Erdbeeren in Ostdorf
: Erdbeerfeld zum Selbstpflücken steht in den Startlöchern

In den kommenden Wochen ist in Ostdorf Erdbeerzeit. Ein Obstbau-Unternehmen setzt auf Selbstpflücker und deren Lust auf Geschmack.
Von
Peter Kiedaisch
Ostdorf
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  • In Ostdorf kann man demnächst Erbeeren selbst pflücken.⇥

    In Ostdorf kann man demnächst Erbeeren selbst pflücken.⇥

    Peter Kiedaisch
  • Noch sind die Erdbeeren nicht wirklich zu sehen auf den Feldern um Ostdorf. Doch das soll sich bald ändern.

    Noch sind die Erdbeeren nicht wirklich zu sehen auf den Feldern um Ostdorf. Doch das soll sich bald ändern.

    Peter Kiedaisch
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Ahh, etwas Bücken gehört schon dazu. Das ist das Leidvolle an den Erdbeeren, sie wachsen halt bodennah. Aber es dauert nicht lange, dann ist das selbst mitgebrachte Eimerchen voll. Voller roter Erdbeeren, die weniger kosten als im Supermarkt und auch kritischen Verbrauchern schmecken werden. Weil sie regional erzeugt werden und nicht außerhalb der Saison künstlich in Gewächshäusern oder unter Vliesabdeckungen hochgezogen werden. Das Erdbeer-Unternehmen Schilling aus Aulendorf hat sich auf Selbstpflücker-Felder spezialisiert. Schillings versorgen halb Württemberg mit Erdbeeren. Gut über die Lande verteilt, sodass erstens viele Menschen in den Genuss selbst gepflückter Erdbeeren kommen. Zweitens, auch das ist für ein Unternehmen wichtig: Im Falle eines Unwetters, die in der Regel lokal begrenzt sind, erwischt es nicht alle Felder. Und wenn eins von 30 Opfer des Hagels wird, ist das zwar schade, aber wirtschaftlich verkraftbar.

April ist Erdbeerzeit – oder doch nicht?

Dieses Jahr sind die Erdbeeren spät dran, sagt Severine Braun, die für die Felder verantwortlich ist. Die Erdbeeren sind noch grün, das Wetter in den zurückliegenden Wochen war zu kühl, auch Sonne war wenig zu sehen. Aber, sagt sie, und ihr Ton wird energischer: „Die Leute werden so konditioniert, dass für sie ab April Erdbeerzeit ist.“ Weil in den Supermärkten, auf Wochenmärkten oder in Verkaufsbuden am Straßenrand schon welche zum Verkauf stehen. „Bei uns werden die Erdbeeren mit der Natur reif“, betont sie.

Das Streu unter den Pflanzen und zwischen den Reihen ist schon eingebracht, jetzt braucht es noch ein paar sonnige Tage mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. „Und nachts einen gemütlichen Dauerregen.“

Sie selbst pflückt für sich und ihre Familie große Mengen. Sie wird sie wie jedes Jahr einfrieren, eventuell vorher pürieren. Damit lässt sich auch im Winter Marmelade einkochen. „Oder wir nehmen Naturjogurt und geben pürierte Erdbeeren dazu.“ Erdbeereis, Smoothies, Erdbeerroulade aus Biskuitteig mit Quarkfüllung: Die Genusswelt rund um die Erdbeere ist vielfältig.

Theoretisch könnte die Erdbeerzeit bis in den frühen Herbst andauern. Nicht bei Schillings, sie kennen die Gewohnheiten ihrer Selbstpflücker aus jahrzehntelanger Erfahrung. „Die Leute kommen fünf oder sechs Wochen, dann interessieren sie sich für Kirschen“, sagt Severine Braun. Sie ziehen einfach weiter, insofern braucht es auf den Feldern der Schillings keine späten Sorten. Auch keine, die lange haltbar sind. Weil sie nicht über Ländergrenzen hinweg transportiert werden und im Supermarkt ihr frisches Aussehen erhalten müssen: „Unsere Erdbeeren suchen wir nach zwei Kriterien aus“, erläutert Severine Braun: nach Geschmack und eventueller Anfälligkeit für Krankheiten. Kranke Früchte braucht es nicht.

Trockene Böden, trotz Regen

Übrigens sind die ersten Böden schon wieder zu trocken, obwohl der Frühling niederschlagsreich wie lange nicht war. Je nach Standort und Bodenbeschaffenheit ist das Wasser versickert oder wird vom Wind verweht. In so einem Fall hilft nur ein Tankfahrzeug, das Wasser daraus stammt in der Regel von den Kommunen. Oft wird schon im Herbst bewässert, damit die Pflanzen, die im April bereits gesetzt wurden, gut durch den Winter kommen. Die Aussichten für diese Erdbeersaison aber sind gut, sagt Severine Braun. „Jetzt muss nur noch das Wetter mitmachen.“ Dann sind die derzeit grünen Früchte ganz schnell rot.

Wann die Ernte auf dem Feld beginnt, und wie das Feld in Ostdorf zu finden ist, erfahren Interessierte im Internet unter „www.erdbeer-schilling.de„. Das Feld in Ostdorft liegt einige hundert Meter hinter dem Friedhof und wird rechtzeitig zu Saisonbeginn ausgeschildert.

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