Junge Balingerin verbringt ein Jahr in den USA: Nach dem Trump-Sieg fließen Tränen

Nina Merz schilderte Thomas Bareiß ihre vielfältigen Eindrücke.
Andrea Maute- Nina Merz (17) aus Balingen verbrachte ein Jahr in den USA mit dem Bundestags-Programm PPP.
- Nach erfolgreicher Bewerbung 2023 lebte sie in Indiana bei zwei Gastfamilien und besuchte eine Highschool.
- Sie erlebte die US-Präsidentschaftswahl 2024 hautnah – Trumps Sieg sorgte für gemischte Reaktionen.
- Unterschiede zum deutschen Alltag: mehr Sport, hohe Digitalisierung, politische Spannungen erlebbar.
- Reisen durch die USA, u. a. Grand Canyon, prägten sie – Erfahrungen möchte sie nicht missen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die besten Reisen beantworten Fragen, an die du am Anfang nicht einmal gedacht hast“, heißt es. Oder anders ausgedrückt: Das Unbekannte und die Herausforderungen, die damit verbunden sind, führen zu Erkenntnissen, die man sonst nicht gewonnen hätte. In diesem Sinne eröffnen Reisen auch immer Chancen.
Nina Merz aus Balingen hat eine solche Chance bekommen – und sie genutzt. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) des Deutschen Bundestages hat die 17-Jährige ein Jahr an einer Highschool in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Was sie dort erlebt und welche Eindrücke sie von Land und Leuten gewonnen hat, schildert sie im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß, der Pate des Austauschprogramms ist.
Die gute Nachricht kommt an Weihnachten
Ein Schuljahr im Ausland verbringen – für die Schülerin der Walter-Groz-Schule in Ebingen war das ein reizvoller Gedanke. Kurzerhand bewarb sie sich deshalb beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP), einem Stipendienprogramm des Deutschen Bundestags, das Berufstätigen und Schülern die Möglichkeit bietet, ein Jahr lang in den USA zu leben, dort in einer Gastfamilie zu wohnen, zur Schule zu gehen und Kontakte zu knüpfen.
Nachdem es mit der ersten Bewerbung zunächst nicht geklappt hatte, entschied sie im August 2023, einen zweiten Versuch zu wagen. Und dieser war von Erfolg gekrönt. „Die Nachricht, dass es geklappt hat, hat mich an Weihnachten erreicht. Das war dann sozusagen ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk“, blickt Nina Merz zurück.
Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt mit der Reise über den großen Teich noch etwas dauern sollte – die Aufbruchstimmung und die Vorfreude auf das Abenteuer USA waren bereits allgegenwärtig. Um die jungen Menschen bestmöglich auf dieses vorzubereiten, fand im Juni 2024 in der Nähe von Hamburg ein Seminar statt. Und schon dieses hat Nina Merz sehr positiv in Erinnerung. „Ich habe dort viele coole Leute kennengelernt“, berichtet die 17-Jährige, für die es zwei Monate später dann ernst wurde: Am 6. August stieg sie in den Flieger, der sie in ein Land brachte, das für sie fernab ihrer Heimat ein Jahr lang zu einem Zuhause auf Zeit werden sollte.
Viel Glück mit den Gastfamilien
Die erste Station in den USA war Washington D.C., wo die junge Balingerin noch ein weiteres Vorbereitungsseminar absolvierte, bevor sie dann schließlich Bekanntschaft mit ihrer Gastfamilie machte. Wo genau die Stipendiaten nach erfolgreichem Auswahlverfahren im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihr Auslandsjahr verbringen, unterliegt übrigens dem Zufallsprinzip, denn den Ort kann man sich nicht aussuchen. Und so kommen von Alaska bis Minnesota quasi alle Bundesstaaten infrage.
Für Nina Merz hieß das Ziel Indiana, ein Staat im Mittleren Westen. Die ersten Wochen verbrachte sie dort in einer sogenannten „Welcome Family“ – einer Familie, die nur für einen begrenzten Zeitraum Gastschüler aufnehmen kann. „Alle waren sehr nett und haben mir bei der Eingliederung geholfen und die Gegend gezeigt“, berichtet sie. Im Oktober zog sie dann in ihre neue Gastfamilie, die praktischerweise nur etwa zehn Minuten von der ersten entfernt lebt. Auch mit ihren dortigen Gasteltern und -geschwistern („zwei Jungs“) verstand sie sich bestens. „Mit beiden Familien hatte ich wirklich Glück“, freut sie sich noch im Nachhinein.

Der Grand Canyon war eines von zahlreichen beeindruckenden Ausflugszielen von Nina Merz.
Nina MerzIn Indiana lag dann ein Jahr Highschool-Alltag vor ihr, wobei sich dieser, wie sie schildert, doch sehr vom deutschen Schulalltag unterscheidet. Im Gegensatz zu Deutschland habe der Sport dort einen hohen Stellenwert, verdeutlicht die 17-Jährige. Und auch in Sachen Digitalisierung seien die USA Deutschland meilenweit voraus.
Präsidentschaftswahl miterlebt
Doch nicht nur in das Schulsystem, sondern auch in das politische System hat die junge Balingerin spannende Einblicke erhalten. Denn dieses kennenzulernen ist, wie Thomas Bareiß erklärt, ein wichtiges Ziel des Patenschafts-Programms.
Mit den Präsidentschaftswahlen in den USA erlebte Nina Merz dabei ein besonders Ereignis hautnah mit. Auch hier war sie mit ihren Gasteltern übrigens auf einer Wellenlänge. „Meine Gastfamilie ist demokratisch geprägt. Sonst wäre es schwierig geworden“, sagt sie. Als feststand, dass Donald Trump die Wahl für sich entscheiden konnte, seien deshalb sowohl bei ihrer Gastmutter als auch bei ihr selbst einige Tränen geflossen.
Ganz anders hätten dies indes einige Mitschüler gesehen, die ihre Sympathie für Donald Trump deutlich zum Ausdruck brachten.
Für die junge Frau war es alles in allem ein Jahr, in dem sie unzählige Eindrücke gewinnen konnte und von Alabama über New York bis Arizona auch viel von diesem weiten Land gesehen hat. Die Erfahrungen, die sie während dieser Zeit gemacht hat, möchte sie keinesfalls mehr missen.
Dass so ein Auslandsjahr für junge Menschen sehr prägend ist, weiß auch Thomas Bareiß, der den Erzählungen der Stipendiaten stets mit großem Interesse lauscht.
Kontakte werden gepflegt
Ob sie es sich vorstellen könnte, später in den USA zu leben? Hier muss die 17-Jährige nicht lange überlegen. „Für ein Studium ja, dauerhaft nein. Das Leben dort ist einfach sehr teuer“, erklärt sie.
Umso schöner ist es, dass der Kontakt zur Gastfamilie, die Nina Merz im nächsten Jahr gerne wieder besuchen möchte, auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland besteht.
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP)
... gibt seit 1983 jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland.
Bewerbungsberechtigt für das 43. Programm 2026/27 sind Schülerinnen und Schüler, die zwischen dem 1. August 2008 und dem 31. Juli 2011 geboren wurden sowie junge Berufstätige, die nach dem 31. Juli 2001 Geburtstag haben. Die Bewerbungsfrist für das 43. PPP 2026/27 endet am Freitag, 12. September.
