Eichenprozessionsspinner: Gefährliche Raupen auf dem Vormarsch in Geislingen

Eichen-Prozessionsspinnergefahr herrscht nun auch im Stadtgebiet Geislingen.
Sebastian Kahnert/dpa (Symbolbild)- Eichenprozessionsspinner tritt in Geislingen auf – 18 Eichen sind aktuell befallen.
- Absperrungen stehen u. a. am Friedhof, im Freibadgelände und im Schlossgarten.
- Neue Funde am Spielplatz am Eichberg in Erlaheim und nahe der Loreto-Kapelle in Binsdorf.
- Stadt hat Fachfirma beauftragt, die Nester sollen im Laufe der Woche entfernt werden.
- Abstand halten, Raupen nicht berühren; nach Kontakt duschen, Kleidung wechseln, bei starken Reaktionen zum Arzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Gefahr hat sich im Stillen in Geislingen ausgebreitet: Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da. Mit den frühsommerlichen Temperaturen kehrt die Raupenplage zurück. Während die ausgewachsenen Nachtfalter für Menschen ungefährlich sind, stellen die Larven ein Gesundheitsrisiko dar: Ihre feinen Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das Hautreizungen, Augenentzündungen und Atemwegsbeschwerden auslösen kann. Seit dem 1. Juni sind Absperrbänder um Eichen am Geislinger Friedhof, auf dem Freibadgelände und im Schlossgarten gespannt. Hinweisschilder warnen vor den Raupen.
Nach aktuellem Stand sind 18 Eichen im Stadtgebiet befallen, sagt die stellvertretende Hauptamtsleiterin, Theresa Schaitel. Im Vergleich zum vergangenen Jahr falle der Befall diesen Frühling „etwas stärker, aber nicht außergewöhnlich“ aus. Am Montag stellten die städtischen Mitarbeiter weitere Befälle am Spielplatz am Eichberg in Erlaheim und in der Nähe der Loreto-Kapelle in Binsdorf fest.
Was Bürgerinnen und Bürger jetzt beachten sollten
Wer einen befallenen Baum entdeckt, sollte Abstand halten und die Raupen keinesfalls berühren. Theresa Schaitel: „Man sollte die Absperrungen beachten und den Bäumen nicht zu nah kommen.“ Die winzigen Brennhaare werden vom Wind teils über größere Entfernungen verbreitet und können auch dann noch Beschwerden verursachen, wenn die Raupen längst weitergezogen sind. Nach einem Kontakt mit den Brennhaaren helfen gründliches Duschen und das Wechseln der Kleidung. Treten stärkere Reaktionen auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hitzetage gelten als Booster: Eichenprozessionsspinner werden dann schnell zur Plage.
Pia Bayer/dpa (Symbolbild)Die Stadt Geislingen hat bereits eine Fachfirma beauftragt: „Die Mitarbeiter haben die befallenen Eichen gestern begutachtet“, sagt Schaitel am Dienstag auf Nachfrage. Im Laufe der Woche steht nun die Entfernung der Nester an.
Wie breiten sich die Eichenprozessionsspinner aus?
Der Eichenprozessionsspinner befällt vor allem Eichen und findet besonders in warmen, trockenen Regionen günstige Lebensbedingungen. Die Raupen schlüpfen je nach Witterung zwischen April und Mai und leben von Beginn an in Gruppen. Nachts ziehen sie in langen Reihen – den namensgebenden „Prozessionen“ – über Stamm und Äste, um frische Blätter zu fressen. Tagsüber halten sie sich in Gespinstnestern auf, die mit zunehmendem Alter immer größer werden und einen Durchmesser von bis zu einem Fußball erreichen können.
Ende Juni verpuppen sich die Raupen in den Nestern, bevor im August die unscheinbaren grauen Nachtfalter schlüpfen. Nach der Paarung legen die Weibchen bis zu 150 Eier an sonnigen Zweigen im Kronenbereich von Eichen ab. Dort überdauern die Embryonen den Winter, bevor im Frühjahr die nächste Raupengeneration schlüpft.
Dabei hat der Eichenprozessionsspinner durchaus natürliche Feinde: Zu seinen bekanntesten Gegenspielern zählt der Kuckuck, der die Raupen trotz ihrer giftigen Brennhaare fressen kann. Auch verschiedene Käfer-, Fliegen- und Wespenarten machen Jagd auf die Raupen oder nutzen sie als Wirt für ihren Nachwuchs. Dennoch können diese natürlichen Feinde Massenvermehrungen meist nicht verhindern, warnt der NABU. Fachleute gehen davon aus, dass ihre Populationen erst zeitverzögert auf einen starken Befall reagieren. Als Profiteur warmer und trockener Witterung hat sich der Eichenprozessionsspinner in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend ausgebreitet. Trotz dieses Zusammenhangs lassen sich Stärke und Verlauf einzelner Befallsjahre nur begrenzt vorhersagen.
