Beutter in Rosenfeld: Schlafen neben dem Schreibtisch? Firma plant Mitarbeiterwohnungen
Auch die Beutter Präzisionskomponenten GmbH & Co. KG in Rosenfeld hat mal klein angefangen. Sie wurde 1909 als Uhrenfabrik gegründet. Der Betrieb sei zu einem internationalen Unternehmen mit derzeit rund 160 Mitarbeitern geworden, hat der Gemeinderat kürzlich erfahren. Als einer der größten Arbeitgeber im Raum Rosenfeld will das Unternehmen trotz ständiger nötiger Erweiterungen den Standort in Rosenfeld erhalten. Daher plane das Unternehmen derzeit den Bau einer weiteren Produktionshalle.
Angemietete Halle
Wie Geschäftsführer Reinhard Schnell auf Anfrage mitteilt, wurde bereits vor Corona über eine Erweiterung nachgedacht, erste Planungen wurden dazu unternommen. „Jetzt bereiten wir uns auf eine mögliche Erweiterung vor.“ Daher hatte sich der Gemeinderat mit einem Antrag auf Änderung des Bebauungsplans zu befassen. Schnell: „Konkrete Bauabsichten bestehen derzeit aber noch nicht.“
In der Zwischenzeit behelfe sich Beutter mit einer angemieteten Halle in Binsdorf und warte „die wirtschaftlichen Entwicklungen in den kommenden Monaten zunächst ab, bevor wir weiter entscheiden“, sagt Schnell. Der Spezialist für die Zulieferung von hochwertigen feinmechanischen Komponenten habe bereits jetzt Parkplatzknappheit, daher ist auch die Realisierung eines größeren Mitarbeiterparkplatzes angedacht. Gleichzeitig solle Mitarbeiterwohnen möglich werden.
Bisher keine Mitarbeiterwohnungen
Wie Schnell dazu erklärt, habe Beutter derzeit noch keine Mitarbeiterwohnungen. „Auch die Möglichkeiten, Mitarbeiterwohnungen schaffen zu können, haben wir nur vorsorglich vorgesehen. Konkrete Pläne gibt es auch hierfür nicht.“ Für den Fall, dass so etwas notwendig wäre und man dadurch Fachkräfte nach Rosenfeld bekommen könnte, „wollen wir vorbereitet sein“.
Das Unternehmen besitzt zwar genügend unbebaute Freiflächen in direkter Nähe zum Betriebsgelände, jedoch sind diese im aktuell rechtskräftigen Bebauungsplan „Schönbühl, 2. Änderung und Erweiterung“ als allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Um die Erweiterung und einen größeren Mitarbeiterparkplatz sowie -wohnen realisieren zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden. In diesem Rahmen könnten auch die derzeit eng gefassten Festsetzungen für das Betriebsgelände geändert werden, erklärte im Gemeinderat Bob Rikken vom Büro Gfrörer Ingenieure. Er betonte, dass durch die Bauten aufgrund des Gefälles die Aussichten der Anwohner nicht oder fast nicht eingeschränkt würden.
Gemeinde unterstützt Vorhaben
Die Gemeinde möchte der Firma Beutter die weitere Entwicklung ermöglichen. Nach einigen Verständnisfragen fasste der Gemeinderat einstimmig den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans „Schönbühl, 3. Änderung“. Er wird nun nochmals öffentlich ausgelegt.
Bei dem Areal, auf dem Vögel, Fledermäuse und Eidechsen festgestellt wurden, handelt es sich nur bedingt um ein Überschwemmungsgebiet. Die vorhandenen, künstlichen Fledermaushöhlen und Flachkästen müssten zur Umsetzung der möglichen Pläne umgehängt werden. Als Alternative zum Verhängen von künstlichen Fledermausquartieren wird das Aufstellen von Fledermaustürmen vorgeschlagen. Dabei ist für acht künstliche Einzelquartiere ein Fledermausturm anzusetzen.
Natur muss geschützt werden
Weil Brutplätze der Goldammer überplant werden, muss eine rund 50 Meter lange Feldhecke entwickelt werden, und wegen entfallener Nistplätze für Höhlenbrüter müssen sechs Nisthöhlen gesetzt werden. Für den Lebensraumverlust der Zauneidechse erfolge, in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde, die Errichtung eines 800 Quadratmeter großen Ersatzhabitats.
Der Auftragseingang und -bestand bei Beutter ist nach wie vor gut, schreibt Geschäftsführer Schnell. „Viele unserer Facharbeiter bilden wir selber aus und übernehmen diese zumeist auch direkt nach der Lehre.“ Die Fluktuationsrate sei vergleichsweise gering. Die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal gestalte sich anspruchsvoll, „doch setzen wir auf gezielte Rekrutierungsmaßnahmen, um weiterhin höchste Standards zu gewährleisten“. Dennoch komme Beutter nicht umhin, auch am Arbeitsmarkt nach Fachkräften zu suchen. „Das gelingt uns normalerweise recht gut, wobei wir im Augenblick einige Stellen zu besetzen haben.“
Präzision und Genauigkeit
Was Beutter von der Konkurrenz unterscheidet? „Beutter ist Spezialist in dem, was wir tun“, sagt Schnell. „Präzision und absolute Genauigkeit, nicht nur bei den Bauteilen, ist unser Thema.“ Das stamme sicherlich aus der Historie, da bis in die 1990er Jahre Uhren in Rosenfeld produziert wurden. „Dennoch fertigen wir bereits seit den 1950er Jahren feinmechanische Bauteile und Baugruppen.“
Die Pläne von Beutter im Einzelnen
Geplant wird der Anbau einer weiteren Produktionshalle östlich an die bestehende Halle. Der Bau soll in mehreren Bauabschnitten stattfinden, wobei der Endausbau etwa eine Größe von 66 mal 43 Metern aufweist. Nördlich, östlich und südlich des Neubaus sind die dafür notwendigen Zufahrten für den Anlieferverkehr vorgesehen. Auf den Grundstücken 1609/13, 1609/14, 1609/15 und 1609/21 soll ein Mitarbeiterparkplatz und gegebenenfalls -wohnen entstehen. Geplant ist hierbei eine Zufahrtsstraße, die ein leichtes Ein- und Ausparken ermöglicht, sowie eine beidseitige Zeile von Querparkbuchten. Zufahrt erfolgt über das Betriebsgelände und den südlichen Tannenweg. Eine weitere Zeile von Stellplätzen ist nördlich des Hallenneubaus entlang des Schönbühlwegs vorgesehen.



