Balingen/Rosenfeld-Brittheim
: Sternwarte Zollern-Alb: Was Schüler dort über das Weltall lernen

Was ist im Jahr 2023 am Himmel los? Rolf Bitzer von der Sternwarte Zollern-Alb in Rosenfeld-Brittheim berichtet, was im Weltall zu sehen ist.
Von
Michael Keppler
Rosenfeld
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Auch Alexander Merkle ist Mitglied bei der Sternwarte in Rosenfeld-Brittheim und führt ebenso wie Rolf Bitzer durch das Institut. Hier steht er neben dem Apolyter, einem Model, mit dem das Sonnensystem nachgestellt wird.

Michael Keppler

Wer genau hinschaut, sieht sie: einzelne Krater in der Oberfläche des Mondes. Und wer Blitze auf dem Mond wahrnimmt, darf sich etwas wünschen. Denn das sind Sternschnuppen, die auf der Mondoberfläche einschlagen.

Interessante Fakten rund um den Mond und den Kosmos erfuhren am vergangenen Freitagabend die Schülerinnen und Schüler des einjährigen Astronomiekurses des Gymnasiums Tuttlingen. Rolf Bitzer, erster Vorsitzender des Vereins Sternwarte Zollern-Alb Rosenfeld-Brittheim, führte an diesem Abend durch die Sternwarte. Für den Kurs aus Tuttlingen ist das nicht das erste Mal. Lehrer Sven Goschkowski kommt regelmäßig mit seinen Schülerinnen und Schülern nach Brittheim. Bitzer und Goschkowski fachsimpeln längst.

Sternwarte Zollern-Alb in Rosenfeld-Brittheim: Blicke in den Kosmos

Rund 85 Menschen sind Mitglied bei der Sternwarte Zollern-Alb. Sie bieten seit 2006 einen umfassenden Einblick in den Kosmos, sowohl für Laien als auch für Profis. Durch die weltweite Vernetzung in der Weltraumforschung ist die Sternwarte immer wieder Teil von nationalen und internationalen Aufrufen zur Himmelsbeobachtung. Seien es die US-amerikanische Organisation NASA, die europäische Weltraumbehörde ESA oder das Max-Planck-Institut, die Unterstützung benötigen: Die Sternwarte helfe gern, entsprechende Himmelskörper, Himmelsphänomene und Planetenbewegungen zu kontrollieren oder auch mit zu archivieren, sagt Bitzer. Im täglichen Betrieb der Sternwarte seien neun Vereinsmitglieder engagiert. Sie beobachten dann, kümmern sich aber auch um die Instandhaltung und den Ausbau der Anlage.

Besonderes Highlight der Aufgaben der Sternwarte ist aber kleine wie große Besucher zu empfangen. Deswegen finden regelmäßig öffentliche Führungen statt. Es gibt aber auch themenspezifische Führungen, zum Beispiel den „Beobachtungsabend Mond“ oder „Beobachtungsabend Deepsky mit Jupiter und Mars“. Am Freitagabend stand für die Schülerinnen und Schüler aus Tuttlingen aber erst einmal der Sternenhimmel auf dem Programm.

Lernen mithilfe von Videos: Sternwarte Zollern-Alb

Bevor das dreieinhalb Tonnen schwere Fernrohr besichtigt wurde, berichtet Rolf Bitzer, welche Größe die Sonne im Vergleich zur Erde habe, wie heiß sie an verschiedenen Stellen ist und dass sie wieder aktiver wird. Weil das alles doch abstrakt ist, lernen die Schülerinnen und Schüler diese Fakten anschaulich mithilfe animierter Videos.

Von der Sonne geht es dann zum Mond: Bitzer berichtet, dass dieser im Frühjahr am besten zu beobachten ist. Infos zum Mars dürfen auch nicht fehlen. Bitzer erzählt, wie Fake News dazu geführt hätten, dass manch einer nun glaubt, es gebe Marsbewohner. Zum Anfassen gibt es auch noch etwas: zwei Meteoritenstücke, beide aus Gestein, einer beinhaltete noch Eisen.

Und was passiert im Jahr 2023 am Himmel? „Am 18. Oktober bedeckt der Mond Antares“, sagt Bitzer. Das ist der hellste Stern im Sternbild Skorpion, er liegt etwa 600 Lichtjahre von der Erde entfernt. Am 28. Oktober gibt es eine partielle Mondfinsternis. Diese könne sehr gut beobachtet werden. Am 9. November, könne die Venusbedeckung durch den Mond beobachtet werden.

Für den Verein steht davor eine andere, wichtige Aktion an. Es sei geplant, so Bitzer, eine Kamera so zu installieren, dass sie die ganze Nacht aktiv sein kann. Im Optimalfall sei sie dann auch an das Internet angeschlossen. Die gesammelten Daten könnten dann gezielt zur Verfügung gestellt werden.

Beim Besuch der Sternwarte passieren die Schülerinnen und Schüler im Foyer auch einen Apolyter, mit dem das Sonnensystem manuell nachgestellt werden kann. Darauf einen Blick zu werfen, lohnt sich – der Blick hinauf in den Himmel aber noch mehr.

Info: Wann gibt es Führungen in der Sternwarte Zollern-Alb?

Um die Termine der öffentlichen Führungen mitzubekommen, empfiehlt Rolf Bitzer, regelmäßig auf der Website der Sternwarte nachzuschauen. Dort informiert der Verein auch über aktuelle Himmelsbewegungen.

Weltweit erzählen sich Kulturen Geschichten über den „Mann im Mond“. Rolf Bitzer erklärt den Schülerinnen und Schülern aus Tuttlingen ebenfalls, was es mit dem Gesicht, das vermeintlich auf dem Mond zu sehen ist, auf sich hat. Dabei handelt es sich um dunkle Flecken, hinter denen sich Täler und Gebirge verbergen. Diese Krater wurden von Meteoriten verursacht, die vor Milliarden Jahren auf den Mond stürzten, als dessen Oberfläche noch leichter formbar war. Ein solcher Krater kann einen Durchmesser von über einem Kilometer haben. Nicht jede Kultur sieht in den Kratern das Gesicht eines Mannes. In China wird von einem Hasen gesprochen.