Hotel-Restaurant „Cosita“ Balingen
: „Cosita“ schließt Ende 2023 - Pablo Gonzalez erfüllt sich weiteren Lebenstraum

Er nimmt Abschied – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Um sich seinen „zweiten Lebenstraum“ zu erfüllen, gibt Pablo Gonzalez Ende des Jahres das „Cosita“ in Balingen auf.
Von
Andrea Maute
Balingen
Jetzt in der App anhören

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“, schreibt Pablo Gonzalez in seinem Abschiedsbrief an Freunde und Bekannte. Doch auch wenn er bald eine neue, spannende Aufgabe antritt: Balingen wird er weiterhin verbunden bleiben.

Foto: Andrea Maute

Wenn ein neuer Traum beginnt, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass der, den man bereits lebt, plötzlich Geschichte ist. So ist das auch bei Pablo Gonzalez. Ende des Jahres gibt er sein Hotel-Restaurant „Cosita“ auf, um sich, wie er sagt, „einen zweiten Lebenstraum“ zu erfüllen. Einen, den er in Gedanken schon lange geträumt und der ihn nun in Form einer Chance ereilt hat.

Pablo Gonzalez hat „nicht gezögert“ und sie ergriffen.

Ab 2024 wird er sich „mit voller Leidenschaft und Hingabe“ seiner neuen Haupttätigkeit widmen: der Finca Tres Tierras del Sur auf Mallorca.

Ein Anlass wie dieser ist stets ein Grund zurückzublicken. Auf eine Ära, die vor mehr als neun Jahren in Balingen begann. Damals eröffnete er im Gratweg 2 das „Cosita.“

„Kleine Sache“ – großer Erfolg

Statt einen Plan zu konzipieren, der sich am Bedarf orientiert, setzte er eigene Akzente. „Das Ganze war nicht auf der Frage aufgebaut, was im Zollernalbkreis benötigt wird“, erklärt Gonzalez. Er habe vielmehr „aus dem Bauch heraus“ entschieden und das umgesetzt, wofür er selbst stehe.

Nicht mehr als drei Monate, erinnert sich der staatlich geprüfte Gastronom und Restaurantmeister, habe man ihm damals gegeben. Alle Zweifler und Bedenkenträger wurden jedoch Lügen gestraft. Die „kleine Sache“, wie „Cosita“ übersetzt heißt, mündete in eine große Erfolgsgeschichte. Das Erfolgsrezept beinhaltet indes viele Zutaten.

Zum einen ist es die Philosophie, die spanische Wurzeln, Genuss, Geselligkeit, Temperament, und Lebenslust vereint. Zum anderen aber auch die besondere Verbindung zu den Gästen; die Aufmerksamkeit und Individualität, die eine Wohlfühlatmosphäre schaffen. Ein guter Gastgeber sein, „sich kümmern“ – das ist Gonzalez sehr wichtig. Unterstützt wurde er dabei stets von seiner „wundervollen Mannschaft.“

Ein zweiter Lebenstraum

„Wieso verlässt Du das Cosita“? Diese Frage werde ihm dieser Tage oft gestellt, erzählt Pablo Gonzalez. Die Antwort ist ganz einfach: „Es gibt keinen Grund“, sagt er schlicht. Und wäre da nicht die Chance, diesen zweiten Lebenstraum zu verwirklichen, „hätte ich das auch nicht in Erwägung gezogen.“

Schon während der Vorbereitungen für das „Cosita“ habe er im Gespräch mit dem Verpächter stets betont, dass er sich keine andere Tätigkeit vorstellen könne. „Außer wenn ich eines Tages die Möglichkeit bekomme, in und für eine spanische Bodega zu arbeiten.“ Und dieser Tag ist jetzt da.

Durch Gäste, die auf ihn zugekommen sind, kann er das mallorquinische Weingut nun zu seiner neuen Hauptaufgabe machen. Die Möglichkeit, Einfluss auf die Weingestaltung zu nehmen – sie ist eine sehr reizvolle. Denn Weine sind die große Leidenschaft von Pablo Gonzalez. „Ich lebe Wein, seit ich 17 Jahre alt bin“, sagt er.

Im Laufe der Zeit hat er zahlreiche Weingüter besucht und weiß: „Jede Gegend hat ihren Reiz.“ Der wichtigste Faktor sei jedoch der Mensch. „Denn er macht das Produkt aus.“

Umfangreicher Wissensschatz

Was ist Pablo Gonzalez bei diesem Thema besonders wichtig? Natürlichkeit, Biodiversität, der Verzicht auf Chemie – das sind nur einige Stichworte, die zeigen, dass man das Konzept als Teil eines großen Ganzen betrachten muss, das den sorgsamen Umgang mit allen Lebewesen einschließt.

Vor Ort hat der Gastronom viele Gespräche mit Weinbauern geführt, hat sowohl sie als auch ihre Arbeitsweisen und Einstellungen kennengelernt. Und sich im Laufe der Jahre durch praktische Teilhabe einen sehr umfangreichen Wissensschatz erworben. Das Examen als Spanish Wine Specialist, das er kürzlich abgelegt hat, bereitete ihm deshalb keinerlei Schwierigkeiten.

Frisch examiniert freut er sich nun auf seine neue, spannende Aufgabe. Einerseits. Andererseits tritt er diese aber auch mit einem weinenden Auge an. Denn die Gäste, die dem „Cosita“ seit Jahren die Treue halten, sind ihm sehr ans Herz gewachsen. Viele hätten jedoch schon angekündigt, ihn auf dem Weingut zu besuchen, freut sich Gonzalez.

Wiedersehen mit den Gästen

Und noch etwas macht ihm den Abschied etwas leichter. Mit seiner Familie wird er in Balingen wohnen bleiben. Spätestens an dieser Stelle dürfte bei vielen Menschen Hoffnung keimen, die der Gastronom auch erfüllen kann: „Das Cosita hört nicht auf.“

Es lebt weiter – nur eben in anderer Form. An verschiedenen Terminen wird es Veranstaltungen geben, bei denen Gastgeber und Gäste wieder zusammenkommen. „Man kann uns auch buchen“, lässt Gonzalez die Region wissen. Ebenfalls aufrechterhalten wird ein kleiner Weinhandel. „Das Cosita wird, ebenso wie die Gäste, also immer ein Teil von mir bleiben“, betont Pablo Gonzalez.

Aufgetischt

Willkommen auf unserer Seite für alles, was lecker ist! Sie kochen gerne, wollen wissen, welche neuen Restaurants, Foodtrucks, Spezialitäten-Supermärkte und Küchen-Tüftler es in der Region gibt oder wo ein Club eröffnet?