Blog zum Thema psychische Erkrankungen: „Niemand muss diesen Weg alleine gehen“

Depressionen sind wie graue Wolken, die sich lähmend über das Leben legen. „Trotz der Fortschritte in der Aufklärung gibt es immer noch viele Vorurteile und Stigmata, die Betroffene daran hindern, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen“, sagt Jochen Schulz.
Andrea Maute- Jochen Schulz, 35 Jahre, erhielt mit 16 die Diagnose Depression und kämpft gegen Stigmatisierung.
- Mit dem geplanten Blog grauewolken.de will er Betroffenen eine Stimme und Unterstützung bieten.
- 2024 absolvierte er eine Ausbildung zum Ersthelfer für psychische Gesundheit, um kompetent zu helfen.
- Über GoFundMe sammelt er Spenden für Design, Hosting und Domain – 550 Euro sind schon eingegangen.
- Ziel: Aufklärung, Verständnis fördern und Betroffenen Mut machen, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
So gut wie jeder kennt sie – Tage, die grau, bleiern und hoffnungslos anmuten. An denen sich dunkle Wolken wie eine Glasglocke über das Leben legen. „Traurig sein ist menschlich“, sagt Jochen Schulz. Doch was, wenn die Wolken über Wochen oder gar Monate nicht abziehen? „Dann steckt oft mehr dahinter.“
Jochen Schulz ist 35 Jahre alt, gebürtiger Balinger – und weiß, wovon er spricht. Mit 16 Jahren hat er die Diagnose Depression erhalten. Seither kämpft er unermüdlich dafür, die Krankheit in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und sie vom Stigma zu befreien, das ihr auch heute immer noch anhaftet.
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, hat er ein Blog-Projekt geplant. Mit grauewolken.de möchte er nicht nur aufklären und sensibilisieren. Er möchte auch „einen Raum der Offenheit, des Verständnisses und der Unterstützung“ schaffen, in dem diejenigen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, eine Stimme bekommen. „Denn wir sind keine Diagnose“, macht er deutlich. „Wir sind Menschen mit einer Geschichte.“
Ersthelfer für psychische Gesundheit
Laut einer 2025 veröffentlichten Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention hat bereits jede zweite Person in Deutschland im Internet zum Thema Depression recherchiert. Bei den tatsächlich Erkrankten sind es sogar 78 Prozent.
Jeder sechste Betroffene fühlt sich indes durch Social Media dazu motiviert, Hilfe zu suchen – was sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Denn zwei Dritteln der Betroffenen fällt es nach eigenem Bekunden schwer, den Wahrheitsgehalt und mögliche kommerzielle Interessen von digitalen Angeboten zu beurteilen.
Genau hier möchte Jochen Schulz ansetzen und mit seinem Blog „ein seriöses und kostenloses Hilfsangebot“ anbieten. 2024 hat er sich zum Ersthelfer für psychische Gesundheit ausbilden lassen und verfügt dadurch über die notwendigen Kenntnisse, um kompetent und sicher bei psychischen Gesundheitsproblemen und Krisen helfen zu können. Selbstverständlich, unterstreicht er, ersetze dies keine Therapie. „Doch da die Wartezeiten auf einen Therapieplatz leider meist sehr lang sind, ist wohl das Internet die erste Anlaufstelle für viele Betroffene.“

Jochen Schulz hofft, dass sein Projekt bald starten kann.
Uwe MiosgeAuch deren Angehörige suchen häufig online Rat. Von mangelndem Verständnis, das nicht selten im Satz „Reiß dich doch einfach mal zusammen“ gipfelt, bis hin zu Verunsicherung erleben Erkrankte nicht selten eine breite Palette an Reaktionen. Hier sei es wichtig zu vermitteln: „Eine Depression ist kein `Tief`, aus dem man mal eben wieder auftaucht. Sie ist eine schwere Krankheit.“ Und: Es gibt Alarmzeichen, die hellhörig machen sollten.
Für mehr Verständnis
Als die drei Hauptsymptome nennt Jochen Schulz gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. „Sie zu kennen, ist der erste Schritt zu mehr Verständnis. Für sich und andere“, sagt der 35-Jährige, der mit seinem Projekt auch das Bewusstsein wecken will: „Niemand muss diesen Weg alleine gehen.“
Gleichwohl weiß er, dass der erste Schritt, nämlich darüber zu reden, „der schwerste, aber zugleich wichtigste“ ist. Mit seinem Blog will er Betroffenen Mut machen, Geschichten von Schmerz und Hoffnung zu erzählen, die nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familien und Freunde betreffen. „Denn nur wer gehört wird, kann auch verstanden werden“, betont er.
Um das Projekt grauewolken.de verwirklichen zu können, sammelt Jochen Schulz Spenden auf der Online-Spendenplattform GoFundMe. Hier schlüsselt er auch detailliert auf, wofür das Geld verwendet wird: nämlich um die Kosten für Design, Hostingpaket und Domain zu decken. Stand 26. Januar sind bereits 550 Euro Spenden eingegangen.
Unterstützer gesucht
„Ich bin überwältigt von der bisherigen Unterstützung“, fasst er seine Freude in Worte. „Doch um den Blog langfristig sicher aufzustellen und noch mehr Menschen zu erreichen, brauche ich weiterhin Hilfe.“ Durch diese hofft er, mit seinem „Herzensprojekt“ baldmöglichst an den Start gehen zu können.
Hier kann man sich informieren und helfen
Weitere Informationen zum geplanten Blog grauewolken.de und zur Spendenkampagne auf GoFundMe gibt es unter www.gofundme.com/f/grauewolken
