Führerschein-Umtausch im Zollernalbkreis: Viele Autofahrer kommen auf den letzten Drücker

Der rosa Lappen ist bald Geschichte.⇥
Andrea WarneckeEs ist eine Mammutaufgabe: Führerscheine in der EU sollen bis 2033 einheitlich und fälschungssicherer sein. Alle Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen bis dahin schrittweise ausgetauscht werden. Für die Jahrgänge 1965 bis 1970 lief hierfür kürzlich die Frist ab. Das Landratsamt gibt auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE einen Einblick in die Statistik.
5164 Führerscheine im Zollernalbkreis umgetauscht
Im vergangenen Jahr wurden im Zollernalbkreis insgesamt 5164 Führerscheine umgetauscht. 286 davon allerdings aufgrund eines Verlusts oder von Änderungen. Außerdem wird nur der Wechsel von Papier zu Karte und nicht von Karte zu Karte erfasst, wie Marisa Hahn, Pressesprecherin des Landratsamts, erklärt.
Bei den Jahrgängen 1965 bis 1970, für die die Frist jüngst am 19. Januar ablief, verzeichnete die Behörde 2359 Umtausche im Jahr 2023. Autofahrer, die ihre Frist verpasst haben oder mit dem Behördengang bis zum letzten Drücker warten, sind allerdings in guter Gesellschaft.
Abgelaufene Frist
132 Autofahrer der Jahrgänge 1953 bis 1958, für die die Frist bereits Mitte 2022 abgelaufen war, suchten erst im vergangenen Jahr die Führerscheinstelle auf. Von der nachfolgenden Gruppe (1959 bis 1964, Fristende Januar 2023) tauschten insgesamt 2097 Autofahrer ihren Lappen im vergangenen Jahr um. Wie viele Autofahrer insgesamt ihre Frist verpasst haben, lasse sich nicht sagen, da es bei einem Umzug keine Meldepflicht an die Fahrerlaubnisbehörde gebe, erklärt die Pressesprecherin. Wer die Umtausch-Frist verstreichen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss laut ADAC mit einem Verwarngeld in Höhe von zehn Euro rechnen.
Immerhin: Es gibt auch einige Bürger im Zollernalbkreis, die sich frühzeitig um den Wechsel kümmern. 146 Autofahrer, die vor 1953 geboren sind, sind im vergangenen Jahr ihrer Pflicht nachgekommen. Ihre Frist läuft erst 2033 ab. Bei den Jahrgängen ab 1971 gab es 430 Umtausche.
Dass viele Autofahrer bis zuletzt warten, bekommt die Behörde deutlich zu spüren. Das verrät ein Blick auf die Zahlen. Im Sommer verzeichnet das Landratsamt etwa 200 bis 300 Umtausch-Anträge. Ab September sind es dann 400 bis 500, ab November steigen die Zahlen auf 500 bis 700. Und im Januar wird dann der Höchstwert von fast 800 erreicht.
Wer seinen Führerschein umtauschen muss, sollte beachten, dass die Bearbeitungszeit etwa eine Woche dauert, sofern alle benötigten Unterlagen vorliegen. Muss die Führerscheinstelle noch Daten von anderen Fahrerlaubnisbehörden einholen, kann die Bearbeitungszeit auch länger ausfallen. Die Lieferzeit der Bundesdruckerei kommt da noch hinzu. Diese dauert etwa drei bis vier Wochen. Das Landratsamt empfiehlt daher, mindestens sechs Wochen für den Umtausch einzuplanen, damit der neue Führerschein rechtzeitig fertig wird.
Bald auch online?
Anträge zum Umtausch lassen sich derzeit nur vor Ort oder per Post stellen. Das könnte sich aber bald ändern. Laut Informationen, die dem Landratsamt vorliegen, befinde sich derzeit eine landesweite Online-Lösung derzeit in der Testphase.
Fristen für den Pflichtumtausch
Bei Papier-Führerscheinen, die bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, endet die letzte Frist am 19. Januar 2025. Betroffen sind alle Jahrgänge ab 1971.
Ab 1999 wurden Scheckkartenführerscheine ausgestellt. Bei diesen richtet sich die Frist nicht mehr nach Geburtsjahr des Autofahrers, sondern nach dem Ausstelldatum des Führerscheins. Für die Ausstellungsjahre 1999 bis 2001 endet die Frist am 19. Januar 2026.
Die weiteren Führerscheine müssen in den Folgejahren ausgetauscht werden. Die Fristen für die jeweiligen Ausstellungsjahre enden wie folgt:
2002 bis 2004: 19. Januar 2027
2005 bis 2007: 19. Januar 2028
2008: 19. Januar 2029
2009: 19. Januar 2030
2010: 19. Januar 2031
2011: 19. Januar 2032
2012 bis 18. Januar 2013: 19. Januar 2033.
800 Anträge (in etwa) zum Pflichtumtausch des Führerscheins sind im Januar beim Landratsamt eingegangen. Bereits in den Monaten davor steigen die Zahlen deutlich an.
