Auswirkungen für Dotternhausen
: Der Baustoffproduzent Holcim geht an die Börse

Das Nordamerikageschäft soll 2025 als vollständig unabhängiges Unternehmen in den USA an der Börse kotiert werden. Holcim in Dormettingen soll davon unberührt bleiben.
Von
Jennifer Dillmann
Dotternhausen
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Holcim geht an die Börse – beziehungsweise das Nordamerika-Geschäft. Laut Pressesprecherin Sabine Schädle habe die Aktion keine Auswirkungen auf Süddeutschland.⇥

Jennifer Dillmann

Nordamerika birgt Potenzial — so sieht es auf jeden Fall der Konzern Holcim. Um sich als führender Anbieter von Baulösungen zu etablieren, soll das Nordamerika–Geschäft als vollständig unabhängiges Unternehmen in den USA an die Börse gehen. Als ausgewiesene Ziele werden langfristiges Wachstum und Mehrwert für alle Stakeholder genannt. Das Geschäft soll voraussichtlich weiterhin dem wichtigsten Schweizer Börsenindex „Swiss Market Index“ angehören.

Schweizer Börsenindex

Der Verwaltungsrat hat den deutschen Geschäftsmann und Holcim–Geschäftsführer Jan Jenisch damit betraut, das Gesamtprojekt in den USA zu leiten. Dieser zeigt sich sehr positiv gestimmt: „Holcim hat sowohl finanziell als auch operativ eine noch nie dagewesene Stärke erreicht.“ In der Börsenkotierung sieht er die Möglichkeit, dass das neue Unternehmen „sein volles Potenzial“ ausschöpfen kann. In der Region herrscht — im Gegensatz zu Deutschland — ein Infrastruktur– und Bauboom vor. Möglich sei der Schritt im übrigen nur „dank der außerordentlichen Leistung der Teams weltweit, welche Jahr für Jahr Rekordergebnisse erwirtschaften“.

Die EBITDA–Marge ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Hinblick darauf, ob ein Unternehmen mit seiner operativen Tätigkeit alle anfallenden Kosten deckt.

Jährliches Wachstum

Vor Leasingverhältnissen liegt diese für das Nordamerika–Geschäft im Jahr 2023 bei 27 Prozent. Mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 20 Prozent und einem überproportionalen Wachstum des EBIT von mehr als 26 Prozent im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre zeigt das Unternehmen seine Erfolgsbilanz auf.

Eine beschleunigte Wachstumsstrategie soll dafür sorgen, dass bis 2030 mehr als 20 Milliarden US–Dollar Umsatz und über fünf Milliarden US–Dollar EBIT mit branchenführenden Margen erzielt werden.

Mehr als 850 Standorte

An über 850 Standorten sind Anlagen des Nordamerikageschäfts im Bereich Bedachungssysteme, Zement, Zuschlagstoffen und Fertigbeton aktiv.

Die Kapitalstruktur des kotierten Unternehmens wird auf US–Dollar basierend sein. Den Investoren wird ein „eigenständiges und überzeugendes Anlageprofil“ versprochen.

Auch Holcim will nach der Abspaltung des Nordamerikageschäfts seine Position weiter ausbauen. Die geschätzte EBITDA–Marge für 2023 liegt hier bei mehr als 23 Prozent. Bis 2030 soll der Nettoumsatz bei ungefähr 22 Milliarden Schweizer Franken, der EBIT bei über vier Milliarden Schweizer Franken und der freie Cashflow bei mehr als drei Milliarden Schweizer Franken liegen.

Als Baulösungen sollen Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft weiter entwickelt werden. Außerdem stehen disziplinierte Transaktionen sowie die Dämm– und Baustoffe für Reparaturen und Sanierungen im Fokus. Die führenden Marktpositionen werden in Europa, Lateinamerika, Asien, dem Nahen Osten und Afrika verortet und mit der regionalen Unternehmensstrategie weiterhin gestärkt.

Beide Unternehmen werden eigenständige individuelle Strategien verfolgen und eigene Kapitalstrukturen anstreben, um ihr Wachstum zu beschleunigen. Die Transaktion soll durch die Schaffung von zwei unterschiedlichen Anlageprofilen mit Renditen für die Aktionäre Mehrwert schaffen.

Keine Auswirkungen

Da der Konzern auch in Dotternhausen vertreten ist, stellt sich die Frage, inwieweit der Zollernalbkreis, der Plettenberg und der Betrieb vor Ort durch den Börsengang und die Abspaltung des Nordamerika–Geschäfts betroffen sein werden.

Laut Sabine Schädle, Leiterin Kommunikation bei Holcim, seien Bedenken nicht notwendig, denn: „Auf Holcim in Süddeutschland hat die Etablierung des Nordamerika–Geschäfts als vollständig unabhängiges Unternehmen überhaupt keine Auswirkung.“