Bauernproteste in Biberach
: Grüne aus Balingen bestürzt über Eskalation am Aschermittwoch

Parteimitglieder aus Balingen waren vor Ort. Der Ortsverband äußert sich zu den Vorfällen und verweist auf die Gegenwart von Rechtspopulisten.
Von
Nicole Wieden
Balingen/Biberach
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Balinger Grüne waren am Aschermittwoch in Biberach und berichten von einer feindlichen Stimmung. Der AfD machen sie zum Vorwurf, ein Feindbild geschaffen zu haben.

Silas Stein
  • Grüne aus Balingen berichten von feindlicher Stimmung bei Bauernprotesten in Biberach am Aschermittwoch.
  • Veranstaltung mit Kretschmann und Özdemir abgesagt, da Polizei wütende Landwirte nicht beruhigen konnte.
  • Grüne kritisieren AfD und CDU für das Schaffen eines politischen Feindbilds gegen ihre Partei.
  • Plakate mit Polemik und Falschbehauptungen sowie rechtspopulistische Slogans wurden vor Ort gesehen.
  • Balinger Grüne fordern konstruktiven Dialog und ein Ende der verbalen Eskalation.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit Pfeifen, Trommeln, Hupen und „hämischem Lachen“ waren die Grünen am politischen Aschermittwoch in Biberach konfrontiert, so berichten Parteimitglieder auch aus Balingen. Dicht gedrängt sei man vor der Biberacher Stadthalle beieinander gestanden, wo eigentlich Ministerpräsident Winfried Kretschmann wie auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am 14. Februar hätten sprechen sollen. Die Veranstaltung musste abgesagt werden, weil die Polizei wütende Landwirte nicht beruhigen konnte.

Grüne aus Balingen fühlten sich „beklommen und unsicher“

Vor der Stadthalle demonstrierten zahlreiche Menschen, die Grünen hätten sich „beklommen und unsicher“ gefühlt, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung des Co–Vorsitzenden der Balinger Grünen, Christopher Seng, und Pressesprecherin Sophie Seng hervorgeht.

„Es herrscht ein Klima der Angst, Diskurs wird absichtlich unterbunden, demokratische politische Teilhabe erschwert.“ Man verstehe alle, die unter diesen Umständen ihr politisches Engagement aufgeben würden. „Doch dies würde für uns bedeuten, dass Lautstärke und Gewalt die Oberhand gewinnen.“

Politisches Feindbild geschaffen?

Die beiden Grünen prangern allen voran CDU–Parteichef Friedrich Merz an, die Grünen zu einem Feindbild stilisiert zu haben; die AfD hätte diesen Faden dankbar aufgegriffen. Während politische Inhalte von diesen Akteuren vernachlässigt würden, hätten sie erfolgreich eine „Projektionsfläche für Hass, Hetze und Frustabbau“ geschaffen.

Sophie und Christopher Seng verweisen mit Nachdruck darauf, dass die Protestplakate nicht mit Forderungen, denn mit Polemik und Falschbehauptungen versehen waren („Grüne schaffen Krieg mit Waffen“ und „Unser Feind ist der grüne Linksfaschismus. Nicht die Russen“). Dies entbehre inhaltlicher Logik und stehe offenkundig in keinem Zusammenhang mit dem Agrarsektor.

Offenbar auch Rechtspopulisten vor Ort

Auch rechtspopulistische Slogans, darunter der Ausruf „Lügenpresse“, seien gefallen. Reichsadlerflaggen, kreischende Motorsägen sowie das Zurschaustellen von Sensen und Scheiterhaufen seien „unserem Land und der Landwirtschaft nicht würdig“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Grüne fordern verbales Abrüsten

Die Balinger Grünen pochen auf einen konstruktiven Umgang, hierfür sei dringend ein verbales Abrüsten nötig. Zudem zeigen sie sich schwer bestürzt über die augenfällige Diskrepanz zwischen den Demonstrationen für Demokratie auf dem Balinger Marktplatz am 27. Januar und den jüngsten Ereignissen vor der Biberacher Stadthalle.