Ferien auf dem Bauernhof: Goldrausch beim Wild-West-Tag auf dem Bauernhof Albzwerge
Mit den Cowboystiefeln hat er festen Stand auf dem sandigen Boden. Seine Jeanshose wurde zwar ursprünglich für Goldgräber entwickelt, doch nutzen sie seit jeher auch Cowboys wegen ihrer Robustheit. Der passende Hut soll ihn vor der beißenden Sonne schützen. In der Hand hält er ein Lasso, das er gekonnt schwingt und mit einem gezielten Wurf um den Kopf des Kalbes schlingt. Der Cowboy tut dies nicht etwa im Wilden Westen der Vereinigten Staaten, sondern in Albstadt. Jamie heißt er und ist gerade einmal vier Jahre alt. Er ist einer der Teilnehmer des Wild-West-Tags des Bauernhofs. Angeboten wurde er von Tanja Gauß, Besitzerin des Hofs für Reit- und Bauernhofpädagogik. Unterstützt wurde sie dabei von ihren Reitschülerinnen Hannah, Lara und Carina.
Nachwuchs auf dem Bauernhof: Ein Kalb, 41 Zicklein und vier Ferkel
Während es auf dem Hof bei der Eselmühle durchaus Kälber gibt – eines ist erst wenige Wochen alt –, hat Jamie kein echtes Kalb mit seinem Lasso gefangen. Dafür hat Gauß eine Metallattrappe. Die Ponys, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fangen durften, sind aus Holz.
Echte Tiere gab es beim Wild-West-Tag dennoch zu bestaunen. Es gibt wenige Monate alten Ferkel (wir berichteten), Pferde und Ponys sowie Ziegen. Letztere nahmen einen großen Teil des Ferienprogramms ein. Denn das Kontrollieren der Tiere gehört zum Alltag von Cowgirls und -boys, erklärt Tanja Gauß.
Ziegen lassen sich bitten und futtern dann alles weg
Die Zwergziegen werden ihrem Ruf Sturköpfe zu sein allerdings gerecht. Während es die Kinder kaum abwarten können, die 41 Zicklein und ihre Mütter zu streicheln und zu füttern, vergnügen die sich im hinteren Teil der weitläufigen Weide. Die Menschen interessieren sie dabei reichlich wenig. „Wir müssen sie herrufen“, sagt Gauß zu den Kindern und zeigt ihnen, wie es geht: „Ziegis, Ziegis!“, stimmen prompt alle mit ein. Die Tiere erkennen den Ruf ihrer Besitzerin und folgen ihm in Windeseile. Das liegt auch daran, dass Tanja Gauß die Ziegen in der Regel füttert. Auch beim Ferienprogramm gibt es nach dem Zusammenrotten der Ziegen leckere Weidenzweige.
Pflanzaktion beim Sommerferienprogramm
Die Zweige stammen aus Tanja Gauß’ Hof. Damit es immer genug davon hat, dürfen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich neue pflanzen. Mit Schaufeln heben sie Löcher in der Erde aus und buddeln die Pflanzen wieder ein. Mit dem Gießen der Setzlinge findet die Pflanzaktion ihr Ende. Für Tanja Gauß ist es wichtig, dass die Kinder bei ihren Kursangeboten die gesamte Arbeit eines Bauernhofs kennenlernen. Natürlich steht der Spaß im Fokus, aber die Kinder sollen erleben, dass Tiere auch Arbeit machen.
Da kommt die Pause am Lagerfeuer genau richtig. Dafür hatten die Kinder zuvor bereits Brennholz gesammelt, um nun über der heißen Glut Stockbrot zu backen. „So haben Cowboys früher gekocht“, erzählt Gauß den Kindern. Auch sie saßen während des Eintreibens der Rinder inmitten der Natur am Feuer und kochten sich Kaffee und Bohneneintopf.
Gestärkt geht es zu neuen Abenteuern. Schließlich gibt es auf dem Bauernhof Albzwerge noch jede Menge andere Tiere. Ponys beispielsweise und die wollen gestriegelt werden. So manch ein Kind verliebt sich dabei in die Vierbeiner, die auch dann noch ruhig bleiben, wenn die Kinder ganz aufgeregt herumspringen. „Meine Tiere sind alle darin ausgebildet, mit Kindern zu arbeiten“, betont Gauß.
Überall Goldnuggets
Im Wilden Westen brachten Pferde die Cowboys durchs ganze Land. Dabei gab es für viele nur ein Ziel: eine Goldader. Sie wussten nicht, dass sich in Albstadt eine versteckt. In einem Sandkasten können die Ferienprogrammteilnehmer Gold schürfen. „Ich hab eins gefunden“, hört man innerhalb weniger Sekunden. „Ich auch.“ Der Sandkasten verbirgt zahlreiche Schätze und die Kinder hören nicht auf, bis sie nicht auch den letzten Goldnugget gefunden haben. Da müssen die Eltern, die zum Abholen erschienen sind, Geduld mitbringen. Zwar versuchen die Kinder sie mit Gold zu bestechen, aber der Goldrausch geht an den Eltern vorüber. Früher oder später müssen alle Kinder wieder nach Hause. „Ich komme auf jeden Fall wieder“, sagt einer der Teilnehmer zum Abschied.
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verschiedene Tierrassen leben auf dem Bauernhof Albzwerge zwischen Ebingen und Straßberg.




