dargestellte „Shell GTL Fuel“ wird aus Erdgas gewonnen.
Synthetische Kraftstoffe sind deutlich besser für die Langlebigkeit des Motors und oft auch besser für die Umwelt. Ihre Herstellung hat jedoch einen hohen Energieaufwand.


