Politik im Zollernalbkreis
: Ausschuss wählt Bonita Grupp

Eigentlich hätte die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden im Finanz- und Verwaltungsausschuss des Kreistages Formsache sein sollen. War es auch, aber nur in einem Fall.
Von
swp
Balingen
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Jede Kreisrätin und jeden Kreisrat hat Landrat Pauli persönlich verpflichtet. Hier gibt er der Prominentesten die Hand, CDU-Kreisrätin Bonita Grupp aus Burladingen.

Neu-Kreisrätin Bonita Grupp, hier bei der Verpflichtung im Handshake mit Landrat Günther-Martin Pauli, ist nun stellvertretende Vorsitzende des Finanz- und Verwaltungsausschusses im Zollernalb-Kreistag.

Hardy Kromer

Die Besetzung von Ausschüssen und die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden ist Usus zu Beginn neuer Legislaturperioden. Sei es in einem kleineren Gemeinderat oder eben im Kreistag des Zollernalbkreises. Nun tagte der Verwaltungs- und Finanzausschuss Anfang der Woche. Natürlich auch hier auf der Tagesordnung: die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden. Man hatte sich schon im Vorfeld auf mögliche Kandidaten geeinigt, wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist. „In der Amtsperiode 2019 bis 2024 gab es zwei stellvertretende Vorsitzende im Verwaltungs- und Finanzausschuss“, heißt es dort weiter. Daran wollte man auch jetzt festhalten. Zwei Vorschläge, einmal für den ersten, einmal für den zweiten Stellvertreter fanden sich dort: Bonita Grupp (CDU) und Hans-Peter Hörner (AfD). Doch aus der eigentlich offenen Abstimmung wurde nichts, Landrat Günther-Martin Pauli hatte einen Hinweis erhalten, dass man doch in geheimer Wahl abstimmen sollte.

Hans-Peter Hörner fällt durch

Für Bonita Grupp kein Hindernis: Die Chefin des Burladinger Textilunternehmens Trigema wurde mit 18 Stimmen ohne Umschweife als stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungs- und Finanzausschusses gewählt. Damit leitet sie nun die Sitzungen, falls Landrat Pauli eines Tages nicht bei einer Sitzung anwesend sein sollte. Beim zweiten Stellvertreter, der also nur zum Einsatz kommt, wenn Pauli und Grupp verhindert sind, lief die Wahl alles andere als glatt. Ganz im Gegenteil: AfD-Mann Hans-Peter Hörner, nicht nur im Kreistag, sondern auch im Landtag und im Balinger Gemeinderat vertreten, fiel bei der Wahl mit sieben Ja- und elf Nein-Stimmen letztlich aber durch.

Um den starken Mann innerhalb der Zollernalb-AfD gab es schon bei der Wahl zum dritten stellvertretenden Vorsitzenden des Gesamt-Kreistages gelinde gesagt Unruhe. Damals wurde Hörner gewählt, was wiederum die SPD auf den Plan rief, die in einer Pressemitteilung die Unterstützung für den AfD-Mann geißelten, das Ende der Brandmauer proklamierten. Dies wiederum sorgte für eine Gegenreaktion von CDU, Freien Wählern, den Grünen und der FDP. Alle vier hatten mit Verweis auf den Wählerwillen dazu aufgerufen, die Wahl zu akzeptieren. Es sei mit ihrem „Demokratieverständnis nicht vereinbar“, ein Stellvertreter-Amt nur deshalb abschaffen zu wollen, weil es mit einem AfD-Kreisrat besetzt werden könnte, hieß es damals. Abgeschafft wurde das Amt des zweiten Stellvertreters im Finanz- und Verwaltungssauschuss nun aber nicht – Hörner fiel eben bei der Wahl durch. Wer die Abweichler sind, ist fraglich. Zumindest die SPD, siehe Brandbrief wegen Fall der Brandmauer, dürfte gegen Hans-Peter Hörner gestimmt haben. Die Sozialdemokraten haben aber nur zwei Sitze, die Ablehnung von Hörner muss sich also noch aus den übrigen politischen Lagern speisen. Wer wie votiert hat? Offen, weil es sich ja um eine geheime Wahl handelte. Jetzt wird Landrat Pauli wohl zunächst noch einmal das Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden suchen müssen – denn einen zweiten Stellvertreter gibt es aktuell nicht.