Gesundheitsrisiko in BW: Was tun bei Sichtung oder Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner sorgt in Deutschland immer wieder für Aufsehen. Doch wie ernennt man die Raube eigentlich?
Foto: Patrick Pleul/dpa- In Baden-Württemberg wird dieses Jahr mehr Befall durch Eichenprozessionsspinner erwartet.
- Ostalb gilt als besonders betroffen – gefährliche Phase liegt zwischen Mai und Juli.
- Brennhaare mit Nesselgift reizen Haut, Augen und Atemwege, selten droht anaphylaktischer Schock.
- Bei Sichtung Abstand halten, Nester nicht berühren, Fachfirmen oder Kommunen informieren.
- Nach Kontakt: duschen, Haare waschen, Kleidung separat reinigen; DWD-Karte bietet Frühwarnung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aufgepasst! Aktuell besteht wieder Gefahr vor Juckreiz, Quaddeln und Husten: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sehen harmlos aus, können für Menschen aber zum Gesundheitsrisiko werden. Doch worauf sollte man achten, wenn man einen Befall entdeckt – und was gilt bei Hautkontakt? Mit dem Frühjahr beginnt auch wieder die Saison des Eichenprozessionsspinners. Davor warnen Behörden und Gesundheitsexperten.
2026 wieder mehr Eichenprozessionsspinner
In Baden-Württemberg breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr voraussichtlich wieder stärker aus als in den vorigen Jahren, sagte Lea Dieckmann von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA). Im gesamten Bundesland können die Raupen an Bäumen vorkommen – besonders betroffen sei jedoch die Ostalb.
Die gefährliche Phase ist Dieckmann zufolge zwischen Mai und Juli. Die Raupen schlüpfen etwa Mitte April und bilden zwei bis drei Wochen danach die Brennhaare aus. Diese winzigen Haare können bei Menschen zu Hautreizungen, Rötungen, Juckreiz und Quaddeln führen – selbst dann, wenn man die Raupen gar nicht direkt berührt, da die Haare vom Wind verteilt werden können. In seltenen Fällen sind allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock möglich.
Achtung vor Brennhaaren mit Nesselgift
Problematisch an den Raupen sind ihre feinen Brennhaare. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können bei Kontakt Hautreizungen mit starkem Juckreiz und Quaddeln auslösen. Auch Augenreizungen, Husten oder asthmaartige Beschwerden sind möglich.
Besonders tückisch: Die Haare brechen leicht ab und können durch den Wind verteilt werden. Sie bleiben zudem lange in der Umgebung erhalten – etwa in alten Nestern oder am Boden.
Die Raupen leben vor allem auf Eichen und bewegen sich oft in langen Reihen fort, was zu ihrem Namen geführt hat. Befallen sind häufig einzelne Bäume an Straßen, in Parks, an Waldrändern oder auf Spiel- und Sportplätzen.
Was tun, wenn man Raupen oder Gespinste entdeckt?
- Abstand halten, und zwar 10 bis 15 Meter, und weder Tiere noch Nester berühren. Das gilt auch für alte Gespinste.
- Auch im eigenen Garten: Nester keinesfalls selbst entfernen! Zuständig sind Fachfirmen oder die jeweiligen Kommunen.
- Befallene Bereiche möglichst meiden, Kinder und Hunde fernhalten, gerade für Hunde kann das Nesselgift der Raupen gefährlich sein.
- Lässt sich ein Aufenthalt in der Nähe befallener Bäume nicht vermeiden, kann lange Kleidung helfen, Hautkontakt zu reduzieren.
- Nach möglichem Kontakt: duschen, Haare waschen und getragene Kleidung separat reinigen.
- Wer anhaltende oder schwere Reaktions-Symptome hat, sollte eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners weben watteartige Netze, die einzeln meist etwa 30 Zentimeter groß werden – bei einem Zusammenschluss mehrerer Kollonien auch bis zu einem Meter groß und oft können sie sogar ganze Bäume einspinnen.
Bodo Marks dpa; Laura MenschWie erkenne ich den Eichenprozessionsspinner?
Wer noch nie einen Eichenprozessionsspinner gesehen hat, fragt sich, wie dieser aussieht. So erkennen Sie die Raupe:
- Aussehen: bis zu 5 cm lang, dunkler (fast schwarzer) Rücken, an den Seiten deutlich heller (graublau). Der Kopf ist tiefschwarz.
- Behaarung: extrem auffällige, lange, weiße Haare. Neben diesen langen Haaren tragen die älteren Raupen ab Mai Millionen winziger, für den Menschen gefährlicher Brennhaare.
Auch das Nest des Eichenprozessionsspinners – Gespinst genannt – ist durch die folgenden Merkmale gut zu identifizieren:
- Form: Große, dichte Netze, die wie watteartige Spinnweben aussehen. Sie können die Größe eines Fußballs erreichen.
- Ort: Fast ausschließlich an Eichen (Stamm, Astgabeln oder direkt unter starken Ästen).
- Inhalt: Die Nester hängen voller Raupen, Kot und alten Häutungsresten.
Karte zeigt Gefahrengebiete in Deutschland
Um den Umgang mit den unliebsamen Tierchen zu erleichtern, gibt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ein bundesweites Frühwarnsystem. Damit können Entwicklung und potenzielle Gefahr der EPS sieben Tage im Voraus prognostiziert werden. Über die digitale Karte des DWD lassen sich die Daten kostenlos überprüfen. Durch einfaches Ziehen und zoomen können alle Bereiche Deutschlands auch im Detail überprüft werden. Die Einfärbung der Gebiete zeigt die Gefahrenstufe am jeweiligen Datum.
Aktuell wird in Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis vor dem Prozessionsspinner am Waidsee gewarnt. Die „Schweinebucht“ am See wurde gesperrt. Ein aufmerksamer Passant habe die Polizei darüber informiert, dass sich an der Halbinsel des Sees Raupennetze des Prozessionsspinners befinden. Der Bereich sei deutlich sichtbar mit Absperrband für die Bevölkerung gesperrt worden. „Das Betreten des gesperrten Bereichs ist verboten“, hieß es.
Mit Material von dpa.


