DRK Geislingen: „15 Prozent unserer Einsätze wären eigentlich vermeidbar“

Kaputte Autos, verletzte Insassen und jede Menge Schaulustiger: Bei der gemeinsamen Schauübung des DRK mit der Freiwilligen Feuerwehr Geislingen ging es am Sonntag heiß her.
Dennis Breisinger- DRK Geislingen präsentierte beim Tag der offenen Tür den neuen Gebäudeteil mit Schlaf- und Aufenthaltsräumen.
- Trotz Regen kamen zahlreiche Besucher, es gab Führungen, Kinderschminken und eine Schauübung mit der Feuerwehr.
- Der Anbau wurde zentral am Standort realisiert, finanziert durch Kreisverband, Stadt und Spenden.
- DRK-Geislingen verzeichnet 2025 bereits 680 Einsätze, davon 10–15 % vermeidbar, u. a. durch unnötige Notrufe.
- Ortsverein zählt 73 aktive Mitglieder, dazu Kinder- und Jugendgruppen für Ausbildung und Wettbewerbe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie groß die Dankbarkeit für und der Respekt der Bevölkerung vor der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist, zeigte sich wieder einmal beim Tag der offenen Tür des DRK-Ortsvereins Geislingen am Sonntag. Dabei wurde neben dem eigenen Gelände auch der Schloßplatz mit eingebunden. „Wir hätten nicht gedacht, dass bei diesem Wetter so viele Leute kommen würden. Wir mussten sogar noch extra Tische und Stühle im Aufenthaltsraum aufstellen“, freute sich der erste Vorsitzende und stellvertretende Bereitschaftsleiter Christian Sieber über so viel Zuspruch.
Endlich extra Schlafplätze
Intention war es nicht, nur den Menschen einen Einblick in die Fahrzeuge, die Gerätschaften, die Ausstattung und die Leitzentrale sowie in die getane Arbeit zu geben. Sondern auch die Erweiterung des 2013 neu gebauten Gebäudes zu präsentieren, die vom Kreisverband, der Stadtverwaltung und über Spenden mitfinanziert wurde. Drei Schlafräume, ein extra Aufenthaltsraum und ein Abstellraum sind seit 2023 neu hinzugekommen. „Bisher wurde in den Räumlichkeiten verteilt auf Sofas geschlafen. Einen Aufenthaltsraum hatten wir schon, aber wenn es dort zum Beispiel einen Erste-Hilfe-Kurs gab, dann gab es für die Mitarbeiter keine andere Rückzugsmöglichkeit“, erörterte Sieber die Notwendigkeit des Anbaus, der bei allen „sehr gut ankommen“ würde.
„Zwischenzeitlich gab es auch die Überlegung, diese Zusatzräumlichkeiten auf ein Extragrundstück zu bauen, aber schnell hat sich gezeigt, dass es zentral in Form eines Anbaus besser ist“, verriet Sieber, der sich für die „sehr gute Zusammenarbeit“ beim Architekturbüro Arndt, bei der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat sowie bei den ausführenden Betrieben bedankte.

Vorsitzender Christian Sieber im neuen Aufenthaltsraum des DRK Geislingen. Dieser wurde als einer von mehreren Räumen im neuen Anbau beim Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht.
Dennis Breisinger„Es hat bei den Arbeiten alles bestens geklappt. Obwohl wir witterungsbedingt erst vier Wochen später anfangen konnten, sind wir zum geplanten Termin fertig geworden. Bezüglich der Kosten sind wir nur leicht darüber gekommen. Vor allem, weil wir bei der Photovoltaikanlage über die rechtlich geforderten Maßnahmen gegangen sind“, bilanzierte der Vorsitzende.
Ein attraktives Programm wurde an diesem Tag der offenen Tür geboten. Es gab Kinderschminken und das Basteln von Luftballon-Tieren mit dem Jugendrotkreuz, für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Der Frühschoppen wurde mit dem Musikverein Erlaheim veranstaltet und auf dem Schloßplatz war eine gemeinsame Fahrzeugschau inklusive Schauübung in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Geislingen geboten, bei der zwei bei einem Fahrzeugunfall verunglückte Personen geborgen und gerettet werden mussten.
Einblick in den Ortsverein
FFW-Mitglied Anton Schenk erteilte einen Einblick in die Rettungsmaßnahmen, bei denen unter anderem der Einsatz von drei Rettungszylindern, das Anlegen einer Krause zur Stabilisierung der Halswirbelsäule und eines flachen „Spineboards“, das sich auch für schwergewichtige Personen eignet, unabdinglich sind und zudem unter anderem auf Spreizer und Luftheber zurückgegriffen wird.
„Wir besitzen drei eigene Fahrzeuge, zudem ist jeweils eines vom Kreis- und vom Landesverband bei uns stationiert. Die Beschaffung eines neuen Rettungswagens befindet sich in der Planung. Zudem verfügen wir über 73 aktive Mitglieder, 30 Mitglieder zwischen sechs und zwölf Jahren sind in unserer Kindergruppe, bei der in erster Linie der Spaß im Vordergrund steht, aber auch Wunden schminken und Verbände anlegen gezeigt werden. 15 Mitglieder zwischen zwölf und 16 Jahren befinden sich in der Jugendgruppe, die auch an Wettkämpfen teilnimmt“, gab Sieber einen Einblick in den Ortsverein.
„Die Einsätze nehmen von Jahr zu Jahr immer mehr zu, 2025 sind wir schon jetzt bei 680. Gründe sind die immer älter werdende Bevölkerung, sodass gewisse Krankheiten wie Schlaganfälle und Herzinfarkte immer häufiger vorkommen“, sagte Sieber. Zudem sinke auch immer mehr die Hemmschwelle, den Notarzt zu rufen. „Wenn jemand schon drei Tage Rücken- und Bauchschmerzen hat und diese nicht schlimmer werden, dann muss nicht unbedingt um drei Uhr nachts für andere ein Notarztwagen blockiert werden“, fand Sieber deutliche Worte. Und manchmal könne auch noch selber problemlos zum Krankenhaus oder zum kassenärztlichen Notdienst gefahren werden. „Circa zehn bis 15 Prozent unserer Einsätze sind von daher vermeidbar“, ergänzte Sieber.
„Wir Ortsvereinsvorsitzenden treffen uns generell einmal im Jahr auf Kreisebene, die Bereitschaftsleiter viermal und einmal findet auf Kreisebene ein Fortbildungstag und in unregelmäßigen Abständen gemeinsame Übungen statt“, so Sieber.
